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Schaltjahr - Schlauweb
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Schaltjahr

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Ein Kalender hatte geschichtlich den Zweck, den Beginn der Jahreszeiten Jahr für Jahr auf das gleiche Zeitangabe fallen zu lassen, um den Zeitpunkt z. B. von Festen oder wiederkehrenden Ereignissen bestimmen zu können. Ein tropisches Jahr, also der Abstand zwischen zwei Frühlings-Tagundnachtgleichen, dauert allerdings etwa 365 Tage und etwas weniger als 6 Stunden (365d 5:48:45.98, nicht konstant!), so dass eine einfache Zuordnung, die jedem Jahr die gleiche Anzahl Tage gibt, unmöglich ist, ohne dass sich gleichzeitig der Beginn der Jahreszeiten verschiebt. In den Kalendern der verschiedenen Kulturen gibt es deshalb Methoden, um die jeweilige Intervall des Jahres dem tropischen Jahr anzunähern.

Der Beginn der Jahreszeiten kann z. B. auf dem gleichen Zeitangabe festgehalten werden, wenn in geeigneten Abständen ein Schaltjahr, ein Jahr mit einem zusätzlichen Tag, dem Schalttag, eingefügt wird. Eine einfache Methode ist, annual mit einer glatt durch 4 teilbaren Jahreszahl zum Schaltjahr zu erheben. So wurde es im Julianischen Kalender eingeführt, in dem der Feber 29 anstatt 28 Tage hat. Genauere Kalendarium nähern das tropische Jahr besser an: Da etwas weniger als sechs Stunden annual auszugleichen sind, fällt der (Julianische) Schalttag gelegentlich aus (wie z. B. im Jahre 1900 im Gregorianischen Kalender).

Dieser Tage gilt in fast allen Teilen der Welt, gerade in Deutschland, Österreich und der Schweiz, der Gregorianische Kalender.

Inhaltsverzeichnis

Julianischer Kalender

46 v. u. Z. benutzten die Römer einen Kalendarium mit zwölf Mondmonaten mit abwechselnd je 29 bzw. 30 Tagen, zusammen 354 Tage. Weil gerade Hinblättern aber Unglück brachten, schlugen die Römer noch einen Tag drauf. Doch doch waren es zum Sonnenjahr weiterhin gut zehn Tage zu wenig. Zunächst verteilte Julius Caesar diese zehn Tage auf die verschiedenen Monate, die auf nun 30 bzw. 31 Tage anwuchsen. Nur der seinerzeit letzte Monat Feber ging als Unglücksmonat leer aus und blieb somit bei 29 besser gesagt im Schaltjahr ehedem bei 30 Tagen. Dem Mythos, dass der Feber einen Tag verlor, weil Kaiser Augustus sich im Aug. als Monatsbezeichnung erhalten wollte und dem Febr. noch einen Tag wegnahm, da der Aug. wie der Juli, der Monat seines Vorgängers Caesar, 31 Tage haben sollte, und weil eine gerade Zahl ja auch Unglück brachte, wird im Artikel zum Monat August widersprochen. Doch die Römer hatten eine winzige, aber auf die Jahrhunderte gesehen, wirkungsvolle Verkehrtheit hinterlassen. 11 Minuten und 14 Sekunden jedes Jahr schoss das vormalig julianische Jahr über das Ziel hinaus. Alle 128 Jahre wurde demnach ein Schaltjahr zu viel begonnen.

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Gregorianischer Kalender

Von Bischof von RomGregor XIII. wurde daher 1582 folgende Regelung eingeführt (Gregorianischer Kalender):

  • Alle Jahre, welche durch 4 ohne Rest teilbar sind, sind Schaltjahre.
  • Alle Jahre, welche durch 100 ohne Rest teilbar sind, sind keine Schaltjahre.
  • Alle Jahre, welche durch 400 ohne Rest teilbar sind, sind wiederum Schaltjahre.

