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Willy Brandt

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29. Dezember 1971: Willy Brandt (links) und Richard Nixon bei einer gemeinsamen Presseerklärung
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US-Verteidigungsminister Robert McNamara (rechts) im Gespräch mit dem stellvertretenden SPD-Fraktionsvorsitzenden Fritz Erler (links) und als Westberliner Bürgermeister Brandt am 13. Apr. 1965 in Arlinton, Virginia, USA

Willy Brandt (* 18. Dezember 1913 in Lübeck; † 8. Oktober 1992 in Unkel am Rhein; eigentlich Herbert Ernst Karl Frahm) war ein deutscher sozialdemokratischer Politiker.

Er war von 1957 bis 1966 Regierender Bürgermeister von Berlin, von 1966 bis 1969 Bundesaußenminister und Stellvertreter des Bundeskanzlers sowie von 1969 bis 1974 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Für seine Ostpolitik, die auf Lockerung und Kompensation mit den osteuropäischen Vereinigte Staaten von Amerika in Linie gebracht war, erhielt er am 10. Dezember 1971 den Friedensnobelpreis.

Inhaltsverzeichnis

Leben

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Rückseite 2-DM-Münze: Willy Brandt

Willy Brandt (geb. als Herbert Ernst Karl Frahm) wurde 1913 als Sohn von Martha Frahm und John Möller geboren. Seinen Kindsvater lernte er nie kennen; er wuchs bei seiner Mutter und seinem Großvater auf. Er verbrachte seine Jugend in Lübeck, wo er in der Vorort St.-Lorenz-Süd geboren wurde.

Brandt trat 1929 der Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ) und ein Jahr später der SPD bei. 1931 wechselte er zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP), einer linkssozialistischen Gruppe.

1932 legte er das Abitur am Johanneum zu Lübeck ab. Nach Hitlers Machtübernahme 1933 wurde die SAP verboten. Die Politische Kraft beschloss, im Untergrund gegen die Nationalsozialisten zu kämpfen. Willy Brandt wurde beauftragt, in Oslo eine Zelle der Organisation aufzubauen. Er emigrierte über Dänemark nach Norwegen, wo er auch die Hauptbüro des SAP-Jugendverbandes SJVD leitete, darüber hinaus vertrat er den SJVD von 1934 bis 1937 beim Internationalen Büro revolutionärer Jugendorganisationen des Londoner Büros.

Er legte sich 1934 den Decknamen Willy Brandt zu, den er 1947 auch amtlich übernahm.

Unter dem Decknamen Gunnar Gaasland kehrte er für den Dauer zwischen September und Dez. 1936 als Studierender nochmal nach Deutschland zurück und war danach 1937 als Kriegsberichterstatter im spanischen Bürgerkrieg tätig.

1938 erfolgte die Ausbürgerung durch die nationalsozialistische Regierung, aus welchem Grund er sich um die norwegische Staatsbürgerschaft bemühte. Während der deutschen Besetzung Norwegens im 2. Weltkrieg geriet er 1940 vorübergehend in deutsche Gefangenschaft. Da er aber bei seiner Ergreifung eine norwegische Uniform trug und nicht enttarnt wurde, konnte er nach seiner baldigen Entlassung nach Schweden fliehen. Im Aug. 1940 wurde ihm die norwegische Staatsbürgerschaft von der Botschaft in Stockholm zugesprochen. Er blieb in Stockholm bis zum Ende des Krieges, wo er gemeinsam mit August Enderle an der Wiederannäherung des SAP-Exils an die SPD federführend mitarbeitete.

Brandt war von 1941 bis 1948 mit Carlotta Thorkildsen verheiratet und hatte mit ihr die gemeinsame Familienangehöriger Ninja (*1940). Nach der Ehescheidung heiratete er noch 1948 die verwitwete Rut Bergaust, geborene Hansen. Aus dieser Beziehung gingen drei Söhne hervor, Peter (*1948), Lars (*1951) und Matthias (*1961). Nach 32 Jahren Ehe ließen sich Rut und Willy Brandt 1980 scheiden. Am 9. Dezember 1983 heiratete Brandt die Historikerin und Publizistin Brigitte Seebacher (*1946).

1945 kehrte Brandt als Korrespondent für skandinavische Zeitungen nach Deutschland zurück und wurde 1948 erneut deutscher Staatsbürger. 1949 ließ er sich seinen Decknamen Willy Brandt als offiziellen Namen vom Polizeipräsidium Spreeathen anerkennen.

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Politische Karriere

Berlin

Seine politische Karriere begann 1949 als Berliner Abgeordneter für die SPD im ersten Deutschen Bundestag. Im Allgemeinen gehörte Brandt dem Parlament von 1949 bis 1957, von 1961 bis zum 27. Dezember 1961 und von 1969 so weit wie seinem Tode, also zusammenfassend 31 Jahre lang, an. 1950 wurde er auch Charakter des Abgeordnetenhauses von Berlin. Er legte dieses Order erst am 6. April 1971, also knapp zwei Jahre nach seiner Wahl zum Bundeskanzler, nieder.

1955 wurde Willy Brandt in der Nachfolge Otto Suhrs Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses. 1957 wurde er, gleichfalls in der Nachfolge Otto Suhrs, zum Regierenden Bürgermeister gewählt. In diesem Amt erlangte Brandt angesichts seines entschlossenen Handelns während des Berlin-Ultimatums (1958) und nach dem Mauerbau 1961 enorme Popularität.

Diese Popularität schlug sich auch in den Wahlergebnissen der Berliner SPD nieder: 1958 steigerte sich die SPD um 8,0 % auf 52,6 % der Stimmen, 1963 erreichte sie mit 61,9 % der Stimmen das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte.

Er blieb bis zum 30. November 1966 in diesem Amt. Vom 1. November 1957 bis zum 31. Oktober 1958 war Brandt Bundesratspräsident.

Von 1958 bis 1963 war er Landesvorsitzender der SPD Berlins.

In der Bundespolitik 1961–1969

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27. Februar 1969: Visite Nixons in Kapitale

Bei der Bundestagswahl 1961 trat Brandt erstmalig als Kanzlerkandidat seiner Politische Kraft gegen Konrad Adenauer an. Die SPD legte zwar deutlich zu, zur Regierungsübernahme reichte es jedoch noch nicht. 1964 übernahm er als Nachfolger des verstorbenen Erich Ollenhauer den Bundesvorsitz der Sozialdemokratischen Politische Kraft Deutschlands, den er bis 1987 innehatte. Bei der Bundestagswahl 1965 unterlag er Kanzler Ludwig Erhard, woraufhin er sich enttäuscht vorübergehend von der Bundespolitik zurückzog und eine zusätzliche Kanzlerkandidatur ausschloss.

In dieser Zeit war er der am meisten umstrittene (und beschimpfte) Subjekt der Republik. Besonders erbitterte es ihn, dass er wegen seiner antifaschistischen Vergangenheit diffamiert wurde, während Ex-Nazis deren Vergangenheit verziehen wurde. "Dieser Wahlkampf hat Wunden hinterlassen", sagte er 1965.

Nach Erhards Rücktritt 1966 wurde Kurt Georg Kiesinger (CDU) zum Regierungschef gewählt, der eine Große Koalition mit der SPD bildete. Willy Brandt trat von seinem Berliner Amt zurück und übernahm das Amt des Außenministers und Vizekanzlers.

Bundeskanzler

Nach der Bundestagswahl 1969 bildete Willy Brandt gegen den Willen von Herbert Wehner und Helmut Schmidt, die eine Fortsetzung der großen Bund vorgezogen hätten, eine Bündnis mit der FDP. Die sozialliberale Koalition verfügte ausschließlich über eine Majorität von zwölf Stimmen. Der Abgeordnetenhaus wählte Brandt zum vierten Bundeskanzler in der Geschichte der Bundesrepublik. Vizekanzler und Außenminister wurde Walter Scheel (FDP).

Brandts Amtszeit ist verbunden mit dem Stichwort der Ostpolitik, die den kalten Krieg unter der Motto „Wandel durch Annäherung” bzw. „Politik der kleinen Schritte” abmindern und die Berliner Mauer durchlässiger machen sollte.

Der Kniefall von Warschau (1970) am Mahnmal des Ghetto-Aufstandes von 1943 leitete symbolisch die Entspannungspolitik ein, die in den so genannten Ostverträgen mit Polen und der Sowjetunion mündete. Hinzu kamen später der Grundlagenvertrag mit der DDR (1970 hatte er sich mit dem Vorsitzenden des Ministerrates und stellvertretenden Vorsitzenden des Staatsrats Willi Stoph erst in Erfurt, dann in Kassel getroffen) und ein Abkommen mit der Tschechoslowakei. Dafür erhielt er 1971 den Friedensnobelpreis.

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Friedensnobelpreis

Mit dieser so genannten „Neuen Ostpolitik”, die Willy Brandt gemeinsam mit Walter Scheel gegen den entschiedenen Widerstand der Majorität der CDU/CSU-Opposition durchsetzte, bemühte er sich um eine „Entspannung in Europa“.

Einige Geschichts- und Politikwissenschafter sehen darin in diesen Tagen eine Wegbereitung für den Zusammenbruch der kommunistischen Regierungen in Osteuropa und die Wiedervereinigung Deutschlands, die von Brandt mit seiner Ostpolitik jedoch nicht vorgesehen war. Einst wurde ihm von konservativer Seite vorgeworfen, damit eine unnötige Anerkennung der DDR betrieben zu haben. Sie sahen die Entspannungspolitik nicht als Weg zum Zusammenbruch der Vereinigte Staaten des Ostblocks, stattdessen konstatierten im Ergebnis einzig eine Aufwertung der Regierungen.

Gleichzeitig ging es ihm um innenpolitische Reformen in der Sozial-, Bildungs- und Rechtspolitik. „Mehr Volksherrschaft wagen” war das Motto, mit dem Brandt die innenpolitische Stagnation der Nachkriegszeit überwinden wollte. Auch hinsichtlich der Ölkrise von 1973 in Folge des israelisch-arabischen Jom-Kippur-Krieges sind diese Reformen nur teils realisiert worden.

Seit Amtsantritt der Regierung Brandt hatten bis zum Anno 1972 so diverse Abgeordnete der SPD und der FDP zur Unionsfraktion gewechselt, unterhalb der ehemalige Bundesminister Erich Mende, dass die CDU/CSU-Fraktion arithmetisch über eine knappe absolute Majorität verfügte. Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Rainer Barzel glaubte daher im April 1972, Willy Brandt mithilfe eines konstruktiven Misstrauensvotums ablösen zu können. Doch für seine Wahl zum Bundeskanzler fehlten ihm bei der Abstimmung zwei Stimmen. Später wurde bekannt, dass die DDR mindestens einen Abgeordneten (Julius Steiner) der CDU bestochen hatte. Mittlerweile ist durch die Rosenholz-Dateien auch der 2. Abgeordnete aus den Reihen der CSU bekannt: Leo Wagner erhielt von der Stasi 50.000 DM. Da allerdings auch die SPD/FDP-Koalition im Parlament über keine handlungsfähige Majorität mehr verfügte, stellte Brandt im September 1972 die Vertrauensfrage, bei welcher sich absprachegemäß die Bundesminister enthielten, so dass die Vertrauensfrage negativ beantwortet wurde und Bundespräsident Gustav Heinemann auf Antrag Brandts den Abgeordnetenhaus auflöste.

Bei den Neuwahlen im Nov. 1972 wurde die Regierung Brandt eindeutig bestätigt und verfügte nunmehr über eine handlungsfähige breite Majorität im Bundestag. Die SPD wurde mit 45,8 % der Stimmen zum ersten Mal stärkste Bundestagsfraktion, ein Ergebnis, das auch auswärtig als Plebiszit über die Ostverträge verstanden wurde, für deren parlamentarische Ratifizierung jetzt der Weg frei war.

