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Tourismus

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Bild:GebauseAmEingangdes KiyomizuTempels inKyoto.JPG
Europäische Touristen vor dem Kiyomizu-Tempel in Kyoto (Japan)

Unter Tourismus (auch: Fremdenverkehr) versteht man die Spektrum aller durchgeführten Reisen.

Inhaltsverzeichnis

Herkunft und Wortbedeutung

Der Begriff Tourismus (engl. tourism, französisch tourisme, ital. turismo) geht zurück auf das französische Nomen le tour (= Reise, auch Rundgang/Spaziergang), ist aber erstmalig um 1800 im Englischen belegt; im Französischen taucht er 1816 auf und im Deutschen um 1830.

Die französischen Wörter tourisme und touriste wurden als offizielle Begriffe zum ersten Mal von der Société des Nations verwendet, um Reisende zu beschreiben, die reichlich 24 Stunden im Ausland verbringen. Mittlerweile wird unter Fremdenverkehr allerdings auch das inländische Gehen subsumiert. In Deutschland zum Beispiel wegfahren mehr Leute innerhalb des Landes als ins Ausland.

In aller Regel bezieht sich der Begriff in diesen Tagen auf die Reiseart der Urlaubsreise. Geschäftsreisende, Pilger, Persönlichkeit etc. werden kaum je als "Touristen" bezeichnet. Innerhalb des Urlaubssegments sind indes eine ganze Reihe von Zusammensetzungen zur Spezifizierung des Reisezwecks verbreitet. Beispiele sind etwa Bade-, Ski-, Wander-, Kultur- oder auchSextourismus. Bei wird der Begriff zuweilen kränkend zur Brandmarkung ansteigender, aber aus Sicht des Sprechers unerwünschter Reisetätigkeit in bestimmten urlaubsunabhängigen Bereichen verwendet (Asyl-, Abtreibungs-, Müll-, Drogen-, Alkohol-, Katastrophentourismus u.a.).

Das Bestimmungsort bezeichnet man überwiegend in der Schweiz als Touristendestination.

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Geschichte

Hauptartikel: Geschichte des Tourismus

Stark verfügte nur ein weniger Teil der Bevölkerung über die Mittel und die Zeit, auf Achse gehen zu können. Speziell Gehen zu Erholungszwecken waren weitgehend ein Privileg des Adels, der seine Söhne auf sog. Kavaliersreisen schickte, sowie später auch des gehobenen Bürgertums.

Eine Einbeziehen auch der einfacheren Stände erfolgte, bereitwillig zunächst in bescheidenem Maße, erst zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Einen Meilenstein stellte insoweit das Kraft durch Freude-Programm der Nationalsozialisten dar. Nach dem Zweiten Weltkrieg indes war ein sprunghafter Anstieg der Reisetätigkeit aller Bevölkerungsschichten zu verzeichnen. Der allgemeine wirtschaftliche Aufschwung führte in Deutschland und vielen anderen europäischen Ländern zum historischen neuen Phänomen des Massentourismus.

Bild:Spring break.jpg
Massentourismus am Strand

Besonders stark stiegen Reiseintensität und -häufigkeit in den letzten 30 Jahren an: So hat sich der Anteil der Reisenden an der Gesamtbevölkerung über 14 Jahre von 1954 bis 1989 von 24% auf 66,8% erhöht. Das entspricht einer Steigerung der Reisenden von 9,3 Mio auf 32,6 Mio jährlich. Dabei sind aus statistischen Gründen die Sich auf den Weg machen der ostdeutschen Bürger nicht berücksichtigt. Jedoch zeigt hier die Entwicklung nochmals eine erhebliche Steigerung.

Laut der 36. Reiseanalyse (RA) der Forschungsgemeinschaft Freizeit und Fahren (FUR), veröffentlicht im März 2006, liegt die Reiseintensität in Deutschland bei 73,6% und die Urlaubsreisehäufigkeit liegt bei 1,34 Reisen.

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Wachstumsgründe

Die Reiselust in den letzten hundert Jahren ist grundsätzlich auf die technischen und sozialen Veränderungen der Gesellschaft zurückzuführen. Durch den technischen Fortschritt ist die Welt, im übertragenden Sinne, geringer geworden. Es sich auf den Weg machen immer mehr Leute. Die Statistik sagte aus, dass genau 43 % Volk aus der Deutschland ins Ausland reisen.

Freizeitverhalten

Einer der wesentliche Gründe des steigenden Reisebranche ist das veränderte Freizeitverhalten der Bevölkerung, der sogenannte sozialen Fortschritt der Verkürzung der Tages-, Wochen- und Lebens-Arbeitszeit, die mehr Urlaub mit sich zog und damit das Bedürfnis, diese zur Genesung zu nutzen.

Noch nie hatte eine Generation soviel Freizeit. In den letzten 40 Jahren steigerte sich die werktägliche Ferien von 1,5 auf 4,1 Stunden, die Wochenendfreizeit steigerte sich von 1,5 auf 2 Tage und die Urlaubsdauer hat sich von 9 Tagen auf 31 Tage verdreifacht. Mit der Freizeitentwicklung ging eine geschwind Motorisierung und steigender Wohlstand einher, die alle beide die Reiselust der Deutschen an die Weltspitze stellten. Dazu kommt der Neigung immer häufiger und immer kürzer in den Freizeit zu fahren.

Angrenzend dem veränderten Freizeitverhalten haben Einkommensteigerungen, Wirtschaftswachstum, höhere Lebenserwartung und die zunehmende individuelle Mobilität zu einer explosionsartigen Zunahme des Reiseverkehrs geführt.

Kommerzialisierung

Ein weiterer Grund für die Zunahme des Fremdenverkehr ist die Kommerzialisierung. Zum einen schuf sie mit neuen Verkehrsmitteln wie Eisenbahn, Automobil und Flugzeug die Voraussetzungen für schnelles und bequemes Reisen. Zum anderen trug sie auch zur infrastrukturellen Erschließung von Tourismusorten bei. Zu diesem Punkt gehört der Entfaltung der Bettenkapazität, der Restauration, der verkehrstechnischen Voraussetzungen (Straßen, Schienen, Flughäfen, Häfen) und der entsprechenden Fahrzeug und Versorgungsstrukturen (Energie, Kanalisation, Fernmeldeeinrichtungen, Krankenversorgung, Kultureinrichtungen etc. ).

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Wirtschaftliche Bedeutung

Weltweit

Die Tourismuswirtschaft (Reisebranche) zählt global zu den größten Wirtschaftszweigen. 1997 erzielte sie nach Unterlagen der Welttourismusorganisation einen Gesamtumsatz von ca. 35 Billionen US-$. Sie absorbiert 11% der Konsumausgaben der westlichen Industriestaaten. Mit weltumspannend ca. 100 Mio. Beschäftigten ist sie der größte Unternehmer unter den Branchen. Grenzüberschreitende Gehen machen 25-30% des Welthandels im Dienstleistungsbereich aus. Höhere Umsätze werden höchstens noch in der Auto- und der Mineralölindustrie erzielt. Für etliche Regionen ist der Reisebranche zur wichtigsten Beschäftigungsgrundlage geworden.

Trotzdem sind die Einnahmen höchst ungleich verteilt, werden doch 50% davon von nur sieben Ländern (USA, Großbritannien, Frankreich, Italien, Spanien, Deutschland, Österreich) erzielt, während sich die gesamte Dritte Welt (ohne Ostasien/Pazifik) mit 5% der Einnahmen begnügen muss. Im Übrigen partizipiert die einheimische Bevölkerung hieran meist in unterdurchschnittlichen Maße, wird sie doch meist mit untergeordneten Aufgaben betraut, während die Führungstätigkeiten Ausländern reservieren bleiben und die Lebenshaltungskosten für alle gleichermaßen steigen. Außerdem fließt ein Teil der Tourismuseinnahmen so gesehen wiederum in die Herkunftsländer der Reisenden zurück, als dort Ausstattung für die touristische Infrastruktur gekauft werden muss.

Deutschland, Incoming-Tourismus

In Deutschland erzielte die Tourismusbranche mit 2,8 Mio. Beschäftigen einen Umschlag von 140 Mrd. €. 116 Mio. Gäste verbrachten 339 Mio. Übernachtungen in 54.166 Unterkünften mit ca. 2,6 Mio. Betten. 4.000 der 12.431 Gemeinden Deutschland sind in Tourismusverbänden organisiert, 310 davon sind als Heilbäder oder Kurorte anerkannt. Den Gästen stillstehen u.a. 6.135 Museen, 366 Theater, 34 Freizeit- und Erlebnisparks, 45.000 Tennisplätze, 648 Golfplätze, 122 National-/Naturparke respektive Biosphärenreservate, ein Wanderwegnetz von 190.000 km sowie 40.000 km Radfernwege zur Verfügung.

Verteilung und Herkunft der Touristen in Deutschland
Bundesland ÜN in
Mio.
______ Herkunftsland ÜN in
Mio.
Anteil
in %
Bayern 73,7 Deutschland 293,4 86,8
Baden-Württemberg 40 Ausland, davon: 45,4 13,2
Nordrhein-Westfalen 37,7 Niederlande 8,0 17,7
Niedersachsen 34,5 USA 4,3 9,5
Hessen 24,9 Großbritannien 3,8 8,3
Mecklenburg-Vorpommern 24,4 Schweiz 2,9 6,4
Schleswig-Holstein 22,1 Italien 2,5 5,5
Rheinland-Pfalz 19,8 Frankreich 2,0 4,3
Sachsen 15,2 Belgien 1,9 4,3
Berlin 13,3 Österreich 1,9 4,2
Brandenburg 9,3 Dänemark 1,6 3,5
Thüringen 8,5 Schweden 1,4 3,0
Hamburg 5,9 Japan 1,3 2,8
Sachsen-Anhalt 5,9 Spanien 1,2 2,7
Saarland 2,2
Bremen 1,4
Quelle: Statistisches Bundesamt, Deutsche Hauptsitz für Fremdenverkehr

Deutschland, Outcoming-Tourismus

2004 unternahmen Deutsche 274 Mio. Reisen, von denen 73% ins Inland führten. Dabei buchten sie 1,4 Mrd. Übernachtungen und gaben 120 Mrd. € aus, von denen 61,4 Mrd. € auf Auslandsreisen entfielen.

Bei 65 Mio. Aufbrechen handelte es sich um Urlaubsreisen (Zweck: Erholung; Mindestdauer: 4 Übernachtungen). 48,1 Mio. Deutsche über 14 Jahre haben an mindestens einer Urlaubsreise teilgenommen, was einer Reiseintensität von 74,4% entspricht. Das beliebteste Bestimmungsort dabei war Deutschland selbst mit 30,8%, woraus allein 6,7 Prozentpunkte auf Bayern entfielen. Auf den Plätzen folgten Spanien mit 13,6%, Italien mit 7,4%, Österreich mit 6,5% und die Türkei mit 6,4%. 6,1% entfielen auf Fernreisen. Bei 48% der Sich auf den Weg machen erfolgte die An- und Fahrtbeginn mit dem Pkw, bei 36% mit dem Flugzeug, bei 10% mit dem Bus und bei 6% mit der Bahn. Die Reisedauer betrug durchschnittlich 12,9 Tage, die Kosten € 812.- pro Person.

Weitere Informationsquellen

Hauptstelle Informationsstelle für Konsumenten und Tourismuswirtschaft ist in Deutschland die Deutsche Hauptsitz für Reisebranche (DZT). Für Konsumenten und Tourismuswirtschaft in Österreich ist die Österreich Werbung zentrales Portal und Anlaufstelle. In der Schweiz gibt es zwei Dachverbände, welche die Interessenvertretung des Fremdenverkehr wahrnehmen. Schweiz Tourismus als Marketingorganisation. Auf politischer und wirtschaftlicher Ebene betreibt der Schweizer Tourismus-Verband (STV) das Lobbying.

Fremdenverkehr kann in Deutschland meist als Kern innerhalb der BWL, passend der Geographie oder als eigener Studiengang Tourismus/Touristik oder Tourismus-BWL gelehrt werden. An der Fachhochschule Eberswalde existiert ein Studiengang nachhaltiger Tourismus.

Bild:PenangPedicab67.jpg
Amerikanische Touristin in Malaysia (1967)

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Kritik

Der Anstieg des Reisebranche hat in den bereisten Ländern und Regionen oft gravierende Folgen für Natur und Kultur:

Für die Touristen muss die entsprechende Infrastruktur (Hotelanlagen, Straßen, Transportmöglichkeiten bis hin zu speziell errichteten Flughäfen) errichtet werden. Auf Natur, Kultur und traditionelle Strukturen wird dabei oft keine Rücksicht genommen. Je stärker die Anpassung an die Erfordernisse des Massentourismus ist, desto eher werden lokale kulturelle Traditionen nur noch als Show und Inszenierung für die Touristen weitergeführt. Der Fremdenverkehr wird so zur Monokultur, der sich ganze Landstriche aus Profitgründen unterordnen. Der Reisebranche ist damit, sowohl die Unterhaltungsindustrie, Teil der ökonomischen Globalisierung, die in vielen Teilen der Welt zu einer „Verwestlichung“ führt. Touristen gehen in als solche beworbene und wahrgenommene „exotische (Urlaubs-)Paradiese“ und tragen gerade dadurch mit dazu bei, dass die kulturellen Eigenheiten dieser Länder zurückgedrängt werden. Das „Fremde“ wird den Wünschen und Vorstellungen der Gäste angepasst und damit zur Kulisse.

Bild:B737-Virgin Express-2002.06.18.jpg
Startendes Kiste

Beträchtlich sind auch die Schäden an Umwelt und Natur: Zu nennen ist zunächst die besonders durch die Reisetätigkeit selbst hervorgerufene Luftverschmutzung. Die Schwefeldioxid- und Kohlenmonoxid-Belastung selbst in kleineren Fremdenverkehrsorten wie Davos oder Grindelwald erreicht oft das in Großstädten übliche Stufe und überschreitet ab und zu etwa die in den USA zugelassenen Grenzwerte. Fatal wirkt sich so gesehen die becvorzugte Gebrauch emissionsintensiver Fahrzeug wie Auto und Flugzeug aus. Aber auch Wasser und Boden sind vielfachen Belastungen etwa durch das Öl von Kraftfahrzeugen und Sportbooten, aber auch die Sonnenschutzmittel der in großer Zahl etwa die Mittelmeerküsten belagernden Badereisenden ausgesetzt.

Ein großes Problem stellt der von Touristen zurückgelassene Müll dar. Einerseits fällt er während des Urlaubs in größen Pro-Kopf-Mengen an als zuhause. Zuvor aber kann er etwa in Gebirgsgegenden oder an Stränden häufig nur mit ungleich größeren Schwierigkeiten entsorgt werden als in den ausgebauten Infrastrukturen der Städte. Die allein in den österreichischen Bergwiese zurückgelassene Abfallmenge wird auf jährlich ca. 4.500 Tonnen geschätzt, die Abwassermenge auf 90.000 Kubikmeter.

Weiter führt Reisebranche zum verstärkten Verbrauch natürlicher Ressourcen: So bringt etwa gerade in Ländern der Dritten Welt die Lebensweise westlicher Touristen mit ihren Klimaanlagen und Swimmingpools einen problematischen Anstieg des Energie- und Wasserverbrauchs mit sich. Letzter verursacht wiederum häufig ein ein Abstürzen des Grundwasserspiegels mit all seinen Konsequenzen für die örtliche Trinkwasserversorgung und die Bewässerung in der Landwirtschaft.

Schließlich beeinträchtigt Reisebranche mehrfach auch bestehende Naturräume, Biotope und Ökosysteme, und damit die Lebensgrundlage für Tiere und Pflanzen. Partiell ist dies auf die mit der Errichtung von Unterkünften und Ferienanlagen typischerweise verbundene Bodenversiegelung zurückzuführen. Zu nennen sind weiter die u.a. durch Rodungen für Skipisten, Langlaufloipen und Wanderwege bedingte Erosion, die Schädigung von Wasserbiotopen durch Segler, Surfer und Taucher, sowie die Störung der einheimischen Fauna etwa durch Langläufer und Tiefschneefahrer.

Genannt sei in diesem Zusammenhang schließlich auch die ästhetische Verunstaltung gewachsener Natur- und Kulturlandschaften durch touristische Infrastrukturen.

Demgegenüber entstand seit Beginn der 1980er Jahre eine Gegenbewegung, der so genannte „Sanfte Tourismus“. Dabei sollen Vorstellungen eines umwelt- und sozialverträglichen Reisens zu einer Lösung, wenigstens aber Entschärfung, der mit dem Fremdenverkehr verbundenen Probleme beitragen. Er fördert die nachhaltige Benutzung touristischer Gegebenheiten, Respekt vor den kulturellen Traditionen der bereisten Länder und einen schonenden Umgang mit den natürlichen Ressourcen. Während Hauptträger dieser Bewegung eher problembewußte Individualreisende sowie kleinere alternative Reiseveranstalter sind, werden einzelne Elemente aber auch - schon aus Imagegründen - von den etablierten Marktführern der Tourismusbranche aufgegriffen.

Nicht liegen bleiben darf auch, dass die ökonomischen Interessen der mächtigen und finanzstarken Tourismuswirtschaft mehrfach aber gerade auch zum Schutz und Erhaltung gefährdeter Naturräume beigetragen haben. Eine intakte und ästhetisch reizvolle Umwelt zählt schließlich zum wichtigsten Kapital der Branche, wenn nicht zu ihren Existenzbedingungen. So wurden etwa Feuchtgebiete auf Jamaika und kanadische Wälder ebenso aus touristischen Erwägungen erhalten und geschützt wie afrikanische Großwildbestände oder Bauerhäuser in der Toskana. Benachbart hat der Reisebranche vielerorts vom Niedergang bedrohte Wirtschaftszweige erhalten und - wie etwa in den Westalpen - der Entvölkerung ganzer Landstriche entgegengewirkt.

Während etliche Kritiker zuerst die Folgen des Reisebranche beschreiben, stellte der französische Filmemacher und Situationist Guy Debord (1931-1994) in „Die Gesellschaft des Spektakels“ den Reisebranche selbst in Frage. Er beschrieb das „Wesen des Tourismus“ in folgender Weise: "Das Nebenprodukt der Warenzirkulation, die als Konsum betrachtete menschliche Zirkulation, d.h. der Tourismus, läßt sich im wesentlichen auf die Muße zurückführen, das zu besichtigen, was banal geworden ist. Die wirtschaftliche Erschließung des Besuchs verschiedener Orte ist bereits von selbst die Garantie ihrer Äquivalenz. Dieselbe Modernisierung, die der Reise die Zeit entzogen hat, hat ihr auch die Realität des Raums entzogen."

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Zukunftaussichten

Prognosen über die Entwicklung des Reisebranche begegnen erheblich größeren Schwierigkeiten als in anderen Wirtschaftszweigen. Partiell hängt dies damit zusammen, dass zentrale ökonomische Begriffe im Tourismusbereich oft weniger eindeutig definiert sind. In großem Maße vage und konturlos ist schon das touristische Produkt: Populär werden von den Reisenden nämlich nicht nur materielle Leistungen wie Unterkünfte oder Transfers, für auch und wenn schon in erster Linie immaterielle "Attraktionen" wie Sehenswürdigkeiten, reizvolle Landschaften, bestimmte Wetterverhältnisse, Urlaubsglück und Erholung, Stimmungen und Träume aller Art, die weder herstell- noch erneuerbar sind und sich grundsätzlich sämtliche ökonomischen Bewertung entziehen. Auch der touristische Konsum lässt sich nur schwer quantifizieren, werden doch etliche von Touristen nachgefragten Güter und Dienstleistungen wie etwa Leistungen der Gastronomie und des Verkehrsbereichs auch von Einheimischen genutzt, ohne dass eine Grenzlinie möglich wäre. Auch fehlt es an zuverlässigen Methoden den Kapitaleinsatz zu berechnen.