So sind z. B. die Säkularjahre 1800, 1900 und 2100 keine Schaltjahre, die Säkularjahre 2000 und 2400 im Unterschied dazu schon. Damit dauert das Gregorianische Kalenderjahr durchschnittlich 365,2425 Tage, und stimmt bzw. mit der Länge des tropischen Jahres überein als das Julianische Kalenderjahr.

Seit dem Ersten Konzil von Nicäa im Im Jahre325, bei dem der Frühlingsanfang auf den 21. März festgelegt wurde, betrug die aufgelaufene Abweichung schon 10 Tage, und so ließ Gregor auf den 4. Oktober gleich den 15. Oktober 1582 folgen, um diese Zeit auszugleichen.

Nicht in allen Ländern erfolgte diese Umstellung am selben Tag. Besondere Schwierigkeiten gab es in Schweden, wo im Jahr 1712 zwei Schalttage eingefügt wurden und somit heuer einen 30. Februar hatte.

Recht ungewöhnlich und wenig bekannt ist die Tatsache, dass nicht etwa der 29. Februar der Schalttag des Gregorianischen Kalenders ist. Vielmehr wird der 24. Februar verdoppelt: der 24. und der 25. Februar fallen nach römischer Zählweise, die auch bei der Einführung des Gregorianischen Kalenders noch üblich war, auf gleichartig Datum. Im Gemeinjahr heißt der 24. Februar "a. d. VI Kal. Mart." (sechster Tag vor dem März-Beginn); der doppelte Tag im Schaltjahr heißt ebenso. Da dieser Sechste (lat. „sextus“) doppelt ("bis") gezählt wird, heißen Schaltjahr bzw. -tag "bissextilis" (lateinisch), "bissextile" (english), "bisestile" (italienisch) usw. Nach heutiger Zählung verschieben sich der 24. und die weiteren Tage im Febr. um einen Tag; Bedeutung hat dies in diesen Tagen noch in der katholischen Kirche bei der Zählung der Kirchentage: kirchliche Feiertage und auch die Namenstage sind von dieser Regelung betroffen.

Die Schaltregeln

  • Nach der grundsätzlich weiterhin gültigen Julianischen Schaltregel weisen Jahre, deren Zahlen durch 4 dividiert natürliche Zahlen ergeben, im Februar einen 29. Tag ("Schalttag") auf und umfassen dadurch als Schaltjahre 366 Tage.
  • Die Gregorianische Schaltregel bestimmt hiervon eine Ausnahme: Keine Schaltjahre sind diejenigen Säkular-Jahre (Jahre, deren Zahl am Ende zwei Nullen aufweist), deren Zahl durch 400 dividiert keine natürliche Zahl ergibt. (Deshalb waren die Jahre 1700, 1800 und 1900 keine Schaltjahre, und auch die Jahre 2100, 2200 und 2300 werden keine Schaltjahre sein.)

oder:

  • Ist die Jahreszahl durch 4 teilbar, aber nicht durch 100, dann ist es ein Schaltjahr mit 366 Tagen. Beispiele: 1980, 1972, 1720.
  • Ist die Jahreszahl durch 100 teilbar, aber nicht durch 400, dann ist das Jahr ein gewöhnliches Gemeinjahr und hat nur 365 Tage, z. B. in den Jahren 1700, 1800 und 1900 oder überdies 2100.
  • Ist die Jahreszahl durch 400 teilbar, ist das Jahr ein Schaltjahr. Die Jahre 1600 und 2000 waren – in Übereinstimmung mit der Julianischen Schaltregel – Schaltjahre zu 366 Tagen.

oder

einfach zu merkende Regel:

  • Ein Schaltjahr ist alle vier Jahre (1992 und 1996 waren z.B. Schaltjahre)
  • alle hundert Jahre nicht (1700 und 1800 waren keine Schaltjahre)
  • und alle vierhundert Jahre doch (2000 war doch Schaltjahr)