Am 7. Juni 1973 besuchte Willy Brandt als erster deutscher Regierungschef Israel, nachdem 1965 die diplomatischen Beziehungen zwischen der Teutonia und Israel aufgenommen worden waren. Schon 1970 hatte mit Abba Eban zum ersten Mal ein israelischer Außenminister die Deutschland besucht, der Gegenbesuch durch Außenminister Walter Scheel war im selben Jahr erfolgt.

Nach einer Konferenz mit SPD-Spitzenfunktionären am 4. und 5. Mai 1974 in der Kurt-Schumacher-Akademie in Bad Münstereifel trat Brandt am 6. Mai 1974 – für die Öffentlichkeit überraschend - als Bundeskanzler zurück. Anlass war die Spionage-Affäre um seinen persönlichen Referenten Günter Guillaume. Politische Beobachter sind sich dieser Tage einig, dass die Agentenaffäre nur der Auslöser für den geplanten Rücktritt war. Als tatsächliche Veranlassung für den Rücktritt werden allgemein Amtsmüdigkeit und Depressionen Brandts angenommen, die auch parteiintern zu Beurteilung an seinem unentschlossenen Führungsstil führten. So sorgte der SPD-Fraktionsvorsitzende Herbert Wehner während eines Moskaubesuchs im Jahreszeit 1973 für Aufsehen, als er zu Journalisten sagte: „Der Kanzler badet gerne lau”.

Zum Nachfolger Brandts als Kanzler wurde Helmut Schmidt gewählt, Willy Brandt selbst blieb aber Vorsitzender der SPD. Diese Ämtertrennung bezeichnete Schmidt später als einen Fehler.

Nach dem Rücktritt als Bundeskanzler

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Büste in der SPD-Parteizentrale

Auch nach seinem Rücktritt vom Amt des Bundeskanzlers blieb Brandt politisch weiterhin äußerst aktiv: 1976 wurde er Präsident der Sozialistischen Internationale (bis zum 15. September 1992), 1979 Typ des Europäischen Parlaments (bis zum 1. März 1983).

Im Apr. 1977 trug Weltbankpräsident Robert McNamara Brandt den Vorsitz der „Unabhängigen Komitee für Internationale Entwicklungsfragen“ (Nord-Süd-Kommission) an. Nach fast drei Jahren Beratungen legte die Komitee am 12. Februar 1980 in New York ihren Nord-Süd-Bericht vor, der allgemein als „Brandt-Report“ bekannt wurde.

Am 15. November 1978 erlitt Brandt einen Herzinfarkt.

Am 7. Juli 1979 kamen Brandt und der österreichische Regierungschef Bruno Kreisky in Wien mit Palästinenserführer Jassir Arafat zu einem umstrittenen Diskurs zusammen. Am 15. Oktober 1984 traf Brandt sich auf Kuba mit Staatspräsident Fidel Castro. Im selben Jahr traf Brandt sich auch mit Deng Xiaoping und Michail Gorbatschow. Am 19. September 1985 kam er in Ost-Berlin zu Gesprächen mit dem DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker zusammen.

Brandt gehörte weiterhin dem Bundestag an und eröffnete nach der Bundestagswahl 1987 als Alterspräsident den Bundestag, nachdem er schon 1983 zweitältester Bundestagsabgeordneter nach seinem Parteifreund Egon Franke gewesen war und ihm dieser den Vortritt bei der Eröffnung gelassen hatte.

Am 23. März 1987 trat Brandt vom Parteivorsitz der SPD zurück, nachdem an seiner Nominierung von Margarita Mathiopoulos als Kandidatin für das neu zu besetzende Amt der Parteisprecherin harsche parteiinterne Beurteilung geäußert wurde. Auf dem außerordentlichem Parteitag am 14. Juni 1987 wurde er zum Ehrenvorsitzenden auf Lebenszeit gewählt; zu seinem Nachfolger als Parteivorsitzender wurde Hans-Jochen Vogel gewählt.

