Vögel
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| Bild:Disambig-grau2.png | Dieser Artikel behandelt die Tierklasse der Vögel. Für übrige Bedeutungen siehe Die Vögel. Der Stadtteil Flügge findet sich unter Fehmarn |
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| Vögel | ||||||
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| Bild:Albaa.jpg Schwarzbrauenalbatros (Thalassarche melanophris) | ||||||
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Die Vögel (Aves) (von althochdeutsch: fogal zu: fliegen) bilden benachbart den Amphibien (Amphibia), Reptilien (Reptilia) und Säugetieren (Mammalia) eine Klasse von Landwirbeltieren (Tetrapoda). Die Lehre von den Vögeln ist die Vogelkunde (Ornithologie). Die Vögel leben auf allen Kontinenten; vor ... sind rund 9.800 Vogelarten bekannt. Ob diese Zahl schon weitgehend mit der Zahl aller dieser Tage lebenden Vogelarten übereinstimmt, ist jedoch umstritten: manche Ornithologen sind der Auffassung, dass die tatsächliche Artenzahl weit darüber liegen könnte.
Logisch von avis (lat.: Vogel) ist das Wiewort aviär für: auf Vögel bezogen, von Vögeln stammend.
Inhaltsverzeichnis |
Allgemeine Kennzeichen
- Vögel sind Wirbeltiere (Vertebrata) und teilen mit diesen die Besonderheiten Wirbelsäule und zwei Zwei MenschenExtremitäten, woraus die vorderen als Flügel dienen.
- Das Gefieder bestimmt das äußere Gesamtbild der Vögel wesentlich: Der Körper ist von Federn bedeckt. Diese Strukturen aus Keratin dienen beim Fliegen als Tragfläche und Steuerfläche, einer aerodynamisch günstigen Verkleidung des Körpers und als Isolation, die sogar, meist je nach Wärme und Wind, veränderbar ist. Zudem hat das Gefieder Farben und dient oft der sexuellen Werbung. Bei Wasservögeln ist es wassergeschützt und sorgt für Auftrieb. Das Gefieder wird zu bestimmten Zeiten (Mauser) gewechselt. Zumal sind bei allen Vögeln die Beine durch Kopfschuppen bedeckt, was an ihre stammesgeschichtliche Entwicklung aus der Gruppe der Reptilien erinnert.
- Alle heute lebenden Vögel besitzen einen Schnabel ohne echte Zähne. Es gibt aber ausgestorbene Arten, die bezahnt waren. Der Schnabel besteht bei allen Vögeln aus Horn. Ausnahmen bilden nur die Taubenvögel (Columbiformes) und die Gänsevögel (Anseriformes), bei denen der Schnabel aus Knochenmasse besteht und von einer weichen Haut überzogen ist.
- Alle bekannten Vogelarten besitzen eine konstante Körpertemperatur (Endothermie, Homoiothermie), die höher ist als bei allen anderen dieser Tage lebenden Tieren und ca. 42 °C beträgt.
- Die meisten Vögel sind flugfähig. Flugunfähige Arten haben sich aus Arten entwickelt, die ursprünglich fliegen konnten. Dies betrifft zum Beispiel Laufvögel und Pinguine und verschiedene Inselformen.
- Das Vogelskelett ist leicht gebaut, es besitzt zur Gewichtsreduzierung hohle Knochen. Der Anteil der Knochenmasse macht nur 8 bis 9 Prozent der Gesamtmasse aus, während er bei übereinkommen Säugern so weit wie 30 Prozent betragen kann. Das sehr große Brustbein hat einen vorspringenden Kiel, der als Herangehensweise für die sehr großen Flugmuskeln dient.
- Die Herzschlagfrequenz ist hoch: Die maximale Herzschlagfrequenz eines Strauß beträgt 178 Schläge pro Minute, diejenige eines Haussperlings 900 und schließlich diejenige eines Blaukehlkolibris 1.260 Schläge pro Minute.
- Das Zentralnervensystem ist stark entwickelt, unter den Sinnesorganen sticht besonders die Leistungsfähigkeit des Auges hervor.
