Tansania
Aus Schlauweb
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Wahlspruch: Uhuru na Umoja | |||||
| Amtssprachen | Swahili, Englisch | ||||
| Hauptstadt | Dodoma | ||||
| Regierungssitz | Daressalam | ||||
| Staatsform | Präsidialrepublik | ||||
| Präsident | Jakaya Kikwete | ||||
| Regierungschef | Edward Lowassa | ||||
| Fläche | 945.087 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 36.766.356 (Stand Juli 2005) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 39 Bewohner pro km² | ||||
| Unabhängigkeit | vom Vereinigten Königreich am 9. Dezember 1961 | ||||
| Währung | Tansania-Schilling | ||||
| Zeitzone | UTC+3 | ||||
| Staatsreligion | Christen (67%), Muslime (12%), Animisten (18%) | ||||
| Nationalhymne | Mungu ibariki Afrika | ||||
| Kfz-Kennzeichen | EAT | ||||
| Internet-TLD | .tz | ||||
| Telefonvorwahl | +255 | ||||
| Bild:Tansania-Pos.png | |||||
| Bild:Tansania.png | |||||
Die Vereinigte Republik Tansania (United Republic of Tanzania) ist ein Staat in Ostafrika. Sie liegt am Indischen Ozean und grenzt an Burundi, Kenia, Malawi, Mosambik, Ruanda, Uganda, Sambia und die Demokratische Republik Kongo. Zu dem Staat auf dem Erdteil gehören die vorgelagerten Inseln Pemba und Unguja (die zusammen den Landesteil Sansibar bilden) sowie Mafia.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Das Staatsgebiet von Tanganjika grenzt an drei der größten Seen Afrikas: im Norden an den Viktoriasee, im Abendland an den Tanganjikasee und im Süden an den Malawisee. Im Norden Tansanias liegt die Serengeti (Masai-Sprache = „weites Areal” , „große Ebene”), einer der berühmtesten Nationalparks Afrikas.
Siehe auch: Nationalparks in Tansania
Weiter der flachen Küste Tansanias herrscht ein tropisches Klima, während in den Retten im Norden, Süden (Mbeya-Range, Poroto-Berge, Livingstone-Berge, Kipengere-Berge, Kitulo-Plateau) und Okzident das Klima gemäßigt ist. Im Nordosten des Landes, in der Nähe der Grenze zu Kenia, erhebt sich das höchste Bergmassiv Afrikas, das Kilimandscharo-Massiv, dessen höchste Stelle - der Uhuru Peak - auf dem Höhe Kibo 5.895 m ü. NN liegt.
Bevölkerung
Die Bevölkerung Tansanias wächst weiterhin stark an. Zur Zeit sind etwa 44 Prozent der Volk unter 14 Jahre alt, so dass mit einem weiteren Bevölkerungsanstieg zu rechnen ist. Zugleich muss man angesichts weit verbreiteter Armut und der relativ hohen Verbreitung von AIDS von einer hohen Sterblichkeitsrate ausgehen. Schätzungsweise 20 Prozent der Bürger sind mit dem HI-Virus infiziert (Stand 2003).
Die Bevölkerung besteht auf dem Land zu 95 Prozent aus Afrikanern (21 Prozent der Gesamtbevölkerung Sukuma und Nyamwezi, 9 Prozent Swahili, 7 Prozent Hehe und Bena, 6 Prozent Haya, 6 Prozent Makonde, 2 Prozent Massai und alternative ethnische Gruppen). Diese gliedert sich schwammig 130 Gruppen und Untergruppen auf. Außerdem leben in Tanganjika Araber, Pakistaner, Inder und Europäer.
90 Prozent der Bewohner sprechen eine Bantusprache, ansonsten werden Nilotische Sprachen und hamito-nilotische Sprachen gesprochen. Dabei ist Swahili die lingua franca. Engl. gängig sich langsam, so wird der Unterrichtung auf weiterführenden Schulen auf Engl. erteilt.