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Orthodoxer Kirchenkalender

Das gregorianische Jahr ist rund 27 Sekunden zu lang. Als Ergebnis hinkt der gregorianische Almanach nach 1.600 Jahren um einen halben Tag hinterher. Deshalb schlug die griechisch-orthodoxe Kirche eine etwas kompliziertere Schaltregel vor: Abweichend vom gregorianischen Kalendarium sind die Jahrhunderte nur dann Schaltjahr, wenn sie durch 9 einzeln den Rest 2 oder 6 ergeben. Damit wäre das Jahr 2800 kein Schaltjahr, statt erst das Jahr 2900. Die Abweichung zum Sonnenjahr beträgt beim orthodoxen Kirchenkalender nur noch knapp 3 Sekunden.

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Französischer Revolutionskalender

In der Zeit, in der der Französische Revolutionskalender Gültigkeit hatte, waren die Jahre 3, 7 und 11 Schaltjahre.

Die ursprüngliche Regelung des Kalenders war, dass der erste Tag jedes Jahres auf die Herbst-Tag-und-Nacht-Gleiche fallen und jedes vierte Jahr ein Schaltjahr sein solle. Diese Forderungen bestreiten sich jedoch, und so schlug Charles Rommes, der Autor des Kalendersystems, eine dem Gregorianischen Kalendarium ähnliche Regelung vor. Er stieß jedoch aus politischen Gründen damit auf Widerstand. Durch die kurze Gültigkeit des Revolutionskalenders wurden die Diskussionen jedoch obsolet.

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Jüdischer Kalender

Im Jüdischen Kalender, einem nach dem Mond ausgerichteten Kalender, der durch komplizierte Regelungen dem Sonnenjahr angepasst wird, wird in allen Jahren, die bei einer Referat durch 19 einen Rest von 0, 3, 6, 8, 11, 14, oder 17 haben, ein Schaltmonat eingefügt. Er wird als Adar II bezeichnet.

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Islamischer Kalender

Im Islamischen Kalender ist die Bestimmung eines Schaltjahres äußerst schwierig. Nach einem gebräuchlichen System, das u. a. im GNU Emacs verwendet wird, sind alle Jahre, die bei einer Referat durch 30 einen Rest von 2, 5, 7, 10, 13, 16, 18, 21, 24, 26, oder 29 haben, Schaltjahre.

Nach diesem System haben im Islamischen Almanach alle geradzahligen Monate 30 Tage und alle ungeradzahligen Monate 29 Tage. In Schaltjahren wird dem letzten ungeradzahligen Monat ein Tag hinzugefügt, so dass er dann 30 Tage hat.

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Chinesischer Kalender

Schaltjahre im traditionellen, lunisolaren Chinesischen Kalender haben 13 Monate sondern der üblichen zwölf; mit 383, 384 oder 385 Tagen anstatt 353, 354 oder 355 Tagen in normalen Jahren.

Zur Berechnung zählt man die Anzahl der Neumonde zwischen dem elften Monat eines Jahres (dem Monat der Wintersonnenwende) und dem elften Monat des folgenden Jahres. Fallen in diesen Zeit 13 Neumonde, so wird ein Schaltmonat eingefügt. Der erste Monat, der keinen zhong qì enthält, erhält dieselbe Nummer wie der Vormonat mit einem Zusatz als Schaltmonat.

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Azteken-Kalender

Im Azteken-Kalender werden am Ende eines jeden 52-Jahres-Zyklus 13 Tage eingeschaltet. Daraus ergibt sich ein durchschnittliche Jahreslänge von 365 Tagen und 6 Stunden. Das weicht vom tropischen Jahr reichlich 11 Minuten ab. Die Genauigkeit dieser Schaltjahresmethode ist mit dem Julianischen Almanach vergleichbar.

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Atomzeit

Heute, im Zeitalter der Atomzeitmessung, muss gelegentlich eine Schaltsekunde eingefügt werden, um die Zeit der mittleren Sonnenzeit anzugleichen.


Siehe auch: Sommerzeit, Jahr, Gemeinjahr

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Weblinks

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(TID 4792)

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