Venedig
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| Bild:Disambig-grau2.png | Dieser Artikel behandelt die Gemeinde Venedig, für die historische Republik siehe Republik Venedig, für die italienische Provinz siehe Provinz Venedig |
(TID 537469)
| Venedig | |
|---|---|
| Bild:Venedig (Satellitenaufnahme).jpg | |
| Basisdaten | |
| Provinz: | Venedig (VE) |
| Region: | Venetien |
| Einwohner: | 271.251 (31.12.2004), davon 64.000 in der Altstadt |
| Höhe: | 0-1 m ü. NN |
| Vorwahlen: | 0039 (Italien) - 041 (Stadt) |
| Geografische Lage: | Koordinaten: 45° 26′ N, 12° 19′ O45° 26′ N, 12° 19′ O (TID 488890) |
| Stadtgliederung: | 6 Municipalità. Die historische Kernstadt ist in Sestieri aufgeteilt. |
| Offizielle Website: | www.comune.venezia.it |
| Bürgermeister: | Massimo Cacciari (Stand: 2006) |
(TID 438491)
(TID 222876)
] (ital. Venezia [veˈnɛtːsi̯a(TID 438491)
(TID 222876)
]) ist eine Gemeinde im Nordosten Italiens an der adriatischen Küste, Ort der Region Venetien und der Provinz Venedig.
Die Gemeinde ist eines der beliebtesten touristischen Ziele in Europa. Berühmt ist sie überwiegend für ihre besondere Lage im Wasser, ihre bewegte Geschichte, aus der zahllose bis zum heutigen Tag erhaltene Kunst- und Bauwerke hervorgegangen sind, sowie den Karneval in Venedig. Auf der UNESCO-Liste der schützenswerten Kulturdenkmäler des Kontinents liegt Venedig auf Platz 1.
Inhaltsverzeichnis |
Lage und Stadtgliederung
Das historische Zentrum Venedigs liegt auf mehreren Inseln mitten unter der Lagune von Venedig einige Kilometer nördlich der Mündung des Po. Am wichtigsten sind dabei die durch den Canal Grande (auf italienischen Karten oft auch als Canale Grande bezeichnet) in zwei Teile getrennte Hauptinsel und die durch den Canale della Giudecca von der Hauptinsel getrennte Giudecca. Auf dem Land gehören die "hässlichen Schwestern" Mestre und Marghera dazu. Rund um die Lagune finden sich andere Städte, u. a. die Fischerstadt Chioggia, die auch den Übernamen "das kleine Venedig" trägt. Der Lido gehört politisch zur Gemarkung Venedig, ebenso Inseln wie Torcello, Murano, Burano, Sant'Erasmo und Vignole.
Das historische Zentrum der Stadt ist gebräuchlich aufgeteilt in sechs Stadtteile: Cannaregio, San Polo, Dorsoduro (mit der Eiland Giudecca), Santa Croce, San Marco und Castello (mit San Pietro di Castello und Sant'Elena).
Venedig ist eine Gemarkung im Wasser, sie wurde auf Mio. von Eichen- und Ulmenpfählen, die man in den sandigen und schlammigen Untergrund rammte, gebaut.
Geschichte und Kunstgeschichte
Zur Geschichte der Republik, siehe den Hauptartikel: Republik Venedig
Was dieser Tage Venedig ist, entwickelte sich schon seit der späten Antike in Form verstreuter Siedlungen auf den Inseln der entstehenden Lagune. Der Name Venedig zeugt vom Volk der Veneter, das hier ansässig gewesen war.
Die Ort wurde durch Flüchtlinge aus Oberitalien besiedelt, die sich vor der Okkupation der Hunnen 452 und später der Langobarden 568 in den Sümpfen und auf den zahllosen Inseln der Brenta-Mündung verbargen. Die vor den Hunnen Flüchtenden sollen sich mit der Parole Veni etiam (etwa: "Auch ich bin (hierher) gekommen") gegrüßt haben. Von dieser Devise soll sich nach einer anderen gängigen Erklärung der Name Venedig ableiten.
Venedig trat die politische Nachfolge der Laguneninsel Torcello an, die als bedeutende Bischofsstadt aus noch unbekannten Gründen (Malaria?) von ihren Bewohnern in Tendenz Venedig verlassen wurde und dabei eine Abgegangene wurde.
Als Außenposten des Byzantinischen Reiches gelang es den Venezianern, im Gegensatz zu den übrigen oberitalienischen Städten, ihre Selbstständigkeit gegenüber dem Fränkischen bzw. dem Anbeten Römischen Reich zu bewahren. Außerdem profitierten sie davon, dass Byzanz angesichts der Invasionen von Langobarden, Franken, Slawen, Awaren, Persern und Arabern nicht in der Lage war, diesen Außenposten wirklich zu beherrschen. Au contraire gelang es Venedig sehr siegreich zwischen den Kaiserreichen zu lavieren und äußerst günstige Handelsverträge zu erwirken, die ihm eine jahrhundertelange Monopolstellung im Deal zwischen Westeuropa und Byzanz sicherten. Schon früh unter Führung eines Dogen und seiner verschiedenen Ratsgremien, wie etwa des Kleinen und des Großen Rates, erreichte der venezianische Stadtadel eine Stabilisierung seiner Hegemonie in der Gemeinde durch Handelsprivilegien, Abschließung gegen aufsteigende Familien (1297) und die Einführung von Überwachungsgremien mit fast unbeschränkter Ermächtigung (wie etwa dem Rat der Zehn).
Es bildete sich die Republik Venedig heraus, die sich im Lauf des 14. Jahrhunderts auch auf das Land ausdehnte. Schon im 10. Jahrhundert unterstützte die Gemeinde ihre einstige Herrin Byzanz gegen die in Süditalien eingefallenen Muslime. Der byzantinische Einfluss in der Gemarkung ist auch an vielen Bauten erkennbar, wie z. B. am Markusdom.
Im 9. Jahrhundert wurde der heilige Markus zum Schutzpatron erkoren, er gesellte sich zum anbeten Theodor. Die Säulen der beiden Vergöttern befinden sich noch in diesen Tagen auf der Piazzetta, dem zum Meer weisenden Nebenplatz des Markusplatzes. In San Marco werden die Knochengerüst des vergöttern Markus aufbewahrt, die der Legende zufolge von zwei venezianischen Kaufleuten, einem Buono di Malamocco und einem Rustico da Torcello aus Alexandria gestohlen wurden.
Dieser Akt zeugt schon von einem gestiegenen Selbstbewusstsein. Durch ihre Beziehungen zu Byzanz konnte die Ort in diesem Raum enorme wirtschaftliche Vorteile gewinnen. Seit sie ihre Kriegsflotte gegen die seldschukischen Türken eingesetzt hatte, gestand ihr Kaiser Alexios I. 1081 ein Handelsabkommen zu, das ihr das De-Facto-Monopol im Byzantinischen Reich gab.
Im Zuge der ersten Kreuzzüge und bedingt durch diese Handelsprivilegien, die sich auch in einem Kaufmannsviertel in der Gemarkung niederschlugen, nahmen die Feindseligkeiten zwischen Venezianern und Byzantinern zu.
Den Vierten Kreuzzug dirigierte der Doge Enrico Dandolo um und bemächtigte sich des reichen Konstantinopel. 1204 wurde die Ort erobert und geplündert; das neu entstandene Lateinische Kaiserreich wurde von Venedig dominiert - die Gemeinde hatte den ersten Höhepunkt ihrer Macht erreicht.
Zahllose geraubte Kunstschätze gelangten von Byzanz in den Westen, so auch die bronzene Quadriga der Markuskirche. Aus diesem 'Coup' - der die Hauptursache für das bis zum heutigen Tag andauernde misstrauische Verhältnis der orthodoxen Völker Osteuropas, gerade der Russen, gegenüber dem Okzident war - folgte allerdings auch ein endloser Konflikt mit Genua, der Auslöser für vier verheerende Kriege war. Im letzten Bewaffnete Auseinandersetzung eroberten die Genuesen 1381 das am Südrand der Lagune gelegene Chioggia, mussten aber letzten Endes erfolglos abziehen. Während Genua den Deal über das Schwarze Meer steigernd dominierte, herrschte Venedig im Levantehandel vor. Durch die Eheschließung von Caterina Cornaro mit dem letzten König von Zypern fiel die Eiland nach dem Tod des Königs und auch des Thronfolgers an Venedig.
Seit dem Fall von Konstantinopel 1453 musste Venedig seine Positionen im östlichen Weltmeer nach und nach den Osmanen überlassen, seine Bedeutung nahm auch in Folge der Verlagerung des Weltverkehrs auf den Atlantik immer mehr ab. Portugal entdeckte den Seeweg um Afrika nach Indien (Vasco da Gama), das Alleinstellung am Markt Venedigs auf den Gewürzhandel mit den Bedingen der Levante ging verloren.
Nach dem Verlust von Zypern an das Osmanische Reich 1571 wurde dieses von der Heiligen Liga, vorhanden aus Papst, Spanien und Venedig zwar besiegt Seeschlacht von Lepanto, doch der Sieg konnte den Verlust Zyperns sowie den weiteren machtpolitischen Niedergang Venedigs nicht aufhalten. Eiland um Eiland in der Ägäis ging an die Osmanen verloren, die Republik zog sich mehr und mehr in die Lagune zurück.
Mit der Entdeckung und Ausbeutung Amerikas und dem damit einhergehenden Aufblühen Portugals, Spaniens und schließlich Englands sowie Hollands als neue Seemächte, waren die Tage Venedigs als dominierende See- und Handelsmacht gezählt.
In der Folge übernahm die Luxusindustrie (vor allem die Glasherstellung auf Murano) die Rolle des Levantehandels, ebenso der Tourismus. Venedig und Florenz waren die ersten Orte, die zum größeren Teil vom Reisebranche lebten. Venedig konnte Dalmatien und einstweilig den Peloponnes (unter dem Namen Morea) sowie einige griechische Inseln unter seiner Hoheit halten. Der Niedergang der Gemeinde im 18. Jahrhundert, zumal der ökonomische, wird in der jüngsten Wissenschaft in der Regel meist als Legende behandelt; politisch war sie seit unbedeutender als vorher.
1797 verlor die Republik Venedig durch Napoleon Bonaparte ihre Selbstständigkeit und wurde 1815 ein Teil des Lombardo-Venezianischen Königreiches, das unter österreichischer Oberhoheit stand.
Im Revolutionsjahr 1848 (vgl. Märzrevolution) wurde nach verschiedenen Aufständen in weiten Teilen der ganzen Lombardei am 23. März 1848 unter Daniele Manin wieder eine Republik in Venedig ausgerufen, die über ein Jahr ihre Unabhängigkeit von Österreich behaupten konnte. Am 24. August 1849 wurde die Stadtrepublik von österreichischen Truppen blutig niedergeschlagen, nachdem davor in zwei kurzen Revolutionskriegen zwischen Österreich und Sardinien-Piemont auch die anderen revolutionären Unabhängigkeitsbewegungen in ganz Oberitalien siegreich unterdrückt worden waren.
In Folge der Niederlage Österreichs gegen Preußen im Deutschen Krieg von 1866, in dem das 1861 neu gegründete Königreich Italien Verbündeter Preußens war, kam Venedig gemäß dem Wiener Friedensvertrag vom 3. October 1866 an Italien (vgl. auch Risorgimento).
Kunsthistorisch ist Venedig zur Zeit der Renaissance und des Barock von höchster Bedeutung: es war der "Gegenpol" zu Florenz und beherbergte jede Menge Künstler wie Correggio, Giorgione, Giovanni Bellini, Tizian und später Tintoretto und Giovanni Battista Tiepolo. Der venezianische Stil ist dem Florentiner komplementär: während in Florenz mehr Wert auf Zeichnung und Komposition eines Bildes gelegt wurde, dominierten in Venedig Helligkeit und Farbe. Man kommt allerdings nicht umhin zu konstatieren, dass das Seicento, also das 17. Jahrhundert, in Verhältnis auf die Kunstgriff in Venedig eine weniger glückliche Zeit war.
Die Kunst, einen Gegenstand durch Farbe und Lichteffekte räumlich erscheinen zu lassen, wurde hier erfunden. So wurde auch ein großer Reichtum in der Farbpalette entwickelt. Dieser Antagonismus zwischen Florenz und Venedig lässt sich durch die ganze spätere abendländische Kunstgeschichte bis 1900 weiterverfolgen.
Hochwasser
Die Gebäude Venedigs sind auf Holzpfählen erbaut, die in verschiedene Anhäufen von Ton und Sand eingerammt sind. Die Ingenieurwissenschaften der "palificazione" hat sich, ausgenommen von einer Mechanisierung, bis zum heutigen Tag erst einmal nicht geändert. Venedig ist oft von Hochwasser (Acqua Alta) bedroht. Auf dem Markusplatz steht durchschnittlich inzwischen an etwa 100 Tagen im Jahr das Wasser. 1966 ereignete sich eine große Sturmflut. Der Meeresspiegel in der Lagune liegt dieser Tage 23 cm höher als noch zu Beginn des 20. Jhdts., partiell wegen der inzwischen gestoppten Absenkung des Lagunenbodens durch Wasserentnahme und durch den allgemeinen Anstieg des Meeresspiegels. Diese Entwicklung bedroht die historische Bausubstanz der Stadt. Ein Schleusensystem an den Hafeneinfahrten soll die Gemarkung vor den wiederkehrenden Hochwassern schützen. Das seit Ende 2004 in Bau befindliche Vorhaben MOSE (modulo sperimentale elettromeccanico) besteht aus 79 Schleusentoren auf dem Meeresgrund, die ab einem Flut von 110 cm über dem Normalpegel durch Pressluft aufgerichtet werden sollen. Die Komplettierung ist für 2011 vorgesehen.
Kritiker führen gegen das Vorhaben an, dass der Normalnull durch die weltweite Klimaerwärmung noch weiter steigen könnte und die Ökologie in der Lagunenstadt durch die Schleusen beeinträchtigt wird. In der Tat sind die zur Befriedigung der Bedürfnisse der Erdölindustrie (Industriehafen Briefporto Marghera) und des Fremdenverkehrs (Kreuzfahrtschiffe) immer weiter vertieften Hafeneinfahrten, unter speziell die nördliche bei Punta Sabbioni, das Hauptproblem.
Verkehr
Venedig ist überwiegend eine Fußgängerstadt. Benachbart unzähligen Gassen, Gässchen, Sackgassen, Durchgängen und Uferstreifen, sowie Plätze und Plätzchen, die als "calli", "salizzade","rughe","liste", "rami" "sottoporteghi", "rii terrà" und "fondamenta", sowie "campi" und "campielli" bezeichnet werden, gibt es auch eine "strada" (Strada Nova) und drei "vie" (Via 2 aprile, Via V.Emanuele und Via Garibaldi) in der Stadt. Nur der Markusplatz darf sich "piazza" nennen. Etliche dieser Verkehrswege haben als Namen die Bezeichnung der ehemaligen, dort tätig gewesenen Berufe, besser gesagtBerufsvereinigungen (Scuole artigianali). Benachbart diesen Landverkehrswegen bilden für den Warentransport die rund 150 bis 180 Kanäle das Rückgrat. Wasserbusse (vaporetti) wurden gegen Ende des 19. Jahrhunderts eingeführt. Für ihren Betrieb zeichnet in diesen Tagen die städtische Verkehrsgesellschaft ACTV (Azienda del Consorzio Trasporti Veneziano) verantwortlich.
Nicht weniger wichtig als die vorgenannten Landverkehrswege sind die Verbindungen derselben, die rund vierhundert Brücken von Venedig.
Über die 3,6 km lange, sog. Ponte della Libertà (Brücke der Freiheit) für KFZ und Gefährt ist die Historischer Stadtteil an das Gegend angebunden. Es bestehen zwei Hauptbahnhöfe: Venezia Santa Lucia als Kopfbahnhof auf der Eiland sowie der Knotenbahnhof Venezia Mestre im gleichnamigen Festlandsstadtteil, dem sich europäisch ein stillgelegter, aber noch für den örtlichen Güterverkehr benützter Rangierbahnhof anschließt.
Unter Bürgermeister Paolo Costa wurde zuletzt die Fertigung einer U-Bahn-Linie mit direktem Ausstieg auf dem Markusplatz und Murano forciert. Costas seit Apr. 2005 amtierender Nachfolger, der Philosoph Massimo Cacciari, misst dem Unterfangen jedoch keine hohe Priorität bei, so dass mittelfristig nicht mit dem Bau einer Bahn zu rechnen ist. Allerdings hat man mit dem Bau einer vierten Brücke über den Canal Grande begonnen, gerade (2005) sind die Verankerungen an beiden Ufern zu sehen. Die Brücke wird die Piazzale Roma mit dem Uferstreifen (Fondamenta S.Lucia) östlich des Bahnhofs Santa Lucia verbinden.
Venedig verfügt über zwei Flughäfen: Flughafen Venedig (Marco Polo) und den von Billigfluggesellschaften angeflogenen Flughafen Venedig (Treviso).
Die Typ werden mit großer Wahrscheinlichkeit ihr Auto auf der Eiland Tronchetto parkieren müssen, da die Parkhäuser auf der Piazzale Roma immer überbelegt sind.
Wasserversorgung
Da Venedig durch die Lage in der Lagune keinen festen süßwasserführenden Grund unmittelbar unter sich hat, war man gezwungen, das Trinkwasser durch Sammeln von Regenwasser in Zisternen und Born zu gewinnen. Lange Trockenperioden führten jedoch oft zu großen Problemen bei der ausreichenden Anlieferung der Bevölkerung mit Trinkwasser.
In diesen Zeiten war man gezwungen, unter großem Kosten vom Fluss Seriola Wasser herbei zu schaffen. Der Transport des Wassers oblag der Zunft der Acquaroli, die mit ihren Holzbooten, den burchi, das Trinkwasser in die Gemarkung brachten.
Die Republik veranlasste aus diesem Grunde des öfteren die Bohrung von artesischen Brunnen, die aber alle nicht sehr siegreich verliefen. Eine Zeitlang dachte man daran, vom Fluß Sile ein Aquädukt in die Gemarkung in zu bauen, doch ließ man auch dieses Ansinnen nach langem Hin und Her abermals fallen.
Jahr 1830 fand in Vicenza ein Naturalistenkongress für und die dort geführten Diskussionen führten dazu, dass man die Möglichkeit, Venedig mit ausreichend Trinkwasser zu versorgen, ernsthaft ins Auge zu verhaften begann. Man entschloss sich zu einer Bohrung so weit wie 300 Metern Tiefe und hoffte, dort auf Wasserströme zu stoßen, die aus den Alpen kamen. Als man in 20 Metern Tiefe noch immer auf keine festen Anhäufen stieß, gab man den Versuch auf. Auch einem nochmaligen Versuch, einige Jahre später, den Untergrund zum Zwecke der Errichtung von artesischen Quelle zu sondieren, war kein Heil beschieden.
Anno 1848 entschloss sich die mit der Wassersuche betraute Gesellschaft, auf der Riva Ca' di Dio zu einer Bohrung so weit wie rund 170 Metern Tiefe. Als man nach 145 Metern auf eine starke Wasserader stieß, war man dergestalt euphorisch, dass man die Bohrung fortsetzte. Damit beschädigte man die abdichtende Stausohle des gefundenen Süßwassers und machte es unbrauchbar.
Die immer größer werdenden Probleme der Trinkwasserversorgung führten zu ungezählten Gesprächen, Vorschlägen, Plänen und auch Querelen unter den Verantwortlichen.
Der Vorschlag des Londoner Unternehmens Ritterbant & Dalgairns, eine Wasserleitung von der Seriola in die Ort in zu verlegen, stieß im Jahre 1875 auf positiven Widerhall. Allerdings musste man die Seriola von Moranzani bis zur Brenta bei Strà verlängern, damit sie auch das Wasser dieses Flusses führe. Am 31. Jul. 1885 wurde die neue Gerät angeschaltet genommen und bescherte Venedig eine ausreichende Anlieferung mit Trinkwasser.
Ritterbant & Dalgairns erstellte darauf einen weiteren Plan zur besseren Wasserversorgung und man schloss am 2. Mai 1889 einen Vertrag mit der Stadt, der im März 1891 durch die Inbetriebnahme einer neuen, sublagunaren Leitung erfüllt wurde. 1897 wurde Murano, 1900 die Giudecca, der Lido und alternative kleine Inseln der Lagune an die Apparat angeschlossen.
Am 18. Juli 1911 riss ein Boot das Hauptrohr der Apparat auf und binnen kürzester Zeit war das gesamte Trinkwasser durch das eingedrungene Brackwasser untrinkbar geworden. Aufwändige Reparatur- und Reinigungsarbeiten beseitigten den Schaden nur unzureichend, so dass 1912 mit den Arbeiten zum Bau einer neuen Wasserleitungsrohr angebrochen wurde, die aber durch die Ereignisse des Ersten Weltkrieges unstetig wurden. Nach Kriegsende erfolgte jedoch sehr rasch die Fertigstellung. Die neue Leitung verlief über eine Länge von über 20 Kilometern von Sant´Ambrogio (Scorzé) bis nach S. Giuliano am Rande der Lagune. Eine doppelte Leitung, die partiell am Lagungengrund verläuft, führte Venedig aus den Sant`Ambrogioquellen schließlich ausreichend Trinkwasser zu.
Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden, nicht zuletzt durch die Erfordernisse des zunehmenden Massentourismus, am Gegend andauernd neue Quellen erschlossen und Wasserleitungen verlegt, so dass in diesen Tagen die Gemarkung eine Wasserversorgung gleich einer am Land liegenden Gemarkung hat.
Kultur
Architektur
Profanbauten
Ein Palast wird zusammenfassend in Venedig als Casa (abgekürzt Ca′) bezeichnet. In der öffentlichen Wahrnehmung gab es nur drei Paläste, die als solche bezeichnet wurden: den Dogenpalast (Palazzo Ducale), den Bischofspalast, sowie die Wohnsitz des Patriarchen von Grado. Von den sogenannten byzantinischen Palästen gibt es dieser Tage nur noch wenige, und diese sind im 19. Jahrhundert weitgehend verändert worden. Viel alte Substanz ist noch an der Ca' da Mosto (am Canal Grande nordwestlich der Rialtobrücke) erhalten. Die dekorativen Einzelheiten des Komplexes Loredan und Farsetti, dieser Tage Rathaus und Kommunalverwaltung, entstammt weitgehend dem 19. Jahrhundert. Dennoch lässt sich die Fassadenkomposition einer typischen "casa-fondaco" (abgeleitet vom arabischen "funduq" = Lagerraum) noch klar ablesen: eine Arkadenreihe im Erdgeschoss, welche zum Ein- und Abladen von Güter geeignet war und ein gleichermaßen durchgehend aufgerissener Piano Nobile. Im Entwurf äußert sich dies in einem zentralen Saal, der sich zur Fassade T-förmig erweitert.
Im Verlaufe der Gotik wurden die Saalproportionen steiler, und der T-förmige Planung wurde anstatt eines leicht L-artigen, später nur noch geraden durchgehenden Saales aufgegeben. Der sogenannte "gotico fiorito" (keine Übersetzung sinnvoll) verwendet im 15. Jahrhundert an manchen Architekturen am Canal Grande Maßwerk, welches sich vom Dogenpalast herleitet. Der größenmäßig bedeutendste Bau ist die Ca' Foscari an der ersten Kurve des Canal Grande. Für die Ca'd'Oro ("Goldenes Haus") wurde kürzlich eine farbige Farbton in Blau und Gold nachgewiesen. Bilder, speziell von Vittore Carpaccio und Gentile Bellini, ermöglichen eine intensive Polychromie der gotischen Baukunst erkennen.
Bedeutende Häuser des 16. Jahrhunderts sind zu Beginn die beiden Paläste Mauro Codussis, die Ca' Vendramin und der Pal. Eckstoß Spinelli, ersterer mit einem Rückgriff auf einen T-förmigen Saal. Was den Profanbau angeht, so konnte, ganz im Gegensatz zum Sakralbau, Andrea Palladio in Venedig nie Fuß fassen. In seinen "Quattro Libri" sind zwar Entwürfe für die Ca'Corner della Ca' Granda und den Palazzo Grimani überliefert, doch war die konservative Haltung der Venezianer in Verbindung auf die architektonische Gestaltung Ihrer Geburtsstadt hier nicht zu überwinden. Eben die nach Entwurf von Jacopo Sansovino entstandene Ca' Corner, ein am Canal Grande gelegener Schloss der Familie Cornaro, ist ein epochemachender Bau der Hoch-Renaissance mit einen quadratischen Atrium nach römischem Vorbild. Ein anderer bedeutender Typ des Cinquecento (also des 16. Jahrhunderts), Sebastiano Serlio, konnte manche seiner Vorstellungen in Zusammenwirken mit dem Patrizier Francesco Zeno bei dessen neu zu errichtendem Palazzo verwirklichen.
Bis ins 18. Jahrhundert bleibt man der tradierten dreigeteilten Gebäudetypologie des Palastbaus weitgehend treu. Die letzten Großbauten, in diesen Tagen allesamt museal genutzt und zu diesem Zwecke nicht immer sorgfältig hinlänglich umgebaut, sind die Ca' Pesaro, die Ca' Rezzonico und der Palazzo Grassi. Bei dem opulenten Barock des Architekten Baldassare Longhena, der sich in den erstgenannten Gebäuden niederschlug, sind auch neoklassische, "antibarocke" Tendenzen unter Antonio Diedo und dem Architekten Andrea Tirali festzustellen.
Ein interessantes Bau ist der Palazzo dei Camerlenghi, einmal venezianisches Finanzministerium, kurz nach der Rialto-Brücke. Dieser weist fünf Fassadenseiten auf. Das Kuriosum ist aber nicht die Anzahl der Fassaden, für der Umstand dass man, vor jedweder Seite stehend, auf den Canal Grande beäugen kann.
Museen
Die wichtigsten Museen Venedigs sind:
- Gallerie dell'Accademia
- Palazzo Ducale
- Galleria G. Franchetti alla Ca' d'Oro
- Ca' Rezzonico - Museo del Settecento veneziano
- Museo Correr
- Ca' Pesaro - Galleria Internazionale d'Arte Moderna
- Palazzo Grassi
- Peggy-Guggenheim-Museum
Musik und Theater
Seit der Barockzeit ist Venedig eines der wichtigsten Zentren der abendländischen Musik, der Oper und des Theaters. Im nach Brandkatastrophen mehrfach wiederaufgebauten barocken Teatro La Fenice finden ganzjährig Symphoniekonzerte statt, die Opernsaison dauert von Dez. bis Juni.
Biennale
Die Biennale von Venedig gilt als eine der wichtigsten internationalen Kunstausstellungen und wird seither 1895 alle zwei Jahre - bei mehrjährigen Unterbrechungen in den Kriegsjahren - zwischen Juni und November veranstaltet. Mittlerweile findet eine Segmentierung in Kunst, Musik, Tanz, Theater, Film und Baukunst statt. Die Kunstbiennale findet in den ungeraden, die Architekturbiennale in den geraden Jahre statt. Die Filmfestspiele sowie das Festival für Musik, Tanz und Theater finden jährlich statt.
Die seit 1932 Ende August/Anfang Sept. stattfindenden Filmfestspiele gültig sein als das älteste und, bei dem Filmfestival Cannes und der Berlinale, als eines der drei bedeutendsten Filmfestivals weltweit.
Bildung
Von den zahlreichen Bildungseinrichtungen der Gemarkung ist besonders die Universität Venedig erwähnenswert.
Venedig als architektonisches Vorbild
Wieder und wieder wurde versucht die städtebauliche Kanalstruktur Venedigs in anderen Städten zu imitieren; so etwa im Berliner Ortsteil Neu-Venedig oder in Venice, Los Angeles.
Persönlichkeiten
Dogen
Kulturelles und gesellschaftliches Leben
- Domenico Alberti, Musikschaffender und Botschafter, hier geboren
- Tomaso Albinoni, Komponist
- Jacopo de'Barbari, Maler und Kupferstecher
- Giovanni Bellini, Maler
- Bernardo Bellotto, Maler
- Giovanni Battista Bononcini, Komponist, starb hier
- Faustina Bordoni, Sängerin
- Lord Byron, englischer Dichter
- Antonio Caldara, Komponist
- Giovanni Antonio Canale, genannt Canaletto, Maler
- Vittore Carpaccio, Maler
- Rosalba Carriera, Malerin
- Giacomo Casanova, Reisender, Gelehrter, Urheber und Liebhaber
- Francesco Cavalli, Komponist
- Bartolomeo Colleoni, Söldnerführer
- Francesco Colonna, Schriftsteller
- Gasparo Contarini, Theologe, Kardinal und Diplomat
- Giovanni Croce, Komponist
- Vincenzo Maria Coronelli, Kartograph
- Alberto Errera, Nationalökonom
- Luigi Ferrari, Bildhauer
- Andrea Gabrieli, Komponist
- Giovanni Gabrieli, Komponist
- Baldassare Galuppi, Komponist
- Silvestro Ganassi, Komponist und Instrumentenbauer
- Giorgione, Maler
- Carlo Goldoni, Komödiendichter
- Giovanni Legrenzi, Komponist, starb hier
- Donna Leon, US-amerikanische Schriftstellerin
- Antonio Lotti, Komponist
- Lorenzo Lotto, Maler
- Bruno Maderna, Komponist und Dirigent
- Gian Francesco Malipiero, Komponist
- Daniele Manin, radikaldemokratischer Revolutionär
- Benedetto Marcello, Komponist
- Claudio Monteverdi, Komponist
- Bernardo Navagero, Kardinal der Katholischen Kirche
- Luigi Nono, Komponist
- Marco Polo, Forschungsreisender
- Jacopo Riccati, Mathematiker
- Paolo Sarpi, Theologe und Historiker
- Giovanni Battista Tiepolo, Maler
- Jacopo Tintoretto, Maler
- Tizian (Tiziano Vecellio), Maler
- Antonio Vivaldi, Komponist
- Richard Wagner, Komponist, starb hier
- Ermanno Wolf-Ferrari, Komponist
Venezianische Päpste
Daneben vielen anderen bedeutenden Personen stellte Venedig auch eine Reihe von Päpsten.
| Papstname | Phase Pontifikat | bürgerlicher Name, vormalige Funktion |
| Gregor XII. | 1406- 1415 | Angelo Correr, Bischof von Olivolo |
| Eugen IV. | 1431- 1447 | Gabriele Condulmer, Pfarrer von Siena |
| Paul II. | 1464 – 1471 | Pietro Barbo, Pfarrer von Vicenza und Padua |
| Alexander VIII. | 1689 – 1691 | Pietro Ottoboni, Bischof von Brescia |
| Clemens XIII. | 1758 – 1769 | Carlo Rezzonico, Pfaffe von Padua |
| Pius X. | 1903 - 1914 | Giuseppe Sarto, Patriarch von Venedig |
| Johannes XXIII. | 1958 – 1963 | Angelo Giuseppe Roncalli, Patriarch von Venedig |
| Johannes Paul I. | 1978 | Albino Luciani, Patriarch von Venedig |
Galerie
Siehe auch: Galerie im Artikel über Canaletto
Literatur
- Peter Feldbauer und John Morrissey: Weltmacht mit Ruder und Segel. Venedig 800-1600, Essen 2004. ISBN 3-88400-419-0
- Richard Goy: Stadt in der Lagune. Leben und Bauen in Venedig, Stuttgart 1998. ISBN 3-89660-030-3
- Norbert Huse: Venedig. Von der Kunst, eine Stadt im Wasser zu bauen, München 2005. ISBN 3-40652-746-9
- Lothar Müller: Casanovas Venedig. Ein Reiselesebuch. Spreeathen 1998. - ISBN 3-80311-170-6
- Gerhard Rösch: Venedig. Geschichte einer Seerepublik, Stuttgart 2000. ISBN 3-17-014547-9
- Wolfgang Wolters: Architektur und Ornament, München 2000. ISBN 3-406-45906-4
Weblinks
| (TID 646251) | Wiktionary: Venedig – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen |
(TID 222120)
| (TID 646251) | Commons: Venedig – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
(TID 269231)
| (TID 646251) | Wikiquote: Venedig – Zitate |
(TID 223246)
- Offizielle Seite der Stadt, englisch und italienisch
- Branson De Cou: Handkolorierte Glas-Dias von Venedig 1920 bis 1941
(The De Cou Archive, University of California, Santa Cruz) - Tagebucheinträge Goethes über seinen Aufenthalt in Venedig (aus Johann Wolfgang von Goethes "Italienische Reise")
- Weitere Links zum Thema „Italienische Seiten“ im Open Directory Project
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Annone Veneto | Campagna Lupia | Campolongo Maggiore | Camponogara | Caorle | Cavallino-Treporti | Ceggia | Chioggia | Cinto Caomaggiore | Cona | Concordia Sagittaria | Dolo | Eraclea | Fiesso d'Artico | Fossalta di Piave | Fossalta di Portogruaro | Fossò | Gruaro | Jesolo | Marcon | Martellago | Meolo | Mira | Mirano | Musile di Piave | Noale | Noventa di Piave | Pianiga | Portogruaro | Pramaggiore | Quarto d'Altino | Salzano | San Donà di Piave | San Michele al Tagliamento | Santa Maria di Sala | Santo Stino di Livenza | Scorzè | Spinea | Stra | Teglio Veneto | Torre di Mosto | Venedig | Vigonovo |
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