Die Unschärfe der Begriffe erschwert auch die Erhebung einer verlässlichen Datenbasis. Als andere Unwägbarkeit kommt hinzu, dass das Nachfrageverhalten der Touristen in sehr viel stärkerem Maße von irrationalen, subjektiven Determinanten bestimmt wird als das anderer Marktteilnehmer. In die Entscheidung fließen oft diffuse, von Zeitströmungen, Modetrends und kulturellen Prägungen abhängige Erwartungen, Bedürfnisse und Motive ein, die schwer analysierbar sind und auch durch gezielte Produktwerbung nur in sehr begrenztem Maße manipuliert werden können. Schließlich ist das touristische Produkt weder transport- noch lagerfähig: Es muss am Ort seiner Entstehung zu einem bestimmten festgelegten Zeitpunkt konsumiert werden, der Reisende muss sich also rechtzeitig zum Produkt hinbegeben. Unvorhersehbare Störungen wie Naturkatastrophen, Terrorismus, Bürgerkriege, Streiks u.ä. wirken sich daher auf den Reisebranche erheblich fataler aus als auf übrige Branchen.

All diese Probleme führen dazu, dass ökonomische Theorien nur sehr allgemeine und pauschale Aufstellen zur Entwicklung der Tourismusbranche treffen können, wie etwa dass die Kosten der Raumüberwindung weiter abnehmen werden, eine stärkere Diversifikation bei Angebot und Nachfrage zu beobachten sein werde, und die Freizeit "in vielen Fällen durch über ein Beweggrund bestimmt" sind. Vereinzelte Versuche, durch eindrucksvolle mathematische Formeln und Modelle ein objektiv nicht vorhandes Maß an Objektivität und Rationalität vorzutäuschen, vermögen daran nichts zu ändern.

Die Schwierigkeit bei der Aufstellung verlässlicher Prognosen hat wieder und wieder zu katastrophalen Fehlinvestitionen geführt. Bekanntestes Beispiel ist der 1992 eröffnete Freizeitpark Eurodisney bei Paris, der seinen Betreibern allein in den ersten beiden Jahren fast 1 Mrd. € Verlust eingebracht hat. Aber auch großangelegte Ferienanlagen an der Costa del Sol und den Westalpen sowie der verstärkte Zusatz der Hotelkapazitäten in westdeutschen Großstädten in den Siebziger Jahren haben sich als ökonomische Fehlschläge erwiesen.

Zu den wichtigsten determinierenden Zukunftsfaktoren des Fern-Tourismus dürfte künftig die Entwicklung des Erdölpreises gehören. Da der Fern-Tourismus in erster Linie mit dem Luftfahrzeug abgewickelt wird, kann ein stetig ansteigender Kerosinpreis - zum Beispiel stimmig des Peak-Oil-Phänomens oder zufolge von politischen Krisen- und damit einhergehenden Treibstoff-Verknappungslagen - direkt das Nachfrageverhalten der Klientel beeinflussen. Es wird bei Experten (z. B. bei der "Ludwig-Bölkow-Systemtechnik GmbH", einer Gründung des einstigen Flugpioniers Ludwig Bölkow, oder bei der "Deutschen Bank") damit gerechnet, dass sich schon auf mittlere Sicht der Reisebranche stärker auf den nationalen bzw. regionalen Nahbereich konzentrieren und der Fern-Tourismus in gleichem Maße an Bedeutung verlieren könnte, wie die Treibstoffpreise global zunehmen werden.

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Tourismus als Forschungsgegenstand

Hauptartikel:Tourismuswissenschaft
Hauptartikel:Geschichte des Tourismus
Hauptartikel:Geschichte der Tourismuswissenschaft

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Siehe auch

Bild:Wikiquote-logo.png
   

(TID 646251)

Wikiquote: Tourismus – Zitate

(TID 223246)

Bild:Wiktionary-ico-de.png

(TID 646251)

Wiktionary: Tourismus – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

(TID 222120)


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Weblinks

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zh:旅游

(TID 103582)

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