Tutanchamun
Aus Schlauweb
| Namen | |||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| Geburtsname |
(TID 710286) Tutanchaton | ||||||||
| angenommene Namen |
(TID 710286) (twt-anh-Jmn) | ||||||||
(TID 710286) Tutanchamun heqa iunu rschwtj | |||||||||
| Thronnamen |
(TID 710286) Neb-cheperu-Rê | ||||||||
(TID 710286) (Neb-xprw-Re hqA-mAat) | |||||||||
| Horusname |
(TID 718202) (KA-nxt twt-mswt) | ||||||||
| Nebtinamen |
(TID 718254) (Nfr-hpw sgrH-tAwj) | ||||||||
(TID 718254) (Wr-aH-Jmn) | |||||||||
(TID 718254) (Nfr-hpw sgrH-tAwj sHtp-nTrw-nbw) | |||||||||
| Goldnamen |
(TID 718264) (WTs-haw sHtp-nTrw) | ||||||||
(TID 718264) (WTs-haw-jt=f-Re) | |||||||||
| bei Manetho | da Tutenchamun in den Königslisten bei Manetho nicht auftaucht (auf Amenophis III. folgt Haremhab), existiert keine gräzisierte Namensform. | ||||||||
| auf Deutsch | Tutenchamun | ||||||||
| im englischsprachigen Raum | Tutanchamun oder auchTutankhamun | ||||||||
Tutanchamun (lebendes Bild des Amun oder aberzu Ehren von Amun), auch fachsprachlich nicht korrekt Tutenchamun genannt, war ein ägyptischer Pharao der 18. Dynastie, der etwa von 1333 bis 1323 v. Chr. regierte.
Inhaltsverzeichnis |
Familie
- Vater: Echnaton
- Mutter: Nofretete?, Kija?, Maketaton?, Meritaton?
- Geschwister: unsicher, wohl 5 Schwestern bzw. Halbschwestern und möglicherweise 1 Bruder bzw. Halbbruder (Semenchkare)
- Ehefrau: Anch-es-en-pa-Aton (Anch-es-en-Amun)
- Söhne: keine
- Töchter: zwei Föten im Grab gefunden (Totgeburt/Frühgeburt - siehe Text).
Herkunft
Allgemein wird Echnaton als Erzeuger des Tutanchamun angesehen, wie Funde aus Tell el-Amarna nahelegen; der Name seiner Mutter ist jedoch strittig. Favoritin der Ägyptologen bezüglich der Mutterschaft ist Echnatons große Geliebte Kija, obendrein kommen Nofretete und auch Maketaton in Betracht. Alle drei Frauen trollen um das Jahr 12 des Echnaton aus den Aufzeichnungen. Kijas Inschriften werden getilgt und überschrieben, Maketaton stirbt im Alter von acht oder zehn Jahren und wird in der Königsgruft von Amarna bestattet. Ihr junges Alter könnte auf einen Tod im Kindbett hinweisen. Ein Wandrelief zeigt die trauernde Königsfamilie, ein weiteres eine Amme mit einem Knaben. Die Widmung zu diesem Punkt ist zerstört, die Kartuschen zeigen aber die Rest des Namens Nofretete.
Regentschaft
Von einer verschworenen Gemeinschaft aus hohen Beamten, Priestern, des Generals Haremhab und des ehemaligen Wesirs des Echnaton Aya auch Eje genannt, der möglicherweise ein Bruder der Teje war, wird er erst vier Jahre nach dem Tode Echnatons und damit, wie von verständigen auf Forschern angenommen, einer mittendrin liegenden 3-jährigen Herrschaft des Semenchkare, als 9 jähriger Edelmann Tutanchaton zum Pharao gekrönt. Der unmündige Kindpharao soll als von dieser Gruppe leicht zu lenkende Spielzeug ihren eigenen Machenschaften nicht im Wege stehen, die in erster Linie die Wiederabschaffung des von seinem Papa eingeführten Atonkultes zum Ziel haben. Sein Thronname lautet Neb-cheperu-Rê. Er wird mit Anchesenpaaton, der 3. Familienangehöriger Echnatons, die somit seine Schwester oder Halbschwester wäre, vermählt. Grabfunde und Inschriften belegen, dass sie außer den beiden verstorbenen Töchtern, eine Frühgeburt und eine Totgeburt, keine weiteren Bälger hatten.