- Die Stimmbildung erfolgt bei Vögeln nicht im Kehlkopf, da Stimmbänder fehlen. Dafür liegt an der Gabelung der Trachea ein gesondertes Organ, der Stimmkopf (Syrinx), auch als »unterer Kehlkopf« bezeichnet.
- Die Vogellunge mit ihren Luftsäcken ist komplizierter gebaut als die aller anderen Wirbeltiere.
- Die meisten Vogelarten besitzen zur Gefiederpflege eine besondere, Fett absondernde Drüse, die Bürzeldrüse. Bei einigen Arten wird deren Funktion durch sogenannte Puderdunen unterstützt bzw. rundum ersetzt (Kakadus, Taubenvögel, Reiher). Verständigen auf Arten fehlen als auch Bürzeldrüse sowie Puderdunen (Kormorane, Schlangenhalsvögel).
- Von den oben genannten Eigenschaften sind nur die Federn allein bei den Vögeln zu finden – so existieren (oder existierten) fliegende Tiere auch bei den Säugetieren (Fledermäuse) und Reptilien (Flugsaurier), Eier werden auch von Reptilien und Lurchen gelegt und selbst die Schnabelform ist nicht auf die Vögel beschränkt geblieben.
Entwicklungsgeschichte (Evolution)
Die Vögel entwickelten sich in der Obertrias beziehungsweise Jura. Bis auf den heutigen Tag ist die Kontroverse zwischen den Anhängern der Baumspringer bzw. Bodenläuferhypothese nicht entschieden. Die Väter der Vögel waren nach Ansicht der Plural der Persönlichkeit kleine Raubdinosaurier (Theropoden), die nach bisherigen Fossilfunden Bodenläufer waren. Die Vertreter der Minderheitenposition weisen darauf hin, dass es nach heutiger Kenntnisstand keine fliegenden oder gleitenden Wesen gäbe, die nicht von baumlebenden Väter abstammen. Da kleine baumlebende Raubdinosaurier bis jetzt anonym sind, hätten sich die Vögel aus eidechsenartigen Altvorderen entwickelt (Feduccia et al.).
Das bekannteste Bindeglied zwischen Reptilien und heutigen Vögeln ist der Archaeopteryx. Er besaß den heutigen Vögeln ähnliche Flügel. Fossilien dieser Art wurden in den Solnhofener Plattenkalken (Oberer Jura) gefunden. Er ist nach seinen Mausern benannt: Archaeopteryx bedeutet altertümliche Feder besser gesagtUrflügel.
Die Verkaufsgeschichte der einzelnen Fossilexemplare, die Fundbeschreibung und Benennung zurückwerfen die Kämpfe zwischen Kreationisten und Anhängern der biologischen Evolution wieder: Archaeopteryx zeigt Besonderheiten von Reptilien und Vögeln, ein unbefiedertes Knochengerüst mit unterlegen Erhaltung kann leicht fehlbestimmt werden, was mehrjährig beim sogenannten Harlemer Exemplar der Fall war. Ob Archaeopteryx als direkter Vorfahre der Vögel in Anfrage kommt, ist nicht klar. Zig meinen, dass er auf einem blind endenden Zweig des Stammbaumes einzuordnen ist.
Die Arten aus dem Jura hatte bisherig Kiefer mit Zähnen, eine lange Schwanzwirbelsäule und bewegliche, bekrallte Mittelhandknochen. Vermutlich war sie – wie einige Sauropoden – schon warmblütig. Auch die aus der späteren Kreide-Formation erhaltenen Wasservögel waren bezahnt. Die heutigen Vogelgruppen mit ihren unbezahnten Kiefern haben sich seit Anfang des Tertiärs herausgebildet.
Wie kamen die Vögel phylogenetisch zu ihren Federn?
1995 in der Volksrepublik China entdeckte Urvögel aus der Unterkreide waren bezüglich Krallenhand, Bauchrippen und Beckenbau dem Archaeopteryx ähnlich. Doch zeigten manche Versteinerungen Federn und ein kräftiges Brustbein wie heutige Vögel, zumal einen Schnabel ohne Zähne und schwanzwärts nur noch eine kurze Wirbelsäule. Als man 1998 einen gefiederten Minisaurier (Caudipteryx) fand, war die Entwicklung der Vögel, ihrer Mausern und teils auch des Vogelflugs fast geklärt.
