Willy Brandt
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Willy Brandt (* 18. Dezember 1913 in Lübeck; † 8. Oktober 1992 in Unkel am Rhein; eigentlich Herbert Ernst Karl Frahm) war ein deutscher sozialdemokratischer Politiker.
Er war von 1957 bis 1966 Regierender Bürgermeister von Berlin, von 1966 bis 1969 Bundesaußenminister und Stellvertreter des Bundeskanzlers sowie von 1969 bis 1974 Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. Für seine Ostpolitik, die auf Lockerung und Kompensation mit den osteuropäischen Neue Welt in Linie gebracht war, erhielt er am 10. Dezember 1971 den Friedensnobelpreis.
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Leben
Willy Brandt (geb. als Herbert Ernst Karl Frahm) wurde 1913 als Sohn von Martha Frahm und John Möller geboren. Seinen Angehöriger lernte er nie kennen; er wuchs bei seiner Mutter und seinem Großvater auf. Er verbrachte seine Jugend in Lübeck, wo er in der Vorort St.-Lorenz-Süd geboren wurde.
Brandt trat 1929 der Sozialistischen Arbeiter-Jugend (SAJ) und ein Jahr später der SPD bei. 1931 wechselte er zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands (SAP), einer linkssozialistischen Gruppe.
1932 legte er das Abitur am Johanneum zu Lübeck ab. Nach Hitlers Machtübernahme 1933 wurde die SAP verboten. Die Politische Kraft beschloss, im Untergrund gegen die Nationalsozialisten zu kämpfen. Willy Brandt wurde beauftragt, in Oslo eine Zelle der Organisation aufzubauen. Er emigrierte über Dänemark nach Norwegen, wo er auch die Hauptstelle des SAP-Jugendverbandes SJVD leitete, zumal vertrat er den SJVD von 1934 bis 1937 beim Internationalen Büro revolutionärer Jugendorganisationen des Londoner Büros.
Er legte sich 1934 den Decknamen Willy Brandt zu, den er 1947 auch dienstlich übernahm.
Unter dem Decknamen Gunnar Gaasland kehrte er für den Abstand zwischen September und Dez. 1936 als Stud. nochmal nach Deutschland zurück und war danach 1937 als Kriegsberichterstatter im spanischen Bürgerkrieg tätig.
1938 erfolgte die Ausbürgerung durch die nationalsozialistische Regierung, warum er sich um die norwegische Staatsbürgerschaft bemühte. Während der deutschen Besetzung Norwegens im 2. Weltkrieg geriet er 1940 vorübergehend in deutsche Gefangenschaft. Da er aber bei seiner Ergreifung eine norwegische Uniform trug und nicht enttarnt wurde, konnte er nach seiner baldigen Entlassung nach Schweden fliehen. Im Aug. 1940 wurde ihm die norwegische Staatsbürgerschaft von der Botschaft in Stockholm zugesprochen. Er blieb in Stockholm bis zum Ende des Krieges, wo er gemeinsam mit August Enderle an der Wiederannäherung des SAP-Exils an die SPD federführend mitarbeitete.
Brandt war von 1941 bis 1948 mit Carlotta Thorkildsen verheiratet und hatte mit ihr die gemeinsame Angehöriger Ninja (*1940). Nach der Eheliche Trennung heiratete er noch 1948 die verwitwete Rut Bergaust, geborene Hansen. Aus dieser Beziehung gingen drei Söhne hervor, Peter (*1948), Lars (*1951) und Matthias (*1961). Nach 32 Jahren Ehe ließen sich Rut und Willy Brandt 1980 scheiden. Am 9. Dezember 1983 heiratete Brandt die Historikerin und Publizistin Brigitte Seebacher (*1946).
1945 kehrte Brandt als Korrespondent für skandinavische Zeitungen nach Deutschland zurück und wurde 1948 nochmal deutscher Staatsbürger. 1949 ließ er sich seinen Decknamen Willy Brandt als offiziellen Namen vom Polizeipräsidium Kapitale anerkennen.
Politische Karriere
Berlin
Seine politische Karriere begann 1949 als Berliner Abgeordneter für die SPD im ersten Deutschen Bundestag. In der Regel gehörte Brandt dem Volksvertretung von 1949 bis 1957, von 1961 bis zum 27. Dezember 1961 und von 1969 so weit wie seinem Tode, also zusammenfassend 31 Jahre lang, an. 1950 wurde er auch Charakter des Abgeordnetenhauses von Berlin. Er legte dieses Aufgabe erst am 6. April 1971, also knapp zwei Jahre nach seiner Wahl zum Bundeskanzler, nieder.