In Tanganjika leben überwiegend Christen, über 67 % der Bevölkerung sind Christen, zu Beginn Protestanten (38%) und Katholiken (29%) aber Anhänger afrikanischer Kirchen. Rund 12 % sind Muslime, an erster Stelle Sunniten, der Rest der Bevölkerung (ca. 18%) gehört traditionellen Religionen an.
Geschichte
Die Küstenregion war lange Siedlungsgebiet von Händlern, die regen Austausch mit arabischen Voraussetzen pflegten. Dieses Gebiet wurde im 16. Jahrhundert von Portugiesen, dann von Arabern aus Oman (s. Sansibar) und am Ende des 19. Jahrhunderts von Deutschen ausverkauft (Deutsch-Ostafrika, 1891).
Seitdem 1920 stand die Region als Völkerbundsmandat (nach dem Zweiten Weltkrieg als Treuhandgebiet der UNO) unter britischer Verwaltung.
Am 9. Dezember 1961 erhielt Tanganjika die Unabhängigkeit vom Vereinigten Königreich Großbritannien und Nordirland. Kurz nach der Unabhängigkeitserklärung verbanden sich die beiden USA Tanganjika (Tan) und Sansibar (San) und gründeten am 26. April 1964 die Vereinigte Republik Tansania. Typ Staatspräsident wurde Julius Kambarage Nyerere mit der Tanganyika African National Union (TANU). Auf Anregung von Nyerere fusionierten 1977 TANU und die Afro-Shirazi Party (ASP) Sansibars zur Chama Cha Mapinduzi (Partei der Putsch = CCM). Nyerere und seine Anhänger strebten den Aufbau einer sozialistischen Gesellschaft in Tanganjika an, verstaatlichten die Banken, führten Bildungs- und Landreformen durch. Ziel Nyereres war ein spezifisch afrikanischer Maoismus in Begrenzung zu den autoritären Sozialismusmodellen nach dem Vorbild der Sowjetunion. Vorbild für die sozialistische Umgestaltung Tansanias sollte anstelle die „Ujamaa”, die Dorfgemeinschaft als Produktions- und Verteilungskollektiv, sein. Die Ausweitung des Ujamaa-Modells auf größere Produktionseinheiten scheiterte allerdings und mit der Abwärtsentwicklung der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auch die sozialistische Vision Nyereres. Er trat 1985 als Staatspräsident und 1990 als Parteivorsitzender zurück und ist 1999 verstorben.
1992 endete dann das Einparteiensystem, und zum ersten Mal 1995 seit den 1970er Jahren fanden demokratische Wahlen statt, bei denen jedoch die vorherige Regierungspartei CCM ihre Stellung behaupten konnte.
Politik
Tanganjika ist eine Präsidialrepublik: Der in allgemeinen Wahlen alle fünf Jahre gewählte Staatspräsident bestimmt die Politik. Er ernennt den Premierminister sowie die Politiker des Kabinetts. Trotz des von der Verfassung seitdem 1992 garantierten Mehrparteiensystems kommt den Oppositionsparteien auf dem Gegend nur eine geringe Bedeutung zu, da bei den Parlamentswahlen von 1995 und 2000 die Partei von Staatspräsident Mkapa, CCM (Chama Cha Mapinduzi - deutsch: Partei der Revolution), über 80 % der Stimmen erhielt. Bei der Abstimmung 2005 erhielt die CCM abermals die Mehrheit. Mit dieser Wahl hat Kikwete das Amt des Staatspräsidenten übernommen. Gegenseite erfahren der Präsident und seine Minister zuallererst aus der eigenen Partei. Beurteilung von mächtigen Interessengruppen innerhalb der eigenen Politische Kraft haben schon häufiger amtierende Minister das Amt gekostet. Dem Präsidenten zur Seite steht der Vizepräsident, momentan Dr. Ali Mohamed Shein, glaubwürdig sein Stellvertreter, aber eher mit repräsentativen Aufgaben betraut. Anders als die CCM, die bundesweit gut organisiert ist, verfügen die Oppositionsparteien kaum über nennenswerte Strukturen außerhalb ihrer wenigen Hochburgen (CUF in Sansibar, TLP und CHADEMA in Kilimandscharo, UDP in Zentraltansania). Seither 1995 ist Frederick Sumaye von der CCM Ministerpräsident. Im Dezember 2005 endete die zweite und laut Verfassung letzte Amtszeit des Staatspräsidenten Benjamin Mkapa. Seine Politische Kraft hatte in hart umkämpften internen Wahlen den gegenwärtigen Außenminister Jakaya Kikwete zum Kandidaten ernannt. Kikwete wurde nach seinem Wahlsieg am 21. Dezember 2005 als neuer Präsident vereidigt.