Demnach entwickelten die Vogelvorfahren zunächst plus an den Vorder- und an den Hinterextremitäten Federn, möglicherweise zum Gleitflug von Baum zu Baum. Die Flügelbildungen an den Hinterextremitäten wurden im Laufe der Evolution reduziert, sodass ausschließlich die Arm- und Handschwingen zum Fliegen übrigblieben.
Nach einer anderen These bildeten sich die Mausern zuerst zum Schutz vor Wärmeverlust bei bodenlebenden, zweibeinigen Sauriern. Auch heutige Vögel haben Tausende von relativ einfach gebauten Flaumfedern, aber nur etwa 50 Schwingenfedern. Eine Entwicklung von isolierendem Flaum zu komplexeren Flugfedern macht auch die Zwischenstufen der Entwicklung plausibler, die für das Fliegen noch ungeeignet waren.
Die Vögel entfalteten sich schließlich in der Kreidezeit zu großer Artenvielfalt, erlitten aber an deren Ende – wie übrige Organismengruppen – einen großen Verlust ihrer Arten und Taxa. Von Anfang an des Tertiär entwickelten sich in sehr kurzer Zeit aus den vermutlich wenigen überlebenden Arten eine Masse neuer Vogelgruppen, die die Grundlage unsere heutigen Vögel sind. Einige dieser Gruppen starben nochmals aus. Vogelfossilien aus dem Eozän (Grube Messel) belegen eine vielfältige Vogelwelt, wobei die einzelnen Arten nicht nur in diesen Tagen noch lebenden Gruppen zuzuordnen sind. Ein Beispiel sind große, fleischfressende Laufvögel, die vormals die Rolle der noch nicht entwickelten Raubtiere einnahmen.
Fortpflanzung
Die Eiablage ist ein allen Vögeln gemeinsames Merkmal. Es gibt zwar lebendgebärende Kriechtiere und eierlegende Säugetiere – für Fische und Lurche gilt das gleiche –, aber keine lebendgebärenden Vögel. Wahrscheinlich wäre eine längere Tragzeit und die damit verbundene Gewichtsveränderung für die Vögel als Flieger zu ungünstig, wenngleich andererseits Fledermäuse und wohl auch die Flugsaurier doch lebendgebärend sind bzw. waren. Vielleicht haben die Vögel das Gebären lebender Junge auch ganz einfach nicht »erfunden«.
Einige Vögel, etwa Laufvögel und Gänsevögel haben gut entwickelte Kopulationsorgane, während zusätzliche Vogelgruppen gar keinen oder einen einfach gebauten Männliches Glied besitzen. Bei weiblichen Vögeln ist im Großen und Ganzen nur ein, und zwar der linke Eierstock (Ovar) entwickelt, während bei den Männchen zwei Keimdrüsen (Hoden) vorhanden sind.
Der Follikel- oder Ovulation – das Freiwerden der Ovum – kann durch verschiedenartige Reize (wie z. B. Blick eines Geschlechtspartners) ausgelöst werden. In der Öffnung des Eileiters verbleibt das Ei einige Minuten und wird von im Eileiter entlanggewanderten Samenzellen (Spermien) befruchtet. Danach befördern Muskelbewegungen des Eileiters das noch unfertige Ei in Neigung der Geschlechtsöffnung. Im Eileiter werden dem Eidotter (bestehend aus einem Drittel Proteinen und zwei Dritteln Abschmieren und fettähnlichen Stoffen sowie Vitaminen und Mineralsalzen) und dem sich schon furchenden Keimling erst das Eiweiß (Eiweiß: Proteine, Salze und Wasser), die Eihaut und schließlich die Eischale angelagert. Im Gegensatz zu den weichschaligen Eiern der Reptilien sind die Schalen von Vogeleiern stark verkalkt (bis zu 94 Prozent Kalkgehalt); sie zulassen jedoch einen Gasaustausch zur Atmung zu. Durch die Muskelbewegungen des Eileiters (dessen letzten Teil man als Uterus bezeichnet) erhalten Vogeleier ihre arttypische Form.
Vogeleier beinhalten alle Nährstoffe, Vitamine und Spurenelemente, die der Embryo zu seiner Entwicklung braucht. Der zum Metabolismus unerlässliche Sauerstoff wird durch die feste Schale hindurch aufgenommen. Die Eier von Nestflüchtern beinhalten mehr Eidotter als Eier von gleich großen, als Nesthocker schlüpfenden Vogelarten. In dem einen Fall sind die Küken schon kurz nach dem Schlüpfen weitgehend selbständig, während Nesthocker völlig hilflos, unbefiedert und meist blind aus dem Ei kriechen und von den Erziehungsberechtigte lange gefüttert werden.
Mehrere Vögel erbrüten nur ein Ei, während die größten Gelege mit 20 bis 22 Eiern bei Hühnervögeln vorkommen. Bei einigen Arten legen auch zwei oder zahlreiche Weibchen ihre Eier in ein gemeinsames Nest. Zahlreiche Vogelarten ziehen in einer Fortpflanzungsperiode zahlreiche Jahresbruten aufeinander folgend hoch.
Brut und Schlüpfen der Jungen
Einige Vogelarten (Großfußhühner) nutzen Fremdwärme zum Ausbrüten ihrer Eier. Die meisten Vögel jedoch wärmen ihre Eier im Brust- und Bauchgefieder. Bei einigen Arten haben die an der Brut beteiligten Geschlechter Brutflecke (federlose Hautpartien an Brust und Bauch), an denen die Körperwärme besser zu den Eiern gelangen kann als durch das isolierende Gefieder. Bei vielen Arten brüten alle beide Partner, bei anderen nur das Weibchen oder seltener ausschließlich das Männchen, beispielsweise der Kaiserpinguin. Die Bruttemperatur liegt bei etwa 34 °C. Die Eier werden während der Brut häufig gewendet, um so eine gleichmäßige Erwärmung zu gewährleisten. Diverse übrige Faktoren, wie genügend Feuchtigkeit, keine übermäßige Erwärmung durch Sonneneinstrahlung, keine oder nur einige schwache Erschütterungen unter anderem sind wichtig für eine erfolgreiche Brut. Die kürzeste Brutdauer beträgt 11 Tage, die längste etwa 12 Wochen.
Kurz vor dem Schlüpfen ist die Kalkschale durch Kalkabbau vom Embryo dünner geworden. Die Jungvögel geben oft schon vor Verlassen des Eies Rufe von sich, die vielmals der Synchronisierung des Schlüpfvorganges dienen oder für die Beziehung zwischen Altvogel und Nestling von entscheidender Bedeutung sind. Der Jungvogel reibt und pickt von drin her die Eischale auf, bis ein kleines Loch entsteht. Dazu ist auf der Spitze des Oberschnabels und bei verständigen auf Vogelarten auf dem unteren Schnabelteil ein kleiner, harter Höcker, der Eizahn ausgebildet, der manche Tage nach dem Schlüpfen abfällt oder zurückgebildet wird. Der gesamte Schlüpfvorgang dauert – je nach Vogelart – einige Minuten oder so weit wie vier Tagen (Röhrennasen).
Flugunfähige Vögel
Die Flugfähigkeit ist bei verständigen auf Vogelarten bzw. -gruppen sekundär verlorengegangen, das heißt, sie sind flugunfähig. Das kann etliche Gründe haben:
- Anpassung an das Leben im Wasser, wie dies bei den auf der Südhalbkugel lebenden Pinguinen der Fall ist. Auch die auf der Nordhalbkugel lebenden Alkenvögel zeigen eine Tendenz zur Flugunfähigkeit, der ausgestorbene Riesenalk war flugunfähig. Alle beide Gruppen „fliegen“ unter Wasser mit ihren Flügeln.
- Die Verdauung von energiearmer Nahrung erfordert ein großes und damit schweres Verdauungssystem. Grasfressende Vögel wie Gänse sind daher besonders schwer. Aufgrund des Flugvermögens können Vögel nicht beliebig an Größe zunehmen. Daher gibt es unter entsprechenden Nahrungsspezialisten ebenfalls sekundär flugunfähige Arten wie beispielsweise den Kakapo.
- Auch die Umstellung auf schnelles Laufen wie beim afrikanischen Strauß kann zu Flugunfähigkeit führen.
- Als letztes kann auch das Nichtvorhandensein von bodenbewohnenden Raubsäugern eine Flugfähigkeit überflüssig machen. Deshalb haben viele Bewohner isolierter Inseln das Fliegen zugunsten anderer Fähigkeiten aufgegeben. Vielen Arten wurde dies aber zum Verhängnis, nachdem durch Seefahrer doch Raubsäuger (z.B. Katzen), Ratten, Schweine usw. eingeführt wurden. Beispiele dafür sind die inzwischen ausgestorbenen Dronten (Didus ineptus) auf Mauritius, der neukaledonische Kagu (Rhynochetos jubatus), die neuseeländische Takahé (Porphyrio mantelli) und der gleichfalls flugunfähige Galapagoskormoran (Nannopterum harrisi).
Sinne der Vögel
Die Sinnesleistungen der Vögel unterscheiden sich nicht grundlegend von den Säugetieren. Allerdings gibt es wegen der anderen Lebensweise Unterschiede in der Bau und der Gewichtung der einzelnen Sinne, die es oft schwer machen, sich vorzustellen, wie Vögel ihre Umwelt wahrnehmen.
Sehen
Je nach Ökologie bieten Vogelaugen mehrere Spezialanpassungen. So können Eulen bei Nacht zwar mehr sehen als Tagvögel oder der Mensch, ihr Sehen ist allerdings weniger auf Sehschärfe, als auf Lichtausbeute ausgerichtet. Dies funktioniert zwecks gleicher Physik wie bei lichtstarken Objektiven, die auch mit wenig Beleuchtung auskommen, sich dabei aber Schärfeprobleme, besonders mit der Schärfentiefe einhandeln. Wanderfalken sind dagegen auf Tagjagd optimiert, sie können kleine Objekte wie Beutevögel über Entfernungen von über einem Kilometer ausmachen und verfolgen. Zumindest kleine Vögel sind in der Lage, UV-Licht zu sehen, bei großen Vögeln wird das Ultraviolettes Licht vom Glaskörper des Auges zu stark ausgefiltert. Etliche Arten verfügen nicht nur drei Farbrezeptoren wie der Mensch, für einen zusätzlichen Farbrezeptor für violettes Helligkeit der sich bei Kompromiss finden Vogelgruppen zu einem UV-Rezeptor (um 375 Nanometer) entwickelt hat. Evolutiv ist zu diesem Punkt nur die Mutation von 3 Aminosäuren des Opsins notwendig.
Der Nutzen des UV-Lichtes ist sehr unterschiedlich:
- Mäuse-Urin leuchtet im UV-Bereich, mäusejagende Greife können so von oben eine Landschaft auf ihren Mäusereichtum beurteilen.
- Bei Früchten kann der Reifegrad ganz anders beurteilt werden, manche Schimmelpilze bieten im UV-Bereich sonstige Farben und fallen so besser auf.
- Es gibt einige Vogelarten, bei denen sich die Geschlechter im für uns sichtbaren Licht nicht unterscheiden, wohl aber im UV-Licht. Stare oder einzelne Meisenarten (Blaumeisen) sind dafür ein Beispiel.
Die meisten Vogelarten können mehr Bilder pro Sekunde unterscheiden als wir Volk (siehe Flimmerfusionsfrequenz). In der Vogelhaltung werden daher Neonröhren nicht mit 50 Hertz betrieben, da dieses Helligkeit für Vögel flimmert. Vogelaugen sind unterschiedlich als bei Säugern fest in der Schädelkapsel fixiert, also unbeweglich. Je nach ökologischer Anpassung ist die Fähigkeit zum räumlichen Sehen von Art zu Art sehr unterschiedlich. Bei Artengruppen, die unter einem hohen Verfolgungsdruck durch Raubtiere stillstehen (z. B. Tauben und Hühnervögel), sind die Augen seitlich am Kopf angeordnet. Dies rechtmäßig einen fast vollständigen Panorama um 360°, die Überlappung der Sichtfelder und damit die Fähigkeit zum räumlichen Sehen ist aber relativ gering. Das weitere Extrem stellen Eulen dar. Bei ihnen sind die Augen nebeneinander an der Front des Kopfes angeordnet (also wie bei Menschen). Die Sichtfelder der Augen überlappen sehr stark, entsprechend gut ist daher auch das räumliche Sehvermögen. Die geringe seitliche Ausdehnung des Sichtfeldes wird durch eine sehr starke Beweglichkeit der Halswirbelsäule ausgeglichen. Eulen können ihren Kopf um so weit wie 270° drehen.
Zig Vögel wippen beim Gehen mit dem Kopf vor und zurück. Dabei dient die Rückwärtsbewegung dazu, den Kopf für einen Augenblick relativ zur Umgebung in Ruhe zu halten, sodass das Bild auf der Organ sich nicht bewegt, an Stelle der besseren Luzidität bewegter Objekte – wie z. B. eines Raubtieres.
Magnetsinn
Bei sich verständigen auf Arten, besonders bei Zugvögeln, ist ein Sinn für das Magnetfeld der Erde nachgewiesen. Dieser Magnetsinn ist wahrscheinlich im rechten Auge des Vogels und/oder im Schnabel lokalisiert.
Der Magnetsinn im Auge funktioniert mit Hilfe der so genannten Radikalpaarbildung. Dabei lässt das ins Auge fallende Beleuchtung bestimmte Moleküle zu Radikalen zerfallen. Diese Reaktion könnte durch das Erdmagnetosphäre gelenkt werden. Der Magnetsinn im Schnabel funktioniert durch eingelagerte magnetische Teilchen, die sich nach dem Magnetfeld der Erde ausrichten und so einen Reiz auf das umliegende Nervengewebe ausüben. Im Gegensatz zum technischen Kompass richtet sich der Magnetsinn der Vögel nicht nach der Polung des Magnetfeldes, statt basiert auf der Erkennung der Inklination der Erdmagnetfeldlinien.
Experimentell begutachtet wurde der Magnetsinn erstmalig 1967 am Zoologischen Institut in Frankfurt am Main durch Wolfgang Wiltschko bei Rotkehlchen.
Hören
Vögel bieten keine Ohrmuschel, die äußere Gehöröffnung ist von einem Kranz geringer Federn umgeben. Zur Schallortung müssen Vögel daher intensive Kopfbewegungen ausführen. Das Mittelohr besitzt nur ein Gehörknöchelchen, die Columella, die dem Steigbügel der Säugetiere entspricht. Die Schnecke ist relativ kurz und nur leicht schraubenförmig und wird als Papilla basilaris bezeichnet. Der Hörsinn ist bei Vögeln dennoch relativ gut entwickelt und hat z. B. bei Eulen große Bedeutung für die Beutejagd. Der Frequenzbereich ist ähnlich wie beim Menschen, tiefe Töne bis 100 Hertz werden nicht wahrgenommen. Das zeitliche Auflösungsvermögen für Töne liegt über dem des Menschen. Ornithologen müssen sich bei vielen Lautäußerungen von Vögeln damit behelfen, dass sie sie aufnehmen und verlangsamt abspielen, um die Einzelheiten hören zu können.
Gleichgewichtssinn
Vögel verfügen viele unabhängige Gleichgewichtsorgane. Daneben einem Gleichgewichtsorgan im Ohr sitzt ein zweites Organ im Becken, das z. B. beim Absitzen auf Ästen die Körperlage analysiert. Vögel, bei denen dieses Organ zerstört ist, können ohne Gesichtssinn auf Störungen wie beispielsweise das Drehen des Sitzastes nimmer richtig reagieren.
Geruchssinn
Sehr stark ging man von der Vorstellung aus, dass Vögel nur einen gering entwickelten Geruchssinn verfügen (sog. Mikrosmatiker). Als Ausnahmefall galt der neuseeländische Kiwi, der seine Nasenöffnung an der Schnabelspitze hat und sich größtenteils nach dem Aroma orientiert. Aber auch die Gruppe der amerikanischen Neuweltgeier besitzt beweisbar Geruchsvermögen. Das wird u.a. auf die fehlende Nasenscheidewand zurückgeführt und ist in Freilandbeobachtungen und -versuchen erwiesen worden. Neuere Untersuchungen zeigen aber, dass auch übrige Vogelarten ein wenigstens dem Volk ebenbürtiges Geruchsempfinden haben.
Geschmackssinn
Die Geschmacksknospen der Vögel liegen nicht wie beim Säuger auf der Zunge, an Stelle im Bereich des Zungengrunds und im Rachen. Die Anzahl der Geschmacksknospen ist deutlich weniger bedeutend als bei Säugetieren (Ente etwa 200, Mensch 9.000), dennoch ist der Geschmackssinn bei Vögeln nicht so untergeordnet wie man lange imaginär hat. Je nach Art spielt der Geschmack gegenüber dem Taktile Wahrnehmung des Schnabels und der Lasche jedoch bei der Nahrungsauswahl eine untergeordnete Rolle.
| Bild:Koerperteile der Voegel 1.png Kopf- und Schnabelform | Bild:Koerperteile der Voegel 2.png Gefieder | Bild:Koerperteile der Voegel 3.png Darmkanal und Fußformen |
Ordnungen und Familien der Vögel
Die Klasse der Vögel ist die artenreichste der Landwirbeltiere. Sie umfasst etwa 9.000 Vogelarten mit ca. 35.000 Unterarten. Von ihren zwei Unterklassen (Urkiefer- und Neukiefervögel) ist erstere klein und bis auf 6 Familien ausgestorben. Hierhin gehören speziell die Laufvögel, die wegen des fehlenden Brustbeinkamms flugunfähig sind. Von den weiteren etwa 30 Ordnungen umfasst jene der Sperlingsvögel fast 60 Prozent aller Arten. In dieser Gruppe ist wiederum die Aufschub der Singvögel (Passeri) die umfangreichste. Eine systematische Übersicht findet sich unter Systematik der Vögel.
Vogelschutz
Die Zahl der Vogelarten nimmt ab. Jede Menge der ausgestorbenen Arten gehörten zu Inselpopulationen; sie wurden durch den Leute oder von ihm eingeführte zusätzliche Tierarten ausgerottet. Gegenwärtig gültig sein über 10 Prozent der 9.000 rezenten Vogelarten als gefährdet. Sie werden in sogenannten roten Listen aufgeführt. Weltweit arbeitet die Vogelschutzorganisation BirdLife International, mit ihren jedes Mal nationalen Partnerorganisationen für den Schutz der Vögel und ihrer Lebensräume. In Deutschland ist der Naturschutzbund Deutschland (NABU, der Landesbund für Vogelschutz LBV in Bayern ist angegliedert) der nationale Partner von BirdLife. In der Eidgenossenschaft arbeiten der Schweizer Vogelschutz SVS, ASPO, ASPU und in Österreich Birdlife Österreich für den Bewahrung der Biologische Vielfalt als BirdLife-Partner.
Siehe auch: Vogelwarte, Sibley-Ahlquist-Taxonomie, Systematik der Vögel, Ausgestorbene Vögel
Vögel und Menschen
Seit der Menschwerdung hat der Homo sapiens auch die Vögel aufmerksam beobachtet, um sich von ihnen orientieren oder alarmieren zu lassen, sie zu jagen oder einzufangen. Der afrikanische Honiganzeiger z. B. führt Leute zu den Nestern von Wildbienen, um die Larven zu fressen, während der Mensch vom Honig profitiert. Recht jede Menge Vogelarten spielen daher in der Mythologie eine Rolle, vom Adler bis zum Sperling. Vögel erscheinen in zahlreiche Redensarten: Jemand stinkt wie ein Wiedehopf oder ist zänkisch wie eine Meise o. ist einfach ein Gimpel, wenn er jedem auf den Leim geht (gemeint hier der Vogelleim). Gestisch kann man ihm einen Vogel zeigen. In den Künsten stippen verschiedene Vogelarten auf, um nur Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen zu nennen.