1955 wurde Willy Brandt in der Nachfolge Otto Suhrs Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses. 1957 wurde er, gleichfalls in der Nachfolge Otto Suhrs, zum Regierenden Bürgermeister gewählt. In diesem Amt erlangte Brandt aufgrund seines entschlossenen Handelns während des Berlin-Ultimatums (1958) und nach dem Mauerbau 1961 enorme Popularität.
Diese Popularität schlug sich auch in den Wahlergebnissen der Berliner SPD nieder: 1958 steigerte sich die SPD um 8,0 % auf 52,6 % der Stimmen, 1963 erreichte sie mit 61,9 % der Stimmen das zweitbeste Ergebnis ihrer Geschichte.
Er blieb bis zum 30. November 1966 in diesem Amt. Vom 1. November 1957 bis zum 31. Oktober 1958 war Brandt Bundesratspräsident.
Von 1958 bis 1963 war er Landesvorsitzender der SPD Berlins.
In der Bundespolitik 1961–1969
Bei der Bundestagswahl 1961 trat Brandt zum ersten Mal als Kanzlerkandidat seiner Politische Kraft gegen Konrad Adenauer an. Die SPD legte zwar deutlich zu, zur Regierungsübernahme reichte es jedoch noch nicht. 1964 übernahm er als Nachfolger des verstorbenen Erich Ollenhauer den Bundesvorsitz der Sozialdemokratischen Politische Kraft Deutschlands, den er bis 1987 innehatte. Bei der Bundestagswahl 1965 unterlag er Regierungschef Ludwig Erhard, woraufhin er sich enttäuscht vorübergehend von der Bundespolitik zurückzog und eine zusätzliche Kanzlerkandidatur ausschloss.
In dieser Zeit war er der am meisten umstrittene (und beschimpfte) Subjekt der Republik. Besonders erbitterte es ihn, dass er wegen seiner antifaschistischen Vergangenheit diffamiert wurde, während Ex-Nazis deren Vergangenheit verziehen wurde. "Dieser Wahlkampf hat Wunden hinterlassen", sagte er 1965.
Nach Erhards Rücktritt 1966 wurde Kurt Georg Kiesinger (CDU) zum Regierungschef gewählt, der eine Große Koalition mit der SPD bildete. Willy Brandt trat von seinem Berliner Amt zurück und übernahm das Amt des Außenministers und Vizekanzlers.
Bundeskanzler
Nach der Bundestagswahl 1969 bildete Willy Brandt gegen den Willen von Herbert Wehner und Helmut Schmidt, die eine Fortsetzung der großen Schulterschluss vorgezogen hätten, eine Bund mit der FDP. Die sozialliberale Koalition verfügte alleinig über eine Majorität von zwölf Stimmen. Der Volksvertretung wählte Brandt zum vierten Bundeskanzler in der Geschichte der Bundesrepublik. Vizekanzler und Außenminister wurde Walter Scheel (FDP).
Brandts Amtszeit ist verbunden mit dem Stichwort der Ostpolitik, die den kalten Krieg unter der Motto „Wandel durch Annäherung” bzw. „Politik der kleinen Schritte” abmindern und die Berliner Mauer durchlässiger machen sollte.
Der Kniefall von Warschau (1970) am Mahnmal des Ghetto-Aufstandes von 1943 leitete symbolisch die Entspannungspolitik ein, die in den so genannten Ostverträgen mit Polen und der Sowjetunion mündete. Hinzu kamen später der Grundlagenvertrag mit der DDR (1970 hatte er sich mit dem Vorsitzenden des Ministerrates und stellvertretenden Vorsitzenden des Staatsrats Willi Stoph erst in Erfurt, dann in Kassel getroffen) und ein Abkommen mit der Tschechoslowakei. Dafür erhielt er 1971 den Friedensnobelpreis.
Mit dieser so genannten „Neuen Ostpolitik”, die Willy Brandt gemeinsam mit Walter Scheel gegen den entschiedenen Widerstand der Majorität der CDU/CSU-Opposition durchsetzte, bemühte er sich um eine „Entspannung in Europa“.
Einige Geschichts- und Politikwissenschafter sehen darin dieser Tage eine Wegbereitung für den Zusammenbruch der kommunistischen Regierungen in Osteuropa und die Wiedervereinigung Deutschlands, die von Brandt mit seiner Ostpolitik jedoch nicht geplant war. Anno dazumal wurde ihm von konservativer Seite vorgeworfen, damit eine unnötige Anerkennung der DDR betrieben zu haben. Sie sahen die Entspannungspolitik nicht als Weg zum Zusammenbruch der USA des Ostblocks, an Stelle konstatierten im Ergebnis einzig eine Aufwertung der Regierungen.