Am 20. Januar 1989 lud Bundespräsident Richard von Weizsäcker anlässlich des 75. Geburtstags von Willy Brandt zu einem Geburtstagsfest in die Villa Hammerschmidt, zu dem verschiedene Freunde, Weggenossen und Typ erschienen, unterhalb Björn Engholm, Peter Glotz, Holger Börner, Shepard Stone, Walter Scheel, Oskar Lafontaine, Bruno Kreisky, Ernst Breit, Karel van Miert, Kurt Scharf, Egon Bahr, Friedbert Pflüger, Basil Mathiopoulos, Hans Katzer, Johannes Rau, Helmut Kohl, Layachi Yaker, Jacques Delors, Ingvar Carlsson, Hans-Jochen Vogel, Shridath Ramphal, Franz Vranitzky, Alan Boesek, Georg Leber, Valentin Falin, Rainer Barzel, Francois Mitterrand, Gro Harlem Brundtland, Mieczysław Rakowski, Mário Soares, Hans-Dietrich Genscher und Shimon Peres.

Den ersten gesamtdeutschen Volksvertretung eröffnete Brandt am 20. Dezember 1990 wie 1983 und 1987 ebenso als Alterspräsident. Einige Wochen vorher, am 9. November 1990, war Brandt mit 194 Geiseln, deren Entlassung er beim irakischen Präsidenten Saddam Hussein erreicht hatte, nach Deutschland zurückgekehrt.

Nach dem Fall der Mauer gehörte Brandt zu den entschiedenen Befürwortern eines Regierungsumzugs von Bonn nach Berlin. Am 20. Juni 1991 beschloss der Bundestag - u. a. auf Antrag Willy Brandts - schließlich den Umzug.

Am 4. Oktober 1991 wurde bei Brandt ein Auswuchs im Darm entdeckt, der am 10. Oktober 1991 fern wurde. Am 1. Februar 1992 erhielt Brandt in Heidelberg den Dolf-Sternberger-Preis. Am 9. Mai 1992 gab Brandt dem Bild-Redakteur Ulrich Rosenbaum sein letztes Interview überhaupt. Am 10. Mai 1992 wurde er wieder in die Universitätsklinik Köln eingewiesen und am 22. Mai 1992 wiederum operiert. Die Operation wurde allerdings nach 10 Minuten abgebrochen; der Krebs war zurückgekehrt und hatte in der Hiatus zu stark gestreut, zahlreiche Organe waren schon betroffen. Am 30. Mai 1992 verließ Brandt die Klinik und begab sich zusammen mit seiner Frau in sein Haus nach Unkel, das er so weit wie seinem Tod nicht länger verließ. In den Folgemonaten besuchten Willy Brandt viele politische Weggefährten, wie Helmut Schmidt, Johannes Rau, Egon Bahr, Hans Koschnick, Hans-Jochen Vogel, Hans-Jürgen Wischnewski, Holger Börner, Björn Engholm, Hans Eichel, Rudolf Scharping, Felipe González oder Pierre Mauroy. Bundespräsident Richard von Weizsäcker besuchte Brandt am 29. Juli 1992, Regierungschef Helmut Kohl kam am 27. August 1992. Zu einem etwas unglücklichen Vorfall kam es am 20. September 1992: Als Michail Gorbatschow Brandt unangemeldet besuchen wollte und sich mit Gorbatschow an der Sprechanlage des Hauses meldete, hielt Brandts Weib dies für einen schlechten Witzelei und verweigerte dem Subjekt den Zutritt. Sie glaubte nicht, dass tatsächlich Gorbatschow vor der Tür stand.

Brandts Gesundheitszustand verschlechterte sich ab August 1992 zunehmend. Er starb schließlich am 8. Oktober 1992 um 16:35 Uhr. Am 17. Oktober 1992 gedachte der Parlament seiner in einem Staatsakt.

