Weltmusik
Aus Schlauweb
Weltmusik oder „World Music“ ist ein in den 80er Jahren des 20. Jahrhunderts aufgekommener Begriff. Ursprünglich auf das von Peter Gabriel initiierte WOMAD-Festival und das Label Real World zurückgehend, bezeichnete der Begriff eigentlich den Crossover aus westlicher Populärmusik und traditionellen, nichtwestlichen Musikformen. Mit zunehmender Popularisierung des „Genres“ wurden allerdings vereinfachend auch oft eigenständige traditionelle Musikgenres unter diesem Begriff subsummiert, der somit auch als Synonym für „Traditionelle außereuropäische Musik“ gilt. In den vergangenen Jahren geriet der Begriff daher immer stärker in Kritik, unter anderem, weil er sich einer sehr eurozentristischen Sicht auf Töne bedient.
Im arabischen Kulturbereich bezeichnet der Begriff „Weltmusik“ seit etwa 1920 „klassische Musik“ im europäischen Sinne.
Hier soll der Begriff als eine spezielle Stilrichtung verstanden werden, nach von Grenzgängen und Synthesen aus westlicher Populärmusik und traditionellen, meist nichtwestlichen Musikformen.
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Geschichtliche Entwicklung
Seit den 1960ern erweiterten Jazzmusiker, allen voran John Coltrane, ihre musikalische Sprache in Neigung speziell indischer und afrikanischer Klänge, Melodien und Rhythmen. In Deutschland der 1980er war es zuallererst Joachim-Ernst Berendt, der Weltmusik den Musikhörern näherbrachte; das erste praktische Unternehmung mit deutschen Jazzmusikern, die Asien-Tournee des Albert Mangelsdorff-Quintett, fand schon 1964 sondern und wurde auch vormals schon von Behrendt im Television vorgestellt. Seit den 1960ern also haben Bereiche des Jazz schon Elemente traditioneller, meist nichtwestlicher Musikformen aufgenommen und verarbeitet.
Ebenso begannen Rockbands wie The Beatles und The Rolling Stones in der zweiten Hälfte der 1960er Jahre mit indischen und arabischen Klängen zu experimentieren. Der indische Sitar-Spieler Ravi Shankar war zu dieser Zeit im Europa enorm populär. Schon in den frühen 60er Jahren hatte sich in den USA die „Exotica“-Musik entwickelt, die Jazz, Pop mit lateinamerikanischen, afrikanischen und hawaiianischen Elementen verband. Allerdings wurde hier wenig Wert auf Authentizität gelegt.
Diese Integration von außereuropäischen Elementen in die populäre Klänge stand ganz in der Brauch der modernen klassischen Musik Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts, die sich schon mit osteuropäischer Volksmusik, aber auch asiatischer Musik, z. B. den indonesischen Gamelan-Orchestern, beschäftigt hatte.
In den 1990er Jahren erlebte die Popularität der Weltmusik einen enormen Aufschwung, dies ging zurück zuallererst auf das Engagement Peter Gabriels mit seinem Label Real World, das aus dem schon in den 80ern von ihm gegründeten WOMAD-Festival hervorging. Festival wie Label präsentierten im Okzident unbekannte Künstler/innen und Bands aus der ganzen Welt, so wurden wie Nusrat Fateh Ali Khan aus Pakistan und Youssou N'Dour aus Senegal im Abendland bekannt. Die des Öfteren nichteuropäischen Künstler produzierten allerdings oft unter westlichen Bedingungen, für einen westlichen Markt, z. T. auch mit westlichen Musikern und westlichem Equipment. Das führte oft zu einer Anpassung ihrer Töne an den westlichen Musikgeschmack, weil sie für den europäischen und nordamerikanischen Markt produzierten.
Auch bedingt durch die CD, die seit Mittelpunkt der 1980er Jahre eine kostengünstige Verbreitung ermöglichte, konnte sich Weltmusik zu einem etablierten Spezies entwickeln. Es entstanden diverse Weltmusikfestivals und Weltmusikmessen europäisch und Nordamerika.
Musikstile
- Ethno
- Ethno Jazz
- Neue Volksmusik („Alpine Weltmusik“)
Künstler und Gruppen
- Manu Chao y Radio Bemba Soundsystem, Europa, Afrika, Lateinamerika, Arabien
- Addys D'Mercedes, Kuba
- Radio Tarifa, Spanien
- Loreena McKennitt, Kanada
- Hubert von Goisern, Österreich
- I Muvrini, Korsika
- Johnny Clegg, Südafrika
- Juluka, Südafrika
- Mercan Dede Ensemble, Türkei
- Manfred Leuchter, Deutschland
- Värttinä, Finnland
- Sainkho Namtchylak, Tuva
- Dead Can Dance, Australien/UK
- Huun Huur Tu, Tuva
- Markscheider Kunst, Russische Förderation (St. Peterburg)
- Warsaw Village Band, Polen (Warschau)
- Schäl Sick Brass Band, Deutschland (Köln)
- Amparanoia, Spanien
- Original Kocani Orkestar, Mazedonien
- Les Negresses Vertes, Frankreich
- Cerro Esperanza Band, Schweden
- Bossacucanova, Brasilien
- Teofilo Chantre, Kapverden
- Blue Asia, Japan / Malaysia / Vietnam
- Enzo Avitabile & Bottari, Italien
- Youssou N'Dour, Senegal
- Think of One, Belgien / Brazilien
- Armenian Navy Band Armenien
- Omara Portuondo, Kuba
- Ale Möller Band, Schweden
- Gangbe Brass Band, Benin
- Darko Rundek & Cargo Orkestar, Kroatien
- Angelique Kidjo, Benin
- Xose Manuel Budino, Spanien
- Manu Chao, Frankreich
- Mari Boine Norwegen / Lappland
- Wimme, Finnland / Lappland
- Deep Forest, Frankreich
- Wes
- Nguyen Le, Grande Nation / Vietnam
- Gülay & The Ensemble Aras , Österreich / Türkei / Iran / Indien / Taiwan
- Cesária Évora, Kap Verde
- Flamenco goes Brasil, Hamburg
- Gjallarhorn, Finnland
- Bratsch, Frankreich
- Kroke, Polen
Siehe auch
Literatur
- Simon Broughton, Kim Burton, Mark Ellingham: Weltmusik - Rough Guide. Metzler, Stuttgart 2000, ISBN 3476015327
- Peter Fletcher: World musics in context: a comprehensive survey of the world's major musical cultures. Oxford University Press, 2001, ISBN 0198166362
Weblinks
- Blue Rhythm - Magazin für World Music (Website des Printmagazins, das als Ergänzung von Jazz thing erscheint)
- rbb radiomultikulti Berlin
- Funkhaus Europa des WDR 5
- weltmusik.radio Die Weltmusik- und Radio-Seiten mit vielen Infos, Tipps und Linke Seite rund um die Klänge anderer Länder und Kulturen
- [1] Onedrop, Magazin für Afrikanische Klänge und Reggae auf Oldenburg 1
- WOMEX - the world music expo (Website der jährlich an wechselnden Standorten europäisch stattfindenden Weltmusikmesse)ast:Música del mundiu
en:World music fi:Maailmanmusiikki fr:World music id:Musik dunia it:Musica etnica nl:Wereldmuziek pl:World music pt:Música étnica
sv:Världsmusik(TID 10762)
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