Gleichzeitig ging es ihm um innenpolitische Reformen in der Sozial-, Bildungs- und Rechtspolitik. „Mehr Parlamentarismus wagen” war das Motto, mit dem Brandt die innenpolitische Stagnation der Nachkriegszeit überwinden wollte. Auch zufolge der Ölkrise von 1973 in Folge des israelisch-arabischen Jom-Kippur-Krieges sind diese Reformen nur teils realisiert worden.
Seit Amtsantritt der Regierung Brandt hatten bis zum Anno 1972 so diverse Abgeordnete der SPD und der FDP zur Unionsfraktion gewechselt, unterhalb der ehemalige Bundesminister Erich Mende, dass die CDU/CSU-Fraktion arithmetisch über eine knappe absolute Majorität verfügte. Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Rainer Barzel glaubte daher im April 1972, Willy Brandt anhand eines konstruktiven Misstrauensvotums ablösen zu können. Doch für seine Wahl zum Bundeskanzler fehlten ihm bei der Abstimmung zwei Stimmen. Später wurde bekannt, dass die DDR mindestens einen Abgeordneten (Julius Steiner) der CDU bestochen hatte. Mittlerweile ist durch die Rosenholz-Dateien auch der 2. Abgeordnete aus den Reihen der CSU bekannt: Leo Wagner erhielt von der Stasi 50.000 DM. Da allerdings auch die SPD/FDP-Koalition im Abgeordnetenhaus über keine handlungsfähige Majorität mehr verfügte, stellte Brandt im Sept. 1972 die Vertrauensfrage, bei welcher sich absprachegemäß die Bundesminister enthielten, so dass die Vertrauensfrage negativ beantwortet wurde und Bundespräsident Gustav Heinemann auf Antrag Brandts den Hohes Haus auflöste.
Bei den Neuwahlen im Nov. 1972 wurde die Regierung Brandt eindeutig bestätigt und verfügte nunmehr über eine handlungsfähige breite Majorität im Bundestag. Die SPD wurde mit 45,8 % der Stimmen erstmalig stärkste Bundestagsfraktion, ein Ergebnis, das auch auswärtig als Referendum über die Ostverträge verstanden wurde, für deren parlamentarische Ratifizierung jetzt der Weg frei war.
Am 7. Juni 1973 besuchte Willy Brandt als erster deutscher Kanzler Israel, nachdem 1965 die diplomatischen Beziehungen zwischen der Deutschland und Israel aufgenommen worden waren. Schon 1970 hatte mit Abba Eban erstmalig ein israelischer Außenminister die BRD besucht, der Gegenbesuch durch Außenminister Walter Scheel war im selben Jahr erfolgt.
Nach einer Meeting mit SPD-Spitzenfunktionären am 4. und 5. Mai 1974 in der Kurt-Schumacher-Akademie in Bad Münstereifel trat Brandt am 6. Mai 1974 – für die Öffentlichkeit überraschend - als Bundeskanzler zurück. Anlass war die Spionage-Affäre um seinen persönlichen Referenten Günter Guillaume. Politische Beobachter sind sich dieser Tage einig, dass die Agentenaffäre nur der Auslöser für den geplanten Rücktritt war. Als tatsächliche Veranlassung für den Rücktritt werden allgemein Amtsmüdigkeit und Depressionen Brandts angenommen, die auch parteiintern zu Beurteilung an seinem unentschlossenen Führungsstil führten. So sorgte der SPD-Fraktionsvorsitzende Herbert Wehner während eines Moskaubesuchs im Jahreszeit 1973 für Aufsehen, als er zu Journalisten sagte: „Der Kanzler badet gerne lau”.
Zum Nachfolger Brandts als Regierungschef wurde Helmut Schmidt gewählt, Willy Brandt selbst blieb aber Vorsitzender der SPD. Diese Ämtertrennung bezeichnete Schmidt später als einen Fehler.
Nach dem Rücktritt als Bundeskanzler
Auch nach seinem Rücktritt vom Amt des Bundeskanzlers blieb Brandt politisch weiterhin äußerst aktiv: 1976 wurde er Präsident der Sozialistischen Internationale (bis zum 15. September 1992), 1979 Charakter des Europäischen Parlaments (bis zum 1. März 1983).
Im April 1977 trug Weltbankpräsident Robert McNamara Brandt den Vorsitz der „Unabhängigen Ausschuss für Internationale Entwicklungsfragen“ (Nord-Süd-Kommission) an. Nach fast drei Jahren Beratungen legte die Komitee am 12. Februar 1980 in New York ihren Nord-Süd-Bericht vor, der allgemein als „Brandt-Report“ bekannt wurde.
Am 15. November 1978 erlitt Brandt einen Herzinfarkt.