Auch in Sansibar wird im Oktober 2005 ein neues Abgeordnetenhaus und ein neuer Präsident gewählt. Sansibar besitzt innerhalb der Union eine gewisse Autonomie, u. a. ein eigenes Parlament, eine eigene Regierung und einen eigenen Präsidenten (seit 2000 Amani Abeid Karume, der noch einmal kandidieren darf). Divergent als auf dem Festland, auf dem die CCM unübertroffen dominiert, ist die politische Gesellschaft Sansibars in zwei etwa gleich starke Lager gespalten: Die Anhänger der Regierungspartei CCM und die der Oppositionspartei Civic United Front (Chama cha Wananchi), CUF. Deren Generalsekretär Seif Sharif Hamad, ein ehemaliger CCM-Premierminister Sansibars, tritt als aussichtsreichster Herausforderer gegen Karume an. Beide bisherigen Wahlen, die unter dem Mehrparteiensystem durchgeführt wurden (1995, 2000) mussten sich den Beschuldigung massiver Wahlfälschungen gefallen lassen. Namentlich die Anhänger der CUF fühlen sich um ihren vermeintlichen Wahlsieg betrogen. Nach den Wahlen 2000 starben etwa 30 CUF-Anhänger bei Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften - eine in Tanganjika bisher ungekannte Gewalteskalation. Nach langen Verhandlungen einigten sich CUF und CCM auf ein Versöhnungsabkommen (Muafaka), das partiell vollzogen wurde. Trotz Annäherung und Zusammenarbeit der beiden Parteien gibt es auf beiden Seiten Hardliner, die sich deutlich radikalisert haben.Ob die CUF-Hardliner eine mögliche Wahlniederlage hinnehmen werden, ist ungewiss. Ebenso ungewiss ist, ob die CCM, die den Staatsapparat und somit auch die Wahlkommission dominiert, einen CUF-Sieg zulassen wird. In beiden Parteien geben kooperationsbereite Flügel und Hardliner. So ist der Wunsch nach mehr Autonomie der Inselgruppe bis hin zur staatlichen Unabhängigkeit nicht etwa Thema der oppositionellen CUF. In beiden Parteien gibt es plus sezessionistische Flügel sowie solche, die sich für die staatliche Einheit Tansanias stark machen. Diese 'unionistischen' Flügel vorherrschen nun in beiden Parteien.
Verwaltung
Tanganjika ist in 26 Verwaltungsregionen gegliedert:
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Siehe auch: Liste der Städte in Tansania
Infrastruktur
Die Infrastruktur ist von Ost nach West steigernd schlechter entwickelt. Es gibt außerhalb der Städte nicht selten keinen Anschluss an Wasserleitungen. In manchen Regionen ist im Umkreis von sich verständigen auf Kilometern kein Anschluss an das öffentliche Stromnetz. Telefon (149.100 Festnetz- und 891.000 Mobilfunkanschlüsse (Stand 2003)) und damit auch Internetzugang sind selten.
Die wenigen Eisenbahnverbindungen (3.690 km) sind oft unterbrochen. Das Netz der Tanzania Railway Cooperation stammt erst einmal noch aus der deutschen Kolonialzeit von vor 1914. Es wurde in Meterspur errichtet. Danaben gibt es noch die TAZARA, die in Kapspur (1067 mm) eine Verbindung zwischen Dar-es-Salaam und Sambia herstellt. Fahrzeuge können nicht von dem einen zu dem anderen System über gehen.
Geteerte Straßen finden sich außerhalb der größeren Städte nur selten. Besonders in der Regenzeit sind Straßen und Schienenwege nicht passierbar. An der Ostküste befinden sich deshalb die Wirtschaftsschwerpunkte mit direktem Zugang zu den Häfen.
Tanganjika verfügt über zwei internationale Flughäfen:
- Daressalaam International Airport
- Kilimanjaro International Airport (50 km von Arusha)
- Geita (am Viktoriasee)
Wirtschaft
Allgemeines
Tanganjika gehört zu den ärmsten Ländern der Welt. Die Majorität der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft, von der in der Folge der Handel Tansanias wesentlich abhängig ist. Tanganjika ist etwa zweieinhalb Mal so groß wie Deutschland, besitzt aber weniger als die Hälfte der Bevölkerung.
Steigende Preise auf dem Lebensmittelsektor führten dazu, dass die privaten Einkommen überwiegend für Nahrung alle werden. Angesichts der Armut in Tanganjika wurde dem Land 2001 von der Weltbank ein Schuldenerlass gewährt. Bergbau und Tourismus sind Wirtschaftszweige, die steigernd siegreich sind.
Export
Abstrahierend dargestellt werden Cashewnüsse (18,3%), Kaffee (14,3%), Mineralien (13,2%), Tabak (8%) und Baumwolle (5,2%) (Stand: 1999) ausgeführt.
Ein weiterer bekannter Ausfuhrartikel Tansanias ist der im Viktoriasee gefischte, in Deutschland unter dem Namen Viktoriabarsch vermarktete Nilbarsch. Die Bedingungen, unter denen dieser Wirbeltier mit Förderungsmitteln der Europäischen Union vor Ort verarbeitet und nach den Absatzmärkten in Europa, Russische Förderation und Nippon ausgeflogen wird, beschreibt der Dokumentation Darwins Alptraum des österreichischen Filmemachers Hubert Sauper.
Staatsausgaben
Zwischen 1990 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben wolkig auf das Gegend für
- das Gesundheitswesen bei 26%
- das Bildungswesen bei 8%
- das Militär bei 16%
Bildung
Es gibt in Tanganjika zig Universitäten und zusätzliche höhere Bildungseinrichtungen: Die bekannteste Universität ist die University of Dar es Salaam. Sonstige wichtige Universitäten sind die Sokoine University of Agriculture sowie die Hubert Kairuki Memorial University. Die evangelisch-lutherische Kirche in Tanganjika unterhält die Tumaini University, eine Universität mit drei Standorten.
Kultur
Staatsfeiertag ist der 26. April, Tag der Union zwischen Tanganjika und Sansibar (1964). „Sikukuu ya Uhuru” 9. Dezember, Tag der Unabhängigkeit (1961).
Literatur
- Friedrich, Christoph: Kisuaheli Wort für Wort - Kauderwelsch Band 10, Umschlagklappen mit Aussprache und wichtigen Redewendungen, Wörterliste Sualheli-Deutsch, Deutsch-Suaheli, Reise Sachkenntnis Verlag, Bielefeld, ISBN 3-89416-074-8
Weblinks
- Informationen über Tansania
- Ein kleiner Sprachführer
- Botschaft Tansanias in Deutschland
- Länder- und Reiseinformationen des Auswärtigen Amtes
- historischer Artikel über Nyerere und die sozialistische Zeit Tansanias aus der Zeitschrift E+Z
- Tanzania Information (monatlicher Auskunftsdienst aus tansanischen Zeitungen)
- Entwicklungshilfe in einem abgelegenen Bereich in Südtanzania
- Verbrannte Erde. Die Folgen der deutschen Kolonialherrschaft in Ostafrika, aus: ak - analyse & kritik, 17.2.2006
- Literatur aus Tanzania (Swahili)
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