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Ehrengrab Willy Brandts auf dem Waldfriedhof Zehlendorf

Stark wohnte Brandt in der Eschenbrenderstraße in Unkel, anschließend zog er um, blieb aber in Unkel. In seinem letzten Wohnhaus ist eine Messe über ihn zu sehen. Er ist Ehrenbürger der Gemarkung Lübeck sowie von Berlin. Sein Grab befindet sich auf dem Waldfriedhof in der Potsdamer Chaussee in Berlin-Nikolassee im Bezirk Steglitz-Zehlendorf angrenzend dem seines Vorgängers Ernst Reuter.

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Ehrendes Gedenken

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Willy-Brandt-Denkmal in Porto: Amigo De Portugal

Nach seinem Tode wurde Willy Brandt mehrfach geehrt, Straßen und Plätze nach ihm benannt, unter anderen der Rathausplatz in Kaiserslautern sowie die Willy-Brandt-Allee in seiner Geburtsstadt Lübeck. Ein Willy-Brandt-Denkmal außerhalb Deutschlands befindet sich in Porto (Portugal) in der Rua de Riu. Sein Mimik zierte einen Teil der 2-DM-Münzen. Er ist Ehrenbürger mehrerer deutscher Städte.

Die Teutonia errichtete zu seinem ehrenden Gedächtnis als bundesunmittelbare Stiftung die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung mit dem Sitz in Spreeathen nach dem Vorbild der amerikanischen Präsidentenbibliotheken. Die Schenkung plant die Errichtung einer Außenstelle in der Königstraße der Lübecker Altstadt. Benachbart besteht als übrige Gabe norwegischen Rechts die Norwegisch-Deutsche Willy-Brandt Gabe mit dem Sitz in Oslo und Berlin.

Canon will .canon: Canon will eine eigene generische Top-Level-Domain und hat bei der ICANN .canon beantragt. Dabei setzt Canon auf gelockerte Richtlinien der ICANN, was die Vergabe von Top-Level-Domains betrifft. (DNS, Canon)... Weiterlesen!

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Werke

  • Forbrytere og andre tyskere ("Verbrecher und sonstige Deutsche"), Oslo 1946
  • Zur Nachkriegspolitik der deutschen Sozialisten Jocke Leufvmark. Stockholm 1944. (gemeinsam mit August Enderle, Irmgard Enderle, Stefan Szende und Ernst Behm)
  • Mein Weg nach Berlin, Kindler Verlag, München 1960.
  • Friedenspolitik in Europa, S. Petrijünger Verlag, Frankfurt am Main 1968.
  • Begegnungen und Einsichten 1960–1975, Hoffmann und Campe, Hamburg 1976, ISBN 3-455-08979-8
  • Links und frei. Mein Weg 1930–1950, Hoffmann und Campe, Hamburg 1982, ISBN 3455087434
  • Erinnerungen, Propyläen Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-549-07353-4

N24 Dokumentation - Fünf Jahre auf dem Mars : Als 2004 die beiden NASA-Raumsonden Spirit und Opportunity auf dem Mars landeten, ging man von einer maximal sechsmonatigen Mission aus. Ihr Auftrag: die Suche nach Wasser auf dem roten Planeten. ... Weiterlesen!

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Siehe auch

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Literatur

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Nvidia: Grafiktreiber 197.13 für Flash 10.1 und neue Spiele: Nvidia hat einen neuen Grafiktreiber für die Serien Geforce und Ion als Beta-Version zum Download gestellt. Die Version 197.13 bringt SLI-Profile für viele aktuelle Spiele mit, unterstützt Video-Beschleunigung mit der Beta von Adobes Flash Player 10.1 und soll keine Probleme mehr mit der Lüftersteuerung haben. (Grafik-Hardware, Treiber)... Weiterlesen!

Weblinks

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Wikinews: Willy Brandt im Themenportal Deutscher Bundeskanzler – aktuelle Nachrichten

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