Am 7. Juli 1979 kamen Brandt und der österreichische Kanzler Bruno Kreisky in Wien mit Palästinenserführer Jassir Arafat zu einem umstrittenen Erkenntnisaustausch zusammen. Am 15. Oktober 1984 traf Brandt sich auf Kuba mit Staatspräsident Fidel Castro. Im selben Jahr traf Brandt sich auch mit Deng Xiaoping und Michail Gorbatschow. Am 19. September 1985 kam er in Ost-Berlin zu Gesprächen mit dem DDR-Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker zusammen.
Brandt gehörte weiterhin dem Bundestag an und eröffnete nach der Bundestagswahl 1987 als Alterspräsident den Bundestag, nachdem er schon 1983 zweitältester Bundestagsabgeordneter nach seinem Parteifreund Egon Franke gewesen war und ihm dieser den Vortritt bei der Eröffnung gelassen hatte.
Am 23. März 1987 trat Brandt vom Parteivorsitz der SPD zurück, nachdem an seiner Nominierung von Margarita Mathiopoulos als Kandidatin für das neu zu besetzende Amt der Parteisprecherin harsche parteiinterne Beurteilung geäußert wurde. Auf dem außerordentlichem Parteitag am 14. Juni 1987 wurde er zum Ehrenvorsitzenden auf Lebenszeit gewählt; zu seinem Nachfolger als Parteivorsitzender wurde Hans-Jochen Vogel gewählt.
Am 20. Januar 1989 lud Bundespräsident Richard von Weizsäcker anlässlich des 75. Geburtstags von Willy Brandt zu einem Geburtstagsfest in die Villa Hammerschmidt, zu dem zig Freunde, Weggenossen und Person erschienen, unten Björn Engholm, Peter Glotz, Holger Börner, Shepard Stone, Walter Scheel, Oskar Lafontaine, Bruno Kreisky, Ernst Breit, Karel van Miert, Kurt Scharf, Egon Bahr, Friedbert Pflüger, Basil Mathiopoulos, Hans Katzer, Johannes Rau, Helmut Kohl, Layachi Yaker, Jacques Delors, Ingvar Carlsson, Hans-Jochen Vogel, Shridath Ramphal, Franz Vranitzky, Alan Boesek, Georg Leber, Valentin Falin, Rainer Barzel, Francois Mitterrand, Gro Harlem Brundtland, Mieczysław Rakowski, Mário Soares, Hans-Dietrich Genscher und Shimon Peres.
Den ersten gesamtdeutschen Volksvertretung eröffnete Brandt am 20. Dezember 1990 wie 1983 und 1987 gleichfalls als Alterspräsident. Einige Wochen vorher, am 9. November 1990, war Brandt mit 194 Geiseln, deren Entlassung er beim irakischen Präsidenten Saddam Hussein erreicht hatte, nach Deutschland zurückgekehrt.
Nach dem Fall der Mauer gehörte Brandt zu den entschiedenen Befürwortern eines Regierungsumzugs von Bonn nach Berlin. Am 20. Juni 1991 beschloss der Bundestag - u. a. auf Antrag Willy Brandts - schließlich den Umzug.
Am 4. Oktober 1991 wurde bei Brandt ein Geschwulst im Darm entdeckt, der am 10. Oktober 1991 weit wurde. Am 1. Februar 1992 erhielt Brandt in Heidelberg den Dolf-Sternberger-Preis. Am 9. Mai 1992 gab Brandt dem Bild-Redakteur Ulrich Rosenbaum sein letztes Interview überhaupt. Am 10. Mai 1992 wurde er wiederum in die Universitätsklinik Köln eingewiesen und am 22. Mai 1992 wiederum operiert. Die Operation wurde allerdings nach 10 Minuten abgebrochen; der Krebs war zurückgekehrt und hatte in der Hiatus zu stark gestreut, zig Organe waren schon betroffen. Am 30. Mai 1992 verließ Brandt die Klinik und begab sich zusammen mit seiner Frau in sein Haus nach Unkel, das er so weit wie seinem Tod nicht länger verließ. In den Folgemonaten besuchten Willy Brandt zig politische Weggefährten, wie Helmut Schmidt, Johannes Rau, Egon Bahr, Hans Koschnick, Hans-Jochen Vogel, Hans-Jürgen Wischnewski, Holger Börner, Björn Engholm, Hans Eichel, Rudolf Scharping, Felipe González o. Pierre Mauroy. Bundespräsident Richard von Weizsäcker besuchte Brandt am 29. Juli 1992, Regierungschef Helmut Kohl kam am 27. August 1992. Zu einem etwas unglücklichen Vorfall kam es am 20. September 1992: Als Michail Gorbatschow Brandt unangemeldet besuchen wollte und sich mit Gorbatschow an der Sprