Tschechien
Aus Schlauweb
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| Amtssprache | Tschechisch | ||||
| Hauptstadt | Prag | ||||
| Staatsform | Parlamentarische Republik | ||||
| Präsident | Václav Klaus | ||||
| Ministerpräsident | Jiří Paroubek | ||||
| Fläche | 78.884 km² | ||||
| Einwohnerzahl | 10.251.079 (31. Dezember 2005) | ||||
| Bevölkerungsdichte | 130 Bevölkerung pro km² | ||||
| Gründung | 1. Januar 1993 | ||||
| Währung | Tschechische Krone (CZK) | ||||
| Religionen | 26,8 % Katholiken; 59 % Konfessionslose; 2,3 % Protestanten; 3,2 % Sonstige | ||||
| Zeitzone | UTC +1 | ||||
| Nationalhymne | Kde domov můj? | ||||
| Kfz-Kennzeichen | CZ | ||||
| Internet-TLD | .cz | ||||
| Vorwahl | +420 | ||||
(TID 276742)
) liegt in Mitteleuropa und grenzt an Deutschland (810 km) im Abendland und Nordwesten, an Polen (762 km) im Norden, die Slowakei (252 km) im Orient und Österreich (466 km) im Süden.
Tschechien umfasst herkömmlich die drei historischen Länder Böhmen, Mähren und Mährisch-Schlesien. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden diese in acht Regionen aufgeteilt (6 für Böhmen, 2 für die anderen beiden Landesteile), seit dem Jahr 2000 gilt eine neue Verwaltungsgliederung in 14 Regionen (siehe auch Verwaltungsgliederung Tschechiens). Der Staat wurde 1999, 8 Jahre nach Auflösung des Warschauer Vertrags Subjekt der NATO und trat am 1. Mai 2004 der Europäischen Union bei.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie
Tschechien hat durch seine Randgebirge eine topografisch klare Gliederung: es besteht aus mehreren Beckenlandschaften, die von Gebirgen umgeben und unterteilt werden. Deswegen sagt man z. B. in Oberösterreich „ich fahre nach Böhmen hinein“ - und nicht hinüber.
An der Südwestgrenze Tschechiens liegt der Böhmerwald (Šumava, 1.000 bis 1.400 m), im Nordwesten das Erzgebirge (Krušné Hory, Keilberg 1.244 m) und im Norden die Sudeten (Sudety), welche im Riesengebirge (Krkonoše) mit der Schneekoppe 1.602 m (tschech. SnÄžka) erreichen. Südöstlich des Erzgebirges breitet sich zu beiden Seiten der Elbe (tschech. Labe) das Böhmische Mittelgebirge aus.
Böhmen und Mähren werden durch die niedrige Böhmisch-Mährische Höhe (600 bis 800 m) voneinander getrennt. Mähren hat im Orient Anteil am Karpatenvorland und im Süden am Wiener Becken. Seine Ostgrenze zur Slowakei bilden die Beskiden und Weißen Karpaten, und nur die Südgrenze zu Niederösterreich bildet großteils ein Fluss - die stark mäandrierende Thaya (Dyje).
Auf den Gipfeln vom Böhmerwald, Böhmischen Mittelgebirge, den Beskiden und dem ersten Ausläufer der Karpaten verläuft die Europäische Wasserscheide.
Die Beckenlandschaften sind sehr fruchtbar. So wird in Böhmen, zu Beginn im Saazer Becken, Hopfen angebaut (Böhmen ist eines der traditionellen Bierbrauerländer), in Mähren wird Wein angebaut.
Tschechien liegt in der gemäßigten Temperaturzone der Erde. Die Jahresdurchschnittstemperatur beträgt 7,9 °C bei milden Wintern (Februar: 0,5 °C) und kühlen Sommern (Juni: 18,6 °C). Die Jahresniederschlagssumme beträgt 508 mm in Prag; ein relativ weniger bedeutend Wert angesichts der Lee-Lage östlich bzw. südöstlich des Böhmerwalds, des Oberpfälzer Walds und des Erzgebirges. Alle zwölf Monate sind humid.
Bevölkerung
Bevölkerungsanzahl: 10,25 Mio. Bürger (Dezember 2005)
Ethnische Gruppen: Tschechen 94 %; Slowaken 3 %; Minderheiten von Polen, Deutschen, Ungarn und Roma in der Regel 3 %
Flüchtlinge: 1297
Bevölkerungsverteilung: in Städten 75 %; auf dem Land 25 %
Lebenserwartung: Männer 72 Jahre; Frauen 79 Jahre
Altersstruktur: 0-14 Jahre 15,4 %; 15-64 Jahre 70,6 %; über 65 Jahre 14,0 %
Bevölkerungswachstum: -0,08 % (2005)
Fruchtbarkeitsrate: 1,2 Geb./Frau
Größte Städte
| Stadt | Kraj | Bevölkerung 1. März 2001 | Bevölkerung 31. Dez. 2004 |
|---|---|---|---|
| Prag | Hlavní mÄsto Praha | 1.169.106 | 1.170.571 |
| Brno | Jihomoravský | 376.172 | 367.729 |
| Ostrava | Moravskoslezský | 316.744 | 311.402 |
| Plzeň | Plzeňský | 165.259 | 162.627 |
| Olomouc | Olomoucký | 102.607 | 100.752 |
| Liberec | Liberecký | 99.102 | 97.400 |
| České Budějovice | JihoÄeský | 97.339 | 94.622 |
| Hradec Králové | Královéhradecký | 97.155 | 94.694 |
| Ústí nad Labem | Ústecký | 95.436 | 93.859 |
| Pardubice | Pardubický | 90.668 | 88.181 |
| Havířov | Moravskoslezský | 85.855 | 84.784 |
| Zlín | Zlínský | 80.854 | 78.599 |
| Kladno | StředoÄeský | 71.132 | 69.355 |
| Most | Ústecký | 68.263 | 67.815 |
| Karviná | Moravskoslezský | 65.141 | 63.467 |
| Frýdek-Místek | Moravskoslezský | 61.400 | 59.897 |
| Opava | Moravskoslezský | 61.382 | 59.843 |
| Karlovy Vary | Karlovarský | 53.358 | 51.537 |
| Děčín | Ústecký | 52.506 | 51.820 |
| Teplice | Ústecký | 51.060 | 51.193 |
| Chomutov | Ústecký | 51.007 | 50.176 |
| Jihlava | VysoÄina | 50.702 | 49.865 |
| Přerov | Olomoucký | 48.335 | 46.938 |
| Prostějov | Olomoucký | 48.159 | 47.165 |
| Jablonec nad Nisou | Liberecký | 45.266 | 44.571 |
| Mladá Boleslav | StředoÄeský | 44.255 | 42.972 |
Siehe auch: Liste der Städte in Tschechien, Liste deutscher Bezeichnungen tschechischer Orte, Nationalparks in Tschechien, Liste der Naturschutzgebiete in Tschechien
Staats- und Landesname
Tschechien/Tschechische Republik
Laut der Staatenliste auf der Webpage des deutschen Auswärtigen Amtes ist die Synopsis „Tschechien“ nur im nichtamtlichen Verwendung zulässig. Laut Duden, entsprechend dem Wunsch der tschechischen Behörden, entsprechend dem alltäglichen Verwendung immerhin in Tschechien selbst sowie gemäß tschechischen Normen über die Verwendung fremdsprachlicher Äquivalente des Staatsnamens ist jedoch „Tschechien“ eine übliche Synopse sowie das geografische Äquivalent der Langform („Tschechische Republik“) des Staatsnamens und ist somit mit Namen wie Frankreich, Deutschland, Polen etc. völlig gleichwertig.
Die Tatsache, dass die Kurzfassung auswärtig als nicht amtlich gilt, ist wohl auch darauf zurückzuführen, dass die englische (nicht jedoch die tschechische) Kurzfassung in der entsprechenden Tabelle der UNO (vom Kartographischen Tätigkeit herausgegeben) in den 90er Jahren fehlte. Ganz Staat muss hier selbst eine Zusammenfassung angeben, der Kartographische Tätigkeit hat dazu keine Befugnis. Gerade dies hat die Tschechische Republik jedoch versäumt, so dass nach Ablauf der Zeit hier ebenso die Langform eingetragen wurde. Aber schon 1993 empfahl das Außenministerium in einem Note an die tschechischen Botschaften die Verwendung der Zusammenfassung als zulässig und äquivalent.
Tschechien/Tschechei und Geschichtliches
Wegen der Auflösung (Teilung) der Tschechoslowakei am 1. Januar 1993 musste die deutsche und tschechische offizielle Bezeichnung für den neuen Staat beschlossen werden. Eine tschechische staatliche Ausschuss schlug ehedem die deutsche Bezeichnung Tschechien vor, zumal offizielle tschechische Kreise auch darum ersuchten, die Form „Tschechei“ nimmer zu benutzen (siehe dazu unten). Das deutsche Auswärtige Amt zieht allerdings in seiner Namensliste die längere Form Tschechische Republik vor und bezeichnet Tschechien (tschech. Äesko) ausdrücklich als nichtamtlich.
Alle beide neuen Namen waren wie auch für Deutschsprachige sowie für die Tschechen gewöhnungsbedürftig und sind es für Teile der deutschen Bevölkerung noch immer. Da es sich aber um eine Deklaration handelt, sollte im offiziellen Verwendung ausschließlich Tschechien oder Tschechische Republik verwendet werden.
Sowohl .... als auch die Bezeichnung Tschechien wie auch Tschechei wurden geschichtlich verwendet. Tschechien ist die ältere Form und schon 1876 besetzt (Österreich-Ungarn: Anlehnung an Kroatien und Slawonien). Tschechei ist aber (außer in Teilen Preußens) erst 1918 nach Bildung der Tschechoslowakei aufgekommen - als Kontamination von Tscheche + Slowakei oder als Kontraktion von Tschech[oslowak]ei. Tschechei bezeichnete aber ab und zu auch den Gesamtstaat Tschechoslowakei, nicht nur den westlichen Teil. Eine breitere Verwendung des Wortes Tschechei ist erst seit den 1930er Jahren festzustellen. Gleichzeitig kam der ältere Begriff Tschechien außer Gebrauch, so dass er dieser Tage von vielen als „Neukonstrukt“ empfunden wird.
Hinzu kommt, dass die Bezeichnung Resttschechei negativ voll ist, weil sie der Propaganda der NS-Diktatur während der Zerschlagung der Tschechoslowakei entstammt (1938/39). Der negative Laut übertrug sich bei den meisten Tschechen auch auf den Begriff Tschechei, wenngleich der Begriff kurz vor- und nachher auch in anderem Zusammenhang verwendet wurde. Es war jedoch immer ein Begriff von nicht offizieller Natur. In Erwägung der obigen Argumente haben deutsche und österreichische Sprachforscher sowie die tschechische Regierung beschlossen, den Begriff Tschechien für die 1992 neu entstandene Tschechische Republik zu forcieren. Dementsprechend ist auch seit 1992 in deutschen Nachschlagewerken ausschließlich Tschechien als Synopse für „Tschechische Republik“ vorzufinden.
Die Tschechen selbst stellen sich die analoge Fragestellung etwas anders. Das Wort Čechy ist das tschechische Wort für Böhmen (d.h. ohne Mähren und Schlesien), es wird aber fälschlicherweise zuweilen auch für Mähren und Schlesien verwendet. „Äesko“ [tschessko] ist das tschechische Wort für Tschechien. Der Begriff wurde aber vor 1992 selten verwendet - außer in Fachkreisen, eher archaisch, und mit Ausnahmefall der Jahre 1918 und 1968 als logischer Parallelbegriff zu Slovensko (deutsch Slowakei). Er war der Öffentlichkeit eigentlich völlig unbekannt, während er im offiziellen Wörterbuch der tschechischen Sprache sowie in den Terminologielisten tragen war. „Äesko“ ist ähnlich wie Tschechien und Tschechei keine Neubildung, da der Begriff schon 1777 besetzt ist. Die Eigenschaftswörter für „tschechisch“ und „böhmisch“ sind in der tschechischen Sprache gleichartig (český).
Da sich erstmal die englischsprachige Welt und partiell die ältere Generation Tschechiens weiterhin weigert, die neu entstandene Form „Äesko“ (Czechia) zu verwenden, mit dem Fehlen eines kurzen Namens aber diverse wirtschaftliche und alternative Schwierigkeiten verbunden sind, musste der tschechische Senat 11. Mai 2004 in einer Sondersitzung die Verwendung von „Äesko“ zugunsten von „Äeská republika“ glaubwürdig empfehlen (Kodifizierung und offizielle Empfehlungen gab es jedoch schon vorher). In den 1990er Jahren gab es teils eine Art Medienstreit: die Kurzform „Äesko“ galt bei einem großen Teil der älteren Bevölkerung als minderwertig - obschon im Tschechischen eine analoge Wortform schon immer für sehr diverse Neue Welt (von Irland (Irsko) bis Nippon (Japonsko)) allgemein verwendet wurde.
der Markt von Cheb/Eger - Westböhmen |
Innenansicht der Wandelgang in Marienbad - Westböhmen |
Blick auf Litoměřice von der Brücke über die Elbe - Nordböhmen |
Die Elbe zwischen Litoměřice und Ústí nad Labem |
Geschichte
Hauptartikel: Geschichte Böhmens, Geschichte Tschechiens
- 2. Jh. v. Chr.: Teile des Gebiets des heutigen Tschechiens sind von dem keltischen Stamm der Boier besiedelt, dessen lateinischer Name, Boiohaemum, die Namensgebung für Böhmen ist.
- Anfang des 1. Jh. nach Chr.: Die Kelten werden von den einwandernden Markomannen verdrängt oder assimiliert.
- 4.-5. Jh.: Völkerwanderungszeit
- ca. 6. Jh.: Eintreffen der Slawen, ihr Ursprung wird östlich des Dnjepr vermutet.
- 623-658: Samos Reich.
- 768-814: Böhmen ist vielleicht fränkische Herrschaftssphäre unter Karl dem Großen.
- 8. Jh-833: Mährisches Fürstentum in Mähren
- 833: Großmähren unter Fürst Mojmír I. (gefolgt von den Fürsten Rastislav – 894 und Svatopluk - 871)
- 864: Eintreffen der byzantinischen Mönche Kyrill und Method in Großmähren, slawische Liturgie.
- 869: Kyrill stirbt, Ende der byzantinischen Mission.
- 888/890-895: Böhmen ist Teil des Großmährischen Reichs
- 894: Rastislavs Nachfolger Svatopluk stirbt, Beginn des Zerfalls des Großmährischen Reichs, Rückkehr zur westlichen lateinischen Kirche und Kultur.
- 895: Fürst Spytihněv akzeptiert in Regensburg ostfränkische Höchste Staatsgewalt über Böhmen
- 907: Zerfall Großmährens
- 929: Der Přemyslide Wenzel (Hl. Wenzel), (später fälschlicherweise König Wenzel in einem Weihnachtslied genannt) wird von seinem Bruder Boleslav ermordet und wird der Schutzheilige des Landes.
- 973: Der Heilige Wolfgang, Pfarrer von Regensburg, erteilt seine Erlaubnis zur Gründung eines Bistums in Prag, zweiter Vikar wird der Heilige Adalbert (VojtÄch).
- 1003: Boleslaw I. von Polen erobert Böhmen (bis 1004)
- 1031: Mähren wird Böhmen angeschlossen (und 1182 zur Markgrafschaft erhoben)
- 1038: Břetislav I. von Böhmen fällt in Polen ein und entführt die Knochengerüst Adelberts aus Gnesen
- 1085: Der Přemyslide Vratislav II. wird zum ersten böhmischen König gekrönt (der Titel ist ihm von Heinrich IV., dem Kaiser des Anbeten Römischen Reiches, verliehen worden).
- 1212: Goldene Bulle von Sizilien, Kaiser Friedrich II. bestätigt Ottokar I. Přemysl (Erblichkeit des Königstitels).
- 1300: Böhmisch-Polnische Personalunion unter Wenzel II. und Wenzel III. (Titularkönig in Polen)
- 1306: Wenzel III. wird in Olmütz ermordet, Ende der Přemyslidendynastie.
- 1311-1346: Johann von Luxemburg, Sohn des römischen Kaisers Heinrich VII. heiratet Elisabeth von Böhmen, die Tochter von Wenzel II. und wird böhmischer König.
- 1347: Karl IV., sein Sohn, wird (als Karl I.) König von Böhmen.
- 1348: Gründung der Prager Universität.
- 1355: Karl IV. wird in Rom zum Kaiser des Verehren Römischen Reiches gekrönt. Er wählt Prag zu seiner Residenzstadt.
- 1378: In seinem Letzter Wille teilt Karl IV. seine Erblande unter seinen Söhnen auf in Brandenburg, Görlitz und das Kerngebiet Böhmen, dessen Person sein Familienmitglied Wenzel IV. wird. Seine Nachfolger (ab 1419) sind Sigismund, Albrecht II. und Ladislaus Postumus
- 1415: Jan Hus wird während des Konstanzer Konzils auf dem Scheiterhaufen verbrannt – Beginn der Hussiten-Bewegung
- 1415-1434: Unruhen in Böhmen. Jan Žižka und Prokop Holý führen die Hussiten. Der radikale Flügel der Bewegung in der Kampf von Lipany geschlagen.
- 1458: Jiří z Poděbrad wird von den böhmischen Ständen zum König von Böhmen und damit zum ersten protestantischen König in Europa gewählt.
- 1471-1526: Nach seinem Tode fällt die böhmische Zahnkrone an die polnische Dynastie der Jagiellonen. Der letzte dieser Dynastie gibt durch seinen Tod in der Schlacht bei Mohács gegen die Türken die Zahnkrone abermals frei.
- 1526-1918: Tschechien ist habsburgisches Gebiet, nachdem die böhmischen Stände 1526 den Habsburger Ferdinand I. zum König von Böhmen gewählt haben.
- 1547: Aufstand der böhmischen Stände gegen Ferdinand I.
- 1583: Kaiser Rudolf II., Ferdinands Nachfolger, zieht samt dem Hof von Wien nach Prag, welches ein Zentrum von Kniff und Forschung wird. 1609 erlässt er den Majestätsbrief der Religionsfreiheit.
- 1611: Rudolfs Bruder Matthias Corvinus übernimmt die Macht; die Konfessionsproblematik entflammt aufs Neue.
- 1618: Gesandte der böhmischen Stände (mehrheitlich protestantisch) dringen in die Kanzlei des Hradschin und werfen zwei kaiserliche Statthalter aus dem Bildschirmfenster (sie werden dabei nicht getötet). Dieser sogenannte zweite Prager Fenstersturz leitet den Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) ein.
- 1619: Matthias stirbt. Im August wählen die böhmischen Stände den deutschen Protestanten Friedrich von der Pfalz zum König. Indem er im Jahreszeit in Prag gekrönt wird und dort seine Wohnsitz aufnimmt, wird der innerhabsburgische Konflikt zu einer Reichsangelegenheit.
- 1620: Schlacht am Weißen Berg. Friedrich von der Pfalz flieht aus dem Land („Winterkönig“, da er nur einen Jahreszeit regierte). Hinrichtungen und das Exil des böhmischen Adels. Die nun beginnende Zeitabschnitt wird in der tschechischen Geschichte temno, die Zeit der Dunkel genannt. Kaiser Ferdinand II. (1619-1637) führt eine Unterdrückungspolitik gegen Nicht-Katholiken. Protestanten fliehen (Comenius) oder werden hingerichtet. Großer Teil des böhmischen Adels flieht. In Böhmen wird Germanisch zur zweiten Amtssprache erhoben und drängt echt bald das Tschechische zurück.
- 1740-1780: Herrschaft von Maria Theresia.
- 1780-1790: Herrschaft ihres Sohnes Joseph II. Der „aufgeklärte“ Absolutismus mündet in die Aufklärung.
- 1781: Aufhebung der Leibeigenschaft.
- Ende des 18. Jhd.-1885: Tschechische Nationale Wiedergeburt. Als Reaktion auf den österreichischen mit der Aufklärung zusammenhängenden Zentralismus aufmarschieren lassen sich seit dem Ende des 18. Jhd. Intellektuelle in der tschechischen Nationalbewegung (Wiedergeburt). Sie fördern die Pflege, Anerkennung und Verwendung der tschechischen Sprache (unterstützt auch von den deutschen Romantikern). Dem folgt später das Verlangen nach politischer Autonomie.
- 1848: Slawenkongress in Prag. Ein Aufstand wird niedergeschlagen. Die Industrialisierung beginnt - und Böhmen wird das "industrielle Rückgrat" von Habsburg.
- 1914-1918: Erster Weltkrieg. Gegen die Königtum bildet sich im Exil eine tschechische und slowakische, von Tomáš Garrigue Masaryk angeführte, Opposition.
- 28.10.1918: Gründung der Tschechoslowakischen Republik, T. G. Masaryk wird erster Staatspräsident. Die bis nachher Ungarn administrativ unterstellte Slowakei schließt sich dem neuen Staat an (Milan Rastislav Štefánik).
- 1919: Beitritt/Anschluss der Karpatoukraine (nach 1945 fällt sie an die Sowjetunion).
- 1920: Anschluss Teschens
- 1918-1938: Erste tschechoslowakische Republik
- 1933: Gründung der Sudetendeutschen Partei (SdP) durch Konrad Henlein.
- 24. April 1938: Karlsbader Programm: die SdP fordert die völlige Autonomie des Sudentenlandes. Die Gegenvorschläge der Regierung in Prag werden abgelehnt.
- 29. September 1938: Hitler, Mussolini, Chamberlain und Daladier signieren das Münchener Abkommen (was die Tschechen "Münchener Diktat" oder "Münchener Verrat" nennen). Die Grenzgebiete werden von der deutschen Streitkräfte besetzt.
- 5. Oktober 1938: Präsident Edvard Beneš tritt zurück, geht danach ins Exil nach England. Sein Nachfolger wird Emil Hácha.
- 15. März 1939: Einzug und Besetzung durch deutsche Truppen. Bildung des Protektorats Böhmen und Mähren. Die Slowakei wird als Schutzstaat des Deutschen Reiches eigenständig (1939-1945).
- 10. Juni 1942: Auf Statthalter Neurath folgt Reichsprotektor Heydrich, der im Juni nach einem Anschlag (27. Mai) stirbt. Brutale Vergeltungsmaßnahmen, unter anderem die Liquidierung der Dörfer Lidice und Ležáky.
- 1945: faktische Wiederherstellung der Tschechoslowakei; "Kaschauer Programm" der neuen Regierung unter Regierungschef Zdeněk Fierlinger; amerikanische, sowjetische, tschechoslowakische Truppen befreien Tschechien: die in Jalta vereinbarte Demarkationslinie zwischen dem US- und dem UdSSR-Gebiet verläuft vorwärts Budweis, Pilsen und Karlsbad.
- 5. Mai 1945: Prager Aufstand gegen die deutsche Besatzungsmacht.
- 9. Mai 1945: Einzug sowjetischer Truppen in Prag. Präsident Beneš übernimmt die Regierungsgeschäfte. Die nach ihm benannten Beneš-Dekrete sehen eine Züchtigung der Nazis und die Deportation der deutschen Bevölkerung unter Gewaltanwendung vor. Die Vertreibung der Sudetendeutschen beginnt.
- 19. Juni 1946: Die Kommunistische Partei der Tschechoslowakei gewinnt die Wahlen, wird Element der Regierung und kann einen gewaltigen politischen Einfluss ausüben. Klement Gottwald (KPTsch) wird Ministerpräsident.
- 24. Oktober 1946: Abschluss der Ausstoßung von alles in allem 2,7 Mio. Deutschen.
- 25. Feber 1948: Vollständige Machtergreifung durch die Kommunistische Partei Deutschlands (KPTsch) - mit Berufung auf die vorangegangenen freien Wahlen. Verfassungsänderung, Umgestaltung des Landes nach sowjetischem Muster. Bester "Arbeiterpräsident" wird Klement Gottwald.
- 1951-1957: Hetze des Klerus und politische Prozesse (Rudolf Slánský).
- 1957: Antonín Novotný wird Präsident.
- 1964: Kafka-Konferenz in Libnice (Franz Kafka rehabilitiert). Rufe nach Reformen werden laut und kulminieren auf dem Schriftstellerkongress im Juni 1967 in direkter Besprechung der politischen Führung.
- 3. - 5. Januar 1968: Novotný wird vom ZK abgesetzt. Alexander Dubček wird Vorsitzender der KP. Präsident wird General Ludvík Svoboda. Zu Beginn März folgt die Aufhebung der Zensur. "Prager Frühling" beginnt, die Verbessertes Modell verläuft überwiegend spontan.
- 5. April 1968: Aktionsprogramm der KPTsch unter Alexander Dubček. Ein "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" wird angestrebt (Verbürgte Versammlungsfreiheit, kleines Unternehmertum, Entlassung der politischen Gefangenen).
- 21. August 1968: Militärische Eingreifen - Einzug der sowjetischen Truppen und Truppen des Warschauer Paktes (ohne Rumänien und der DDR); Breschnew-Doktrin der "Begrenzten Souveränität der sozialistischen Staaten". Die nachfolgende politische Teilstrecke wird "Normalisierung" genannt.
- 1. Januar 1969: Mit dem Inkrafttreten des Verfassungsgesetzes über die tschechoslowakische Föderation entsteht die Tschechische Sozialistische Republik als eine der Teilrepubliken der Tschechoslowakei.