Unter dem Druck der Priesterschaft, hoher Amtsinhaber und wohl auch unter dem Einfluss seines Erziehers Eje wird der von Echnaton stark bevorzugte Atonkult erneut begrenzt; er wurde jedoch nicht verboten. Der Kindpharao wird gezwungen, der Politik seines verstorbenen Vaters und seiner Bevorzugung des Aton abzuschwören. Er ändert seinen Namen Tut-anch-Aton in Tut-anch-Amun (lebendes Bild des Amun oder zu Ehren des Amun) und den seiner Weib in Anchesenamun ("sie lebt für Amun"). Die neue Kapitale Achet-Aton, in diesen TagenTell el-Amarna, wird schließlich im zweiten Regierungsjahr als Wohnsitz aufgegeben. Der Königshof zieht nach Memphis um und nicht nach Theben, wie oft fälschlich behauptet wird.
Der bedeutendste Beleg für die unter Tutanchamun durchgeführte Politik ist seine später von Haremhab usurpierte Restaurationsstele, die in Karnak aufgefunden wurde. Auf ihr wird der Verfall des Reiches unter Aton beschrieben und er proklamiert die Rückkehr zu den alten Göttern. Vollkommen Land lässt der junge Pharao die Tempel der alten Götter restaurieren. Im Luxortempel wird die Verzierung der Wandelgang vollendet, Karnak erhält zwei neue Kapellen und an der Sphinxallee wird wiederholt gearbeitet. In Medinet Habu baut er an seinem Totentempel (vielleicht der ehemalige Tempel des Anch-cheperu-Rê). Von Giseh bis nach Nubien gibt es Hinweise auf seine Bautätigkeit.
Daneben Eje und Haremhab sind noch diverse weitere Beamte unter Tutanchamun bezeugt. Der südliche Wesir war ein gewisser Usermont und Pentu war ein weiterer Wesir, der bisherig nur von eine Topfaufschrift im Grab bezeugt ist. Eine bedeutende Persönlichkeit war auch der Schatzhausvorsteher Maya, dessen Grab in Saqqara entdeckt wurde und reich mit Reliefs dekoriert war. Vizekönig von Kusch war schließlich Huy, der erstmal von seinem reich dekorierten Grab in Theben bekannt ist.
Tod
Über das Sterbealter wurde unter den Ägyptologen heftig diskutiert: Derry, Harrison, Leek, Germer unter anderem gaben ihm eine Lebenszeit von ca. 18 Jahren. Gabolde, Wente und Harris hielten die Mumie für die eines 23 bis 27 Jahre alten Mannes. Die CT-Untersuchung vom 6. Januar 2005 hat jetzt in diesem Punkt Klarheit gebracht: Tut-anch-Amun starb im Alter von 18 bis 20 Jahren.
Der Tod des Königs kam plötzlich und unerwartet. Stark wurde von Fachleuten angenommen, dass obgleich Tutanchamun immer in der Nähe seines Großvaters Amenophis III. bestattet sein wollte, ihn sein höchster Mensch und Nachfolger Eje II. in einem kleinen, nicht ursprünglich für eine königliche Beerdigung vorgesehenen Grab (KV62) im Wadi Biban el-Muluk (Tal der Könige) einbuddeln ließ. Nach neueren Überlegungen kamen Ägyptologen jedoch zu der Ansicht, dass Tutanchamuns Grab (KV62) von Anfang an als solches für ihn vorgesehen war, da ein naheliegendes Grab (KV 55) als das der Kija, einer Kandidatin seiner Mutterschaft (in der Modell als Mutter nachgewiesen).
Die Namen des Pharaos, seiner Weib und des Nachfolgers Eje wurden wie der aller Amarna-Könige schon wenig später von Haremhab oder Sethos I. in allen offiziellen Dokumenten gestrichen und von den Wänden abgekratzt, so dass sie in keinen Königslisten auftauchen. Auf Amenophis III. folgt dort direkt Haremhab. Das Grab entging der völligen Plünderung, da der Eingang mit Abraumhalde vom Ausbeute des Grabes Ramses' VI. verschüttet war. Jedoch muss es ehe mindestens zwei mal Personen zu empfehlen sein, in das Grab einzudringen.
Todesursache
Seit der Entdeckung des Pharaos in seinem Grab wird über die Todesart oft spekuliert.
Sein Nachfolger und engster väterlicher Persönlichkeit Eje richtet das Begräbnis für Tut-anch-Amun aus und er wird schon in dessen Grabkammer, die zu Lebzeiten des noch sehr jungen Pharaos auch mit den Gemälden und Inschriften angelegt wurde, als sein Nachfolger bei der Mundöffnungszeremonie dargestellt. Da sofort beim Tod eines Pharaos alle Arbeiten in seiner Grabanlage immer eingestellt wurden und grundsätzlich nicht einer im Vorhinein wissen konnte, dass Tut-anch-Amun schon mit 18 Jahren sehr früh sterben würde, Eje aber selbst, über 50 Jahre alt, eigentlich damit rechnen musste, diesen Pharao nicht zu überleben, könnte diese vor dem Tod von Tutanchamun angefertigte Darstellung der Mundöffnungszeremonie ein Hinweis darauf sein, dass Eje bei dem frühen Tod von Tut-anch-Amun seine Hände mit im Spiel hatte. Ein mit den Jahren kumulativ selbstsicher werdender Pharao, der dann womöglich auch noch einen männlichen Nachfolger machen würde, war nicht in seinem Interesse.
So erläutert Bob Brier in seinem Schmöker Der Mordfall Tutanchamun, dass der Tod durch gewaltsame Einwirkungen von außen eingetreten wäre. Dabei geht er von einer unnatürlichen Todesart aus. Er besetzt dies mit uralten Röntgenaufnahmen, auf der eine Verletzung des Schädels zu sehen ist. Dies war in Ägyptologenkreisen, aber auch unter Medizinern sehr umstritten, doch handelte es sich in diesem Zusammenhang um ein Missverständnis: auf der Röntgenaufnahme sind ein abgesplittertes Knochenstück zu sehen, dass sich nach dem Tode löste. Multipel ging man davon aus, dass wie auch Harris, der die Aufnahmen anfertigte, sowohl Brier sich darauf beziehen. (Zumindest bei Brier kann dies durch das Lesen seines, zugegebenermaßen etwas schlecht strukturierten Buches, geklärt werden.) Weiterhin zeigte sich jedoch gleichermaßen eine Druckverletzung, die durch einen Schlag oder einen Auswuchs entstanden sein könnte. Brier entscheidet sich für einen Schlag, was jedoch ein Trugschluss war - wie durch die spätere CT-Untersuchung festgestellt wurde. Gleichermaßen ist auch nicht abschließend geklärt, wer Tutanchamuns Erziehungsberechtigte waren. Das in diesen Tagen fehlende Brustbein und die fehlenden Rippen der Mumie geben andere Rätsel auf. Bei der Bergung gingen Carter & Carnavorn nicht sehr sanft mit dem Körper um und waren mehr auf die kostbaren Materialien fixiert, so dass die Beschädigungen wohl daher kommen.