In vielen Kulturkreisen sind mythologische Vögel anzutreffen. Erwähnt seien etwa Phönix, Greif, Ziz (Jüdisch), Roch (Arabisch), Feng (Chinesisch) oder etwaGaruda (Indonesisch). Neben seien die Harpyien der griechischen Sagenwelt sowie Wotans Begleiter, die Raben Hugin und Munin, genannt.
Auch die Heraldik ist reich an stilisierten Vogelmotiven. Hier tritt speziell der Adler in Erscheinung, der das Wappentier vieler Vereinigte Staaten (Deutschland, Österreich, Polen, USA u.a.) ist.
Der Mensch hält mehrere Vogelarten als Haus- oder Nutztiere. In Deutschland nimmt die Gebrauch einheimischer Vogelarten als Haustier seit dem 19. Jahrhundert jedoch stark ab. Der Aufnahme von Geflügel erfüllt eine wichtige Rolle bei der menschlichen Ernährung, denn das Nahrungsmittel ist fettarm und liefert hochwertiges Protein. Einige Arten, wenn schon als Jungvögel und im Käfig behäbig dazu angehalten, pauken es auch, Worte und kurze Sätze nachzusprechen, so besonders - nach absteigender Gelehrigkeit geordnet - Papageien und Beos, Stare sowie verschiedene Arten der Rabenvögel. Multipel möglich machen sie sich abrichten, beispielsweise Körner von den Lippen aufzunehmen bis hin zur Dressur als Nutztier, z. B. als Jagdfalke. Kanarienvögel waren in Deutschland bis in die 50er Jahre wichtige Nutztiere im Kohlebergbau, wo ihr Verhalten vor dem Auftreten giftiger Gase (Kohlenmonoxid) warnte, die beim Stollenvortieb austreten können.
Das Zusammenleben mit Vögeln, gerade der intensive Kontakt, birgt für den Volk jedoch immer wieder einmal ernste Gefahren in Form übertragbarer Krankheiten (Zoonosen). In Einzelfällen ist z. B. der Erreger der Geflügelpest bzw. der Vogelgrippe auf den Volk übertragen worden, der Krankheitsverlauf endet meist tödlich.
Siehe auch: Vogelsang
Weitere Informationen
| (TID 646251) | Wiktionary: Vogel – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
(TID 222120)
- Rekorde im Tierreich:
- Kleinster Vogel: Zwergkolibri (5,7 cm), in Europa: Wintergoldhähnchen (9 cm)
- Größter Vogel: Strauß (2,7 m), fliegend: Andenkondor (bis 3,25 m Spannweite)
- Schnellster Vogel: Sturzflug: Wanderfalke (über 350 km/h), Horizontalflug: Mauersegler (200 km/h), laufend: Strauß (72 km/h), schwimmend: Eselspinguin (27 km/h)
Literatur
- Einhard Bezzel, Roland Prinzinger: Ornithologie. Unternehmen Eugen Ulmer, 2. Auflage, Stuttgart 1990, ISBN 3825280519
Weblinks
- Avibase - Die Welt-Vogel-Datenbank
- Merkmale der Vögel
- Vögel (Aves): Biologie
- Vogel-Monographien im Natur-Lexikon
- Schweizerische Vogelwarte, alles rund um Vögel
- Johann Friedrich Naumann
- Vogellexikon.de
- Rote Liste bedrohter Vögel in Europa
- Der Vogel auf tierlexikon.ch
Vogelstimmen
- Häufige Gartenvögel und ihre Stimmen mit Quiz
- Vogelstimmen.de
- vogelstimmen-wehr.de
- Vogelstimmen Audio filesaf:Voël
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