- 17. April 1969: Ablösung DubÄeks und Urnengang Gustáv Husáks zum Generalsekretär der KPTsch. Selbstverbrennung der Studenten Jan Palach (16. Januar) und Jan Zajíc (25. Februar) . Beginn der „Normalisierung“. Die ČSSR wird in der Folge einer der konservativsten Mitgliedsstaaten des Ostblocks.
- 1. Januar 1977: Bürgerbewegung „Charta 77“.
- 17. November 1989: Die Bullerei unterdrückt bestialisch eine Studenten-Demonstration, was Grossdemonstrationen von so weit wie 750.000 Leute nach sich zieht. Siehe: Samtene Revolution
- 19. November 1989: Das Bürgerforum wird zur tragenden Kraft der „Samtenen Revolution“ in Tschechien.
- 10. Dezember 1989: Staatspräsident Gustáv Husák erklärt seinen Rücktritt.
- 28. Dezember 1989: Alexander Dubček wird zum Präsidenten der Föderalversammlung gewählt.
- 29. Dezember 1989: Václav Havel wird von der Föderalversammlung zum Präsidenten der ÄSSR gewählt.
- Anfang 1990: Umbenennung der Tschechischen Sozialistischen Republik (siehe 1969) in Tschechische Republik.
- 23. April 1990: Umbenennung der Tschechoslowakei in Tschechische und Slowakische Föderative Republik (ČSFR).
- 8. Juni 1990: Erste freie Parlamentswahlen in der ÄSFR.
- 5. Juli 1990: Václav Havel wird zum Präsidenten der ÄSFR gewählt.
- 21. Feber 1991: Beitritt der ÄSFR zum Europarat.
- 16. Dezember 1991: Unterzeichnung des EG-Assoziierungsabkommens.
- 5. Juni 1992: Parlamentswahlen in der ÄSFR. Der Ökonom Václav Klaus (Demokratische Bürgerpartei (ODS)) wird Ministerpräsident. Er vertritt eine vom Thatcherismus inspirierte Wirtschaftspolitik („Marktwirtschaft ohne Adjektiv“). Es wird eine Coupon-Privatisierung fortgesetzt, wobei 8 Mio. Tschechen Aktionär von privatisierten Firmen werden, Folgen sind jedoch fraglich. Der Charakter Vladimír Mečiar wird Ministerpräsident in der Slowakei. In der Folge vereinbaren alle beide Person eine Aufspaltung der Tschechoslowakei in zwei Staaten.
- 20. Juli 1992: Präsident Václav Havel tritt von seinem Amt zurück.
- 25. November 1992: Gesetz über die Auflösung der ÄSFR im föderalen Volksvertretung verabschiedet.
- 16. Dezember 1992: Die neue Verfassung der Tschechischen Republik als "demokratischer Rechtsstaat" wird verabschiedet. Die Charta der Grundrechte und -freiheiten, die nach dem Umwälzung im Jan. 1991 von der tschechoslowakischen Bundesversammlung beschlossen worden war, wird unverändert von Tschechien übernommen.
- 1. Januar 1993: Tschechen und Slowaken bilden 2 unabhängige Staaten.
- 2. Feber 1993: Vereidigung des neugewählten Präsidenten Václav Havel.
- 30. Juni 1993: Beitritt zum Europarat.
- 29. Oktober 1993: Wahl zum nicht-ständigen Person des Sicherheitsrats der Vereinten Nationen.
- 1. Feber 1995: Inkrafttreten des EU-Assoziierungsabkommens.
- 1994-1996: Nach 3 Jahren negativen Wirtschaftswachstums wächst die Wirtschaft wieder; 1997 folgt aber wiederum Rezession
- 28. November 1995: Zeichnung der OECD-Beitrittsurkunde in Paris.
- 31. Mai 1996: Wahl zum Abgeordnetenhaus. Die regierende Rechts-Mitte-Koalition wird mit Verlusten bestätigt, hat jedoch keine Majorität mehr .
- 23. Juli 1996: Zweites Kabinett Klaus. Dessen Regierung muss von den Sozialdemokraten (Vorsitzender Miloš Zeman) toleriert werden. 1997 Ende der wirtschaftlichen Wachstumsphase, eingeleitet durch einen Bankenkrach (12 Banken insolvent). Grund: Unter anderem Verwebung von industriellen Großkomplexen, die durch faule Kredite künstlich aufrecht erhalten werden. Die tschechische Wirtschaft fällt in eine Rezession.
- Juni 1997: Bei einer Flutkatastrophe müssen 40.000 Leute evakuiert werden. Gesamtschaden: 2,5 Mrd. Euro.
- 21. Januar 1997: Unterzeichnung der Deutsch-Tschechischen Erklärung.
- 24. April 1997: Rede von Präsident Havel vor dem Deutschen Bundestag.
- 30. November 1997: Václav Klaus tritt nach Spendenaffäre zurück. Nachfolger wird später Josef Tošovský.
- 20. Januar 1998: Wiederwahl des Präsidenten Václav Havel.
- 28. Juni 1998: Bei der Wahl zum Hohes Haus gewinnen die Sozialdemokraten mit Miloš Zeman (32 %) und können die Regierung bilden, werden von der oppositionellen ODS toleriert (der sogenannte Oppositionsvertrag).
- 12. März 1999: Beitritt zur NATO (zusammen mit Polen und Ungarn), Vorbereitungen für den EU-Beitritt laufen.
- 25. September 2000: In Prag wird das Treffen des IMF (Internationaler Währungsfond) und der Weltbank veranstaltet, begleitet von Straßenunruhen und Demonstrationen.
- 2000: Die Auseinandersetzungen um die Besetzung des Intendanten des Tschechischen Fernsehens Česká televize lässt unter anderem auch die Anfeindung zwischen Václav Havel und Václav Klaus erneut hervorbrechen. Klaus und Občanská demokratická strana wurden beschuldigt etliche ihrer Anhänger in die Top-Positionen des Senders manövriert zu haben, unten auch Jiří HodaÄ als Direktor. Dies löst die größten Demonstrationen in Tschechien seit 1989 aus. Folge: HodaÄ tritt zurück. Tschechien bekommt ein neues Mediengesetz, Zweifel über die Unabhängigkeit von Česká televize sind jedoch sehr viel nicht beseitigt.
- 1. Mai 2004: EU-Beitritt
Politik
Die Tschechische Republik ist eine parlamentarische Demokratie. Das Staatsoberhaupt ist der Präsident. Größeren Einfluss hat jedoch der Premierminister. Das tschechische Volksvertretung hat zwei Kammern: das Abgeordnetenhaus und den Senat.
Der Präsident wird vom Volksvertretung gewählt. Bei der Wahl muss der Kandidat in den ersten zwei Wahlgängen in beiden Kammern die absolute Mehrheit erreichen, im dritten Wahlgang genügt eine Majorität aller anwesenden Abgeordneten. Kandidaten müssen von mindestens 10 Abgeordneten oder 10 Senatoren vorgeschlagen werden und mindestens 40 Jahre alt sein. Die Amtszeit beträgt 5 Jahre, höchstens zweimal hintereinander. Außer den Rechten, die der Präsident im Einvernehmen mit anderen Verfassungsorganen ausübt, hat er das Recht in alleiniger Verantwortung
- das Abgeordnetenhaus unter bestimmten Bedingungen aufzulösen und
- in Gerichtsverfahren einzugreifen bis zur Einstellung des Verfahrens, Strafmaßmilderung und Streichen der Strafen im Strafregister (Begnadigung).
Außerdem ernennt er in Selbstverantwortung die Volljurist (verfassungrechtlich noch jedoch nicht genügend geklärt) und die Mitglieder des Nationalbankrats. Traditionsgemäß wird der Präsident oft von Bürgern infolge Durchsetzung ihrer Rechte gegen staatliche Einrichtungen um Hilfe gebeten. Die von ihm ernannten Verfassungsrichter, müssen vom Senat gebilligt werden.
Das Abgeordnetenhaus wird aus Listenkandidaten nach Verhältniswahlrecht gewählt. Es gibt eine Sperrklausel von 5 % für Parteien. Das Hohes Haus besteht aus 200 Abgeordneten, die mindestens 21 Jahre alt sein müssen. Die Legislaturperiode beträgt 4 Jahre.
Der Senat wird aus wahlkreisbezogenen Kandidaten durch eine Personenwahl nach Mehrheitswahlrecht gewählt. Entsprechend der Anzahl der Wahlkreise besteht der Senat aus 81 Personen, die mindestens 40 Jahre alt sein müssen. Die Kandidaten können von politischen Parteien vorgeschlagen (und unterstützt) werden oder unabhängig kandidieren. Die Wahlperiode eines Senators beträgt 6 Jahre. Die Wahlen stattfinden im Abstand von zwei Jahren, wobei jeweilig ein Drittel der Wahlkreise die Wahl bestreitet. Als Wahlkandidaten treten oft bekannte oder honorige Personen des öffentlichen Lebens auf.
Stimmt der Senat einem Gesetz nicht zu, muss es von der Abgeordnetenkammer mit der Majorität aller Abgeordneten wiederum gebilligt werden. Die Zustimmung des Senats wird bloß bei Änderungen des Verfassungsgesetzes und der Wahlgesetze benötigt. Außerdem involviert sich der Senat an der Präsidentenwahl. In alleiniger Verantwortung bestätigt der Senat die von dem Präsidenten ernannten Verfassungsrichter.
Die Judikative besteht aus dem Verfassungsgericht und einem vierstufigen Gerichtssystem, in dem den zwei obersten Gerichten (für Verwaltungssachen und Übriges) drei alternative Instanzen untergeordnet sind.
In der Exekutive untergeben sein der Regierung und deren zentralen Behörden 14 Regionen, (tschechisch: kraje) unten die Landkreise (okresy) und unterhalb die Kommunen. (obce).
Tschechien wurde am 1. Mai 2004 in die Europäische Union aufgenommen. Von den etwa 55,21 % der tschechischen Wahlberechtigten, die am Plebiszit teilgenommen haben, haben einem Beitritt ca. 77,33 % zugestimmt, also etwa 42,7 % aller tschechischen Wahlberechtigten.
Siehe auch: Verwaltungsgliederung Tschechiens
Verwaltungsgliederung
Siehe: Verwaltungsgliederung Tschechiens
Infrastruktur
Fernstraßen
Das tschechische Autobahnnetz wird seit dem Fall des eisernen Vorhangs immer weiter ausgebaut. So etwa die Fernverkehrsstraße D5 Prag - Pilsen (- Nürnberg (Deutschland)) o. D8 (Dresden (Deutschland) -) Prag. Jahr 2005 beträgt das gebührenpflichtige Autobahnnetz 800 km. Zusätzliche ca. 200 km befinden sich im Bau, der jedoch durch etliche Einwände erheblich verzögert wird. Trotz niedrigerer Verkehrsdichte ist die Mortalität im Straßenverkehr (bezogen auf Bevölkerungsanzahl) mit 1.215 Toten im Jahr 2004 ungefähr 1,6-mal höher als in Deutschland.
Für die Verwendung der Fernverkehrsstraße ist eine Maut fällig. Der Persönlichkeit ist verpflichtet, eine Autobahnvignette zu kaufen, die von drin an die Frontscheibe geklebt werden muss. Diese Vignetten sind bei der Tschechischen Post, an den Grenzübergängen oder an ausgewählten Tankstellen erhältlich.
Flugverkehr
Verkehrsflughäfen befinden sich in Prag (9,7 Mio abgefertigter Personen im Jahr 2004, Jahreszunahme 20 %), Brünn, Ostrau und Karlsbad. Die meisten Hauptstädte der Regionen können über Sportflugplätze angeflogen werden.
Den innerstaatlichen Flugverkehr betreibt die Fluglinie CSA, - die Tschechischen Fluglinien auf der Strecke Prag, Ostrau, Brünn und Karlsbad. Man kann auch die Charter-Fluggesellschaften nutzen, die Aussichtsflüge oder den Verkehr mit kleinen Flugzeugen an zahlreiche Orte Tschechiens anbieten.
Schienenverkehr
Die Eisenbahnen der Tschechischen Republik bilden ein sehr ausgedehntes und dichtes Verkehrsnetz. Der Schienenverkehr auf dem Gebiet Tschechiens hat eine 160-jährige Tradition. Die meisten Strecken werden von der augenblicklich noch 100% staatlichen AG České dráhy (Tschechische Bahnen) betrieben. Bedingt durch die Lage in Mitteleuropa, ist die Tschechische Republik zu einem wichtigen Transitland geworden. Auf dem Staatsgebiet führen verschiedene Inter/Euro-City-Korridore. Für das Anno 2006 hat die tschechische Regierung angekündigt, sämtliche Bahnhöfe des Landes zu renovieren. Die meist schon über 100 Jahre alten Bauten sind mit der Zeit heruntergekommen. Man erhofft sich durch die Renovierungen einen besseren Verkehr innerhalb und auch außerhalb des tschechischen Staatgebiets, wie zum Beispiel den Erweiterung der Strecken nach Deutschland.
Busverkehr
Den Busverkehr ausüben in ganz Tschechien Privatverkehrsgesellschaften. Die Netzdichte ist vergleichsweise ziemlich hoch. Im Gegensatz zum Zugverkehr sind die regionalen Busverbindungen am Wochenende eingeschränkt.
Wasserverkehr
In Tschechien ist der Seefahrt auf den Flüssen Elbe und Moldau und auf geschlossenen Wasserflächen (Stauseen u. Seen), die für die Wasserverkehr geeignet sind, nur z. T. erschlossen. Die Abschnitte der Elbe und Moldau mit internationalem Status sind mit dem europäischen Wasserwege-System verbunden, daraus ergibt sich mit Flüssen zu den Seehäfen (Elbe-Hamburg) und mit dem System der europäischen Kanäle zu anderen Flüssen und ihren Binnen- und Seehäfen (Magdeburg, Duisburg, Rotterdam).
Taxen
Das Taxi kann man sofort bestellen oder auch 24 Stunden voraus reservieren. Die Gebühren für Taxen bestehen aus einer festen Summe für die Bereitstellung des Wagens und aus einer Gebühr für jeden zurückgelegten Kilometer. Die Taxen der Konkurrenzdienste oder in den verschiedenen Städten können unterschiedlich sein, aber der Kilometerpreis muss immer auf der Karosserie und im Innenausstattung des Wagens angegeben werden. Jedweder Taxifahrer ist verpflichtet auf Verlangen eine Rechnung (Quittung) auszustellen.
Stadtverkehr
In größeren Städten sind Straßenbahn und Bus die üblichen öffentlichen Verkehrsmittel. In kleineren Städten fahren nur Busse. In der Gemarkung Prag betreibt die Prager Metro drei U-Bahnlinien, die das Zentrum mit den Stadträndern verbindet. Die Preise der Fahrkarten sind in den einzelnen Städten unterschiedlich. Fahrkarten werden an Schaltern, Automaten und teils in den Fahrzeugen selbst angeboten. In Prag und anderen größeren Städten sind Touristenkarten für viele Fahrten, zum Beispiel Wochenfahrkarten, im Verkauf. Beim Hineingehen der Vehikel müssen die Tickets in der Regel sofort entwertet werden.
Radfahren
In den Hauptzentren des Fremdenverkehrs und in den Städten wird ein ausgedehntes Radwegenetz ausgebaut, dort kann man auch Straßen- oder Bergfahrräder leihen. Eine Anzahl europäischer Radwege durchquert Tschechien. Verschiedene Radwege führen durch hügeliges Terrain, wie zum Beispiel die vielen Leiten im Böhmerwald, die weiter in den Bayerischen Wald führen.
Grundvorschriften
Fahrzeuge müssen in der Winterzeit (Normalzeit) ganztags mit Abblendlicht fahren. Ab 1. Juli 2006 muss dann ganzjähig mit Beleuchtung gefahren werden. Nachwuchs bis 12 Jahre oder geringer als 150 cm müssen während der Reise im Kindersitz befestigt werden. Der Fahrzeuglenker darf vor und während der Reise keinen Alkohol trinken. Telefonieren ist während der Reise verboten. Die Sicherheitsgurte müssen während der ganzen Reise umgelegt sein. Motorradfahrer und ihre Mitfahrer sind verpflichtet Motorradhelme zu tragen. Die Geschwindigkeitsbeschränkungen betragen innerort 50 km/h, außerorts 90 km/h und auf den Autobahnen 130 km/h.
Wirtschaft
Allgemeines
Während der sozialistischen Zeit hatte die Tschechoslowakei als Wirtschaftsform die Zentralverwaltungswirtschaft und war wie jede Menge Ostblockstaaten im RGW, einer Ähnlichkeit zur EWG, eingegliedert. In den 1990er Jahren wurde die Wirtschaft privatisiert.
Die Arbeitslosenquote betrug im Jahresschnitt 2003 7,8 % (Angabe des Statistischen Amtes der Tschechischen Republik). Für den Febr. 2005 beträgt sie 9,65 %. Es gibt große Unterschiede zwischen den Regionen. So hatte die Gemarkung Prag 2003 eine Arbeitslosenquote von 4,2 %, die Region Moravskoslezský kraj (Region Mährisch-Schlesien) dagegen 14,7 %.
Das Bruttoinlandsprodukt/Kopf liegt (2004) bei 8.351 Euro (2004) (unter den EU-Ländern zwischen dem Portugals und Ungarns), das Wachstum bei 3,7 %, die Inflationsrate bei 3,2 %.
Währung: 1 Tschechische Zahnkrone (Kc) = 100 Heller
Kurs (Ende 2005): 1 Kc = 0,034 Euro
BNE: 46,7 Mrd. Euro (BNE/Kopf: 4.567 Euro)
Wachstumsrate des BIP: 2 %
Anteile am BIP: Dienstleistungen 57 %; Gewerbe 39 %; Landbau 4 %
Arbeitslosenquote: 8,6 %
Wirtschaftsgeschichte
Die tschechische Ökonomie gehörte qualifiziert des ehemaligen kommunistischen Ostblockes zu den am meisten entwickelten. In diesen Tagen bildet die Majorität des Bruttoinlandsproduktes der Dienstleistungssektor. Bedeutsam sind ebenso ausländische Investitionen, die die Zusammensetzung der tschechischen Gewerbe ändern. Den größten Teil der Gewerbe bildet die Schaffung der modernen Industrieanlagen und der Industriekomplexe, die überwiegend für Westeuropa und hochentwickelte Vereinigte Staaten der Welt bestimmt sind. Zu den größten Betrieben in Tschechien gehört Škoda-Auto, das den wesentlichen Teil des tschechischen Exportes bildet. Im Industriebereich überwiegen die Maschinen-, Lebensmittel- und Holzindustrie, weiter chemische, petrochemische und pharmazeutische Industrie, Glas- und Keramikerzeugung und Glaserei.
Landwirtschaft
Die Landwirtschaft beschäftigt sich überwiegend mit dem Ackerbau von Weizen, Mais, Gerste, Zuckerrübe, Kartoffeln, Rübe, Futterpflanzen, Weinreben, Gemüse und Obst. Weltbedeutend ist die Hopfenproduktion als Grundlage der Tschechischen Braukultur. Man züchtet zu Beginn Rindvieh und Schweine. Herkömmlich ist die Viehwirtschaft und die Wildjagd. Tschechien hat außerdem in der Fischzucht Weltrang. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass sich seit dem EU-Beitritt Tschechiens im Mai 2004, das durchschnittliche Einkommen eines tschechischen Bauerns um 108 % gesteigert hat.
Bodenschätze
Ein Drittel des Gebietes bedecken die von der Gewerbe bedrohten Wälder, die auch Holz für den Absatz produzieren. Man fördert Kohle, Kaolin, Ton, Holz, Graphit und Kalkstein. Der Großteil des Erdöls und Erdgases muss aus Russland eingeführt werden. Ein bedeutendes Merkmal der Tschechischen Republik ist das böhmische Glas. Beim Plädieren des Wortes Kristall erinnern sich die meisten Volk an das böhmische Land, das auf seinem Gebiet eine so große Anzahl von Glashütten verbirgt, deren Qualität sehr hoch ist. Es ist hauptsächlich die ununterbrochene Tradition, die aus diesem Handwerk eine künstlerische Geschick machte. Diverse dieser Glashütten können besucht werden.
Staatsausgaben
Zwischen 1992 und 2000 lag der Anteil der Staatsausgaben für
- das Gesundheitswesen bei 18%
- das Bildungswesen bei 10%
- das Militär bei 5%
Siehe auch: Tourismus in Tschechien, Kategorie:Unternehmen_(Tschechien)
Für deutschsprachige Informationen: Vereinigung tschechischer Unternehmen in Deutschland e.V.
Bildung
Siehe: Universitäten in Tschechien
Umwelt
Der Kohlenstoffdioxidausstoß pro Kopf des Landes gehört zum global höchsten.
Kultur
In der Tschechischen Republik besteht ein großer Reichtum an kulturhistorischen Denkmälern. Daneben zahlreichen weltberühmten Bauwerken aus den verschiedensten Epochen sind zu Beginn auch die Vertreter der Tonkunst des 19. Jahrhunderts wie Bedřich Smetana und Antonín Dvořák bekannt. In der Literatur erreichten zuallererst Franz Kafka und Milan Kundera Weltruf. Auch der Filmsektor ist in der Tschechischen Republik stark entwickelt. Alljährlich findet das Internationales Filmfestival von Karlsbad statt. Regisseure wie Miloš Forman (Einer flog über das Kuckucksnest), Jan Svěrák (Kolya) und Jiří Menzel erhielten für ihre Produktionen Oscars.
Sport
Der Sportart mit dem höchsten Stellenwert in Tschechien ist Eishockey, in dem die Tschechen ein paarmal Weltmeister (zuletzt am 15. Mai 2005 in Wien mit 3:0 gegen Kanada) und 1998 in Nagano auch Olympiasieger wurden.
Mehrere Persönlichkeiten des tschechischen Sports sind auch global sehr gut bekannt. Man schätzt, dass in den bürgerlichen Vereinigungen der Körpererziehung und des Sports seit dem Jahre 1995 ca. 15 % der tschechischen Bevölkerung organisiert ist.
Auch der Wintersport ist in Tschechien beliebt. Umgang Regionen für Wintersport sind das Riesengebirge im Norden und auch der Böhmerwald im Europa des Landes.
Fußball: Die erste Liga umfasst 16 Mannschaften. Zwei davon steigen am Ende der Saison, also nach 30 Spieltagen in die landesweite 2. Liga ab. Daher steigen dementsprechend zwei Teams in die 1. Liga auf. Die dritthöchste Liga ist zweigeteilt. Den westlichen Teil (Böhmen), deckt die CFL (Äeská Fotbalová Liga - Tschechische Fußballliga, 18 Teams) ab, den östlichen Teil des Landes (Mähren und Schlesien) die MSFL (Moravsko-Slezská Fotbalová Liga - Mährisch-Schlesische Fußballliga, 16 Teams). Der jeweilige Meister der beiden dritten Ligen steigt in die zweite Liga auf. Der Heruntersteigen aus der zweiten Liga bestimmt auch den Hinuntersteigen aus den Ligen unten mit, denn es können beispielsweise zwei Mannschaften aus der 2. Liga absteigen die alle beide in den Bereich der CFL oder eben der MSFL fallen, wobei dort eine Mannschaft übergenug wäre. Es muss also noch eine zusätzliche Mannschaft absteigen. Der Unterbau des dritten Levels ist fünfgeteilt. Darunter der CFL gibt es drei Gruppen (A, B, C) der Divize, darunter der MSFL zwei (D und E). Von diesen Ligen steigt jeweilig der Meister in die CFL bzw. MSFL auf, die jedes Mal letzten zwei in einen der „Krajský Prebor“ ab, je nach regionaler Zugehörigkeit. In der Regel gibt es nach einer Neugestaltung 2002/2003 nun 13 Gruppen solcher fünften Ligen (zuvor alleinig 10), 9 als Unterbau der CFL bzw. der Divize A, B, C und 5 als Unterbau der MSFL bzw. der Divize D und E. Die „Krajský přebor“ sind auch die ersten wirklich regionalen Ligen, über die dann auch nur noch im Lokalsportteil der Zeitungen berichtet wird.
Siehe auch: Fußball in Tschechien
Models
In Tschechien sind einige der bekanntesten weiblichen Fotomodelle der Welt beheimatet, z. B.Eva Herzigová, Iva Kubelková oder etwaKarolína Kurková.
Siehe auch
Bild:Flag of the Czech Republic.svg Wiki-Portal Tschechien
Weblinks
- Tschechien Online (Deutschsprachiges Informations- und Nachrichtenportal)
- Tschechien Portal (Nicht kommerzielles Portal in dt. und cz.)
- Tschechische Regierung
- Statistisches Zentralamt der Tschechischen Republik
- Collegium Carolinum (CC) (Institut zur Geschichte, Kultur und Politik der Tschechischen und der Slowakischen Republik)
- Radio Prag (Tschechischer Auslandsrundfunk: Aktuelle Nachrichten aus Tschechien in deutscher Sprache)
- Prager Zeitung (Internetangebot der deutschsprachigen Wochenzeitung)
- Nachrichten aus Tschechien
- tsjechie.net (Mehr als 2100 Bilder von Tschechien)
- Bilder zu Tschechien (Wikimedia Commons)
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