Um das Phänomen der Todesart des Tutanchamun intensiver zu untersuchen, wurde seine Mumie wie schon erwähnt am 6. Januar 2005 in Luxor aus dem Sarkophag geholt, in dem sie aufgebahrt wird. Qua einer Computertomografie wurde der Körper des Pharao untersucht. Bei dieser Gelegenheit beklagte der Generalsektretär der ägyptischen Altertümerverwaltung Dr. Zahi Hawass noch einmal den schlechten Zustand der Mumie, den er auf die nicht fachgemäße Heilverfahren durch Howard Carter zurückführte. Bei der anschließenden Untersuchung stellte sich heraus, dass die Todesart Tut-anch-Amuns kein Schlag auf den Kopf gewesen sein kann, da keinerlei auf diese Art verursachten Verletzungen am Schädel festgestellt werden konnten. Zur allgemeinen Überraschung ist ein bis jetzt unentdeckter Oberschenkelbruch des linken Beins gefunden worden. Einige Spezialisten des selben Untersuchungsteams erkannten auch einen Bruch des linken unteren Oberschenkels, dazu einen Bruch der rechten Organ und des rechten unteren Beines. Strittig blieb jedoch, ob der oder die Brüche vor oder nach dem Tod des Königs erfolgten. Einige Ärzte vermuteten, dass immerhin einer dieser Beinbrüche zu Lebzeiten des Pharaos geschah und in kürzester Zeit zu einer tödlichen Ansteckung geführt hat. Bei dieser Annahme bleibt es aber weiterhin spekulativ, ob ein solcher Bruch vor dem Tode Tutanchamuns durch einen Unglück oder ein Anschlag verursacht wurde.
Ein anderes Mordszenario, wie z. B. durch Gift oder Erdrosseln, kann gleichfalls nicht nicht machbar werden. Nach weiteren Untersuchungen der alten Röntgenbilder durch den Radiologen Richard Boyer folgerte dieser einst, dass Tut-anch-Amun unter Skoliose (Deformation der Wirbelsäule) und an dem Klippel-Feil-Syndrom (Verschmelzen mehrerer Halswirbel miteinander) litt. Die Untersuchungsbeteiligten der CT können eine Skoliose nicht bestätigen. Sie vermuten, dass die unzweifelhaft vorhandene leichte Wirbelsäulendeformation durch die Mumifizierung verursacht wurde. In Hinblick auf Klippel-Feil-Syndrom wird jedoch in der offiziellen Presseverlautbarung vom 8. März 2005 nichts gesagt.
Die untersuchenden Person sind immerhin übereinstimmend der Ansicht, dass sich die von Bob Brier geäußerte Mordtheorie durch die Ergebnisse der CT-Untersuchungen im Jan. - März 2005 nicht bestätigen lässt.
Die Schätze des Grabes
Als Howard Carter 1922 das Grab im Tal der Könige entdeckte, ging die Nachricht davon um die ganze Welt und entfachte großes Interesse, das lange nicht abklang. Das Grab, ursprünglich als ungeöffnet deklamiert, war relativ unversehrt, wie man bei der Graböffnung am 17. Februar 1923 feststellen konnte. Tutenchamun, während nur ein unbedeutender König, hatte eine reichhaltige Menge kostbarer Grabbeigaben, die verschiedene Ägyptologen im Geiste vervielfältigen, wenn sie an die geplünderten Gräber bedeutenderer Pharaonen denken. Als einzige Mumie der ägyptischen Könige befindet sich die Mumie Tut-anch-Amuns in diesen Tagen abermals in ihrem Grab.
Goldene Grabbeigaben
Zahlreiche der Sachen sind aus Gold, so beispielsweise eines der berühmtesten Fundstücke: die goldene Totenmaske von Tut-anch-Amun. Sie bedeckte Kopf, Schultern und Brust; abgebildet ist das für die 18. Dynastie typische Nemes-Tuch. Auch die mit Lapislazuli umrandeten Augen sind ein charakteristisches Merkmal. Weder vor noch später wurden Totenmasken von solcher Kunstfertigkeit erstellt. Weiterhin wurden, nahe dem Sarg, ein großer goldener Schrein sowie verschiedene Standbilder gefunden. Am bekanntesten sind wohl die lebensgroßen Wächterstatuen, die jedoch nur zu einem kleinen Teil aus Gold bestehen. Ein wichtiges Fundstück ist im gleichen Sinne der kleine Thron, der ebenso reich vergoldet ist. Eine Seite zeigt farbige Darstellungen aus dem Leben des Tutenchamun (interessanterweise im Amarna-Stil). Anliegend wurden Tutenchamun mehrere Kleidungsstücke beigegeben, unter goldene Soldalen, die mit einer Leine zwischen den großen Zehen verlaufen (gewissermaßen die ersten Flip-flops der Welt).
Andere Beigaben
Sonstige wichtige Grabbeigaben waren Pfeil und Gekrümmte Linie und andere Jagdutensilien sowie Schreibzeug. Dieses war wenig benutzt, was einige Ägyptologen zu gewagten Position verleitete. Unter der Fülle der weiteren Bestandteile ist ein goldener, großer Fächer bekannt geworden. Dieser besteht aus einem langen Stab mit einem halbrunden, großen zweidimensionalen Aufsatz. Ursprünglich hatten sich im oberen Pfauenfedern befunden; doch nach Carters und Carnarvorns regelmäßiger Gesuch an Besucher, kräftig daran zu ziehen (um sich mit eigenen Augen von der Stabilität zu überzeugen), kam nur der goldene Teil zum Schluss im Museum an. Ein Blumenkranz fiel ihnen gleichermaßen zum Opfer.
Die beiden Föten
Sonstige wichtige Grabbeigaben sind die beiden frühgeborenen Säuglinge, die gegen die ägyptische Sitte mumifiziert wurden. Dies ist ein einmaliger Fund, denn die totgeborenen Blagen besaßen kein Ka. Der kleinere der Säuglinge wurde so mumifiziert, dem größeren wurde mit einem winzigen Instrument das Denkapparat entnommen. Dieses Gerätschaft war so klein, dass es speziell für die Mumifizierung angefertigt wurde. Der untersuchende Mediziner, Douglas Derry, warf es fort. An den beiden Säuglingen wurden verschiedene paläopathologischen Untersuchungen durchgeführt; darauf vermutete man, dass sie an bestimmten Krankheiten gelitten hätten, z.B. Spina bifida. Die Säuglinge werden allgemein als Tutenchamuns und Anchesenamuns Blagen gesehen, wovon man gerne Rückschlüsse auf den Gesundheitszustand des Vaters zieht. Es gibt jedoch keinen Beweis, dass hier eine enge Verwandtschaft besteht. Zahlreiche Gegenstände des Grabes abstammen aus Amarna, möglicherweise wurden auch die Säuglinge aus einem Grab seiner Schwestern mitgenommen.
Interpretation
Diverse der Grabbeigaben sind Gebrauchsgegenstände des Königs; zum Teil benutzte er sie möglicherweise so weit wie seinem Tode, teils (wie der Kinderthron aus Amarna) waren sie schon seit längerer Zeit nimmer in Gebrauch. Es gibt mehrere Grabbeigaben, die die Namen von Tutenchamuns Verwandten trugen; das Schreibzeug war z.B. im Habseligkeiten seiner Schwester Maketaton gewesen.
Die Fundstücke aus Amarna wurden wahrscheinlich zu einem früheren Zeitpunkt, vor dem Tode des Königs, herbeigeschafft. In der Nähe des Tutenchamun-Grabes liegt ein rätselhaftes Grab, KV 55, dessen Inh. nicht ganz klar ist. In Anfrage kommen Teje, Nofretete, Semenchkare oder Kija. Der Inhalt des Grabes besteht jedoch aus Amarna, und zwar von verschiedenen Besitzern. Es wurde wohl eine Entdeckungsreise nach Amarna geschickt (möglicherweise um eine bestimmte Mumie zu holen), die all diese Sachen mitbrachten.
Es ist nicht hinreichend geklärt, ob die ägyptische Sitte Geschenke von Verwandten im Grab beinhaltete, und ob die Grabbeigaben neugefertigt wurden oder man Gebrauchsgegenstände auch mitnahm. Am wahscheinlichten erscheint es, dass wie auch Gebrauchsgegenstände gezeichnet wurden (Amtsinsignien z.B.), dass aber auch einige Stücke speziell für das Jenseits neu gefertigt wurden.
Es gibt jedoch die immer ernst zu nehmendere Möglichkeit, dass das Grab Tutenchamuns überstürzt gefüllt wurde, und dass nicht hinten allen alten oder "geschenkten" Dingen eine bewusste Zweck steht. Dafür sprechen auf der einen Seite die Mumie des Königs, die in sehr kurzer Zeit mumifiziert wurde und unzureichend ausgetrocknet wurde. Weiterhin hat Christine El-Mahdy bewiesen, dass die Weinkrüge nicht durch den Lauf der Jahrhunderte ausgetrocknet sind, zugunsten schon leer waren, als man sie in das Grab legte. Dies was auch immer könnten Indizien für eine überstürzte Beisetzung sein.
Die mysteriöse Dachamunzu-Affäre, die sich an Tutenchamuns Tod anschloss, wird z. T. als geschickter Schachzug des königlichen Beraters Eje interpretiert, der den General Haremhab, der gleichermaßen als Subjekt fungierte, aus dem Weg schaffen wollte, damit dieser nicht den Thorn für sich fordern könnte. Die hastige Mumifizierung und das seltsame Gehäufe von alten, geschenkten oder unbrauchbaren Grabbeigaben spricht dafür. Trotz allem ist es nur eine Konzept von mehreren, und man kann die Indizien auch auf zusätzliche Weise interpretieren.
Der Fluch der Pharaonen
Im Zusammenhang mit den Ausgrabungsarbeiten und dem regen Interesse der Weltpresse machte auch die Legende vom Fluch des Pharao die Runde. Viel fabuliert wurde über den Verwünschung der Mumie, welcher die Entdecker traf und mysteriöserweise jede Menge Mitglieder der Expeditionen Carters innerhalb weniger Jahre dahinraffte.
Die Aufschrift einer inzwischen nimmer auffindbaren Tontafel in der Zimmer zur Grab lautete "Der Tod wird auf schnipsen Schaukeln zu demjenigen kommen, der die Ruhe des Pharaos stört!". Damit sollten Grabschänder und Ruhestörer vertrieben werden. Nach R. Germer, „Mumien“, S. 64, hat es derartige Inschriften gegeben, allerdings nicht im Grab des Tutanchamun. Lord Carnarvon, der Howard Carters Entdeckungsreise finanzierte, verstarb am 6. April 1923 nach dem Fund 1922 im Tal der Könige im Pension Continental in Kairo an den Folgen einer Blutvergiftung, die durch eine zufällige Kontamination eines Mückenstichs durch ein Rasiermesser entstanden war. Im gleichen Atemzug brach angeblich in ganz Kairo die Stromversorgung zusammen.
Lord Westbury und Lord Carnarvons Halbbruder, Aubrey Hebert, wählten den Freitod. Sein Sohn, Carters Sekretär, verschied über Nacht. Archibald Douglas Reid sollte die Mumie des Tutanchamun erforschen und verstarb. Die anatomische Untersuchung der Mumie erfolgte tatsächlich durch Derry und Lucas. Allerdings verstarb Lucas erst im Jahre 1945 und Derry 1961 im Alter von 87 Jahren. Der bei der Graböffnung anwesende und schon einst schwerkranke Arthur Mace räumte den letzten Baustein vom Grab und verstarb nach kurzer Zeit an einem Lungenleiden.
1924 stirbt der Restaurator des Louvres Paris, George Benedit, am selben Tag, an dem er zum ersten mal das Grab betrat. Der Literaturwissenschaftler La Fleur verstirbt zwei Tage nach Überprüfung des Grabes. Sein Gehilfe erhängt sich zwei Tage später. Der Milliardär George Jay Gould verstirbt am Tage des Besuchs des Grabes. Richard Bethel, ein Sekretär Carters, verstirbt 1929. Dessen Vater, Lord Westbury, nimmt sich ein Jahr später das Leben. Lord Carnaverons Frau verstirbt 1929, wie ihr Mann, an einem Insektenstich.
Die meisten der mit dem Vermaledeiung in Verbindung gebrachten Opfer verstarben im Alter von 70, 80 Jahren, wie der Ägyptologe Dozent Georg Steindorff 1993 herausarbeitete. Der australische Charakter Mark Nelson von der Monash University wiederum analysierte die Lebensläufe und Teamzugehörigkeiten der Mitarbeiter Carters von 1923 bis 1926. Er kam zu dem Ergebnis, dass die bei der Graböffnung aktiv Beteiligten keinem höheren Risiko ausgesetzt waren als die nur bei den Expeditionen mitwirkenden Personen. Es besteht kein Hinweis, dass die Ausgrabungen sich negativ auf die zu erwartende Lebenszeit der Grabschänder ausgewirkt hätte. Vielmehr ist die britische Presse ihrer Sensationssucht erlegen, indem sie das Ideengut von Louisa May Alcotts Novelle "Lost in a Pyramid: The Mummy's Curse", aufgriff.
Seither 1973 wird ein Schimmelpilz der Gattung Aspergillus flavus als Begründung für den Fluch des Pharao gesehen.
Siehe auch: Ägyptologie, Pharao, Fluch des Pharao
Literatur
- Bob Brier: Der Mordfall Tutanchamun. Piper, München-Zürich 2000. ISBN 3-492-04159-0
- Christine El Mahdy: Tutanchamun. Leben und Sterben des jungen Pharao. Goldmann, München 2004. ISBN 3-442-15260-7
- Howard Carter, Arthur Mace: Tutenchamun. Ein ägyptisches Königsgrab. 3 Bde. Leipzig 1927. (populärwiss. Buch, kein wissensch. Bericht, den uns Howard Carter Zeit seines Lebens nicht zugestehen hat)
Weblinks
- Mehr zu Tutanchamun auf Pyramidenbau.info
- Die Entdeckung des Grabes von Tutanchamun
- Tutanchamun auf Ancient-Cultures.com
- ZDF: Tutanchamun - mit drei Videos
- Bild:Symbole-en.png Vollständige, offizielle Presseverlautbarung der CT-Untersuchung
| (TID 646251) | Commons: Tutankhamun – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
(TID 269231)
| (TID 646251) | Wikinews: Tutanchamun war kein schöner Mann – aktuelle Nachrichten |
(TID 342006)
| Vorgänger Semenchkare | Pharao von Ägypten 18. Dynastie | Nachfolger Eje II. |
(TID 415729)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Tutanchamun |
| ALTERNATIVNAMEN | Tutanchaton, Neb-cheperu-Rê |
| KURZBESCHREIBUNG | ägyptischer Pharao der 18. Dynastie |
| GEBURTSDATUM | |
| GEBURTSORT | |
| STERBEDATUM | |
| STERBEORT | |
(TID 247343)
ar:توت عنخ أمونca:Tutankamon cs:Tutanchamon da:Tut Ankh Amon en:Tutankhamun eo:TutanÄamono es:Tutanjamón eu:Tutankamon fi:Tutankhamon fr:Toutânkhamon ga:Tútanchamún he:תות ענח' אמון hr:Tutankhamon it:Tutankhamon ja:ツタンカーメン lt:Tutanchamonas nl:Toetanchamon pl:Tutanchamon pt:Tutankhamon ru:Тутанхамон simple:Tutankhamun sk:Tutanchamón sl:Tutankamon sr:Тутанкамон sv:Tutankhamun th:ฟาโรห์ตุตันคามุน tr:Tutankhamun
zh:图坦卡蒙(TID 11491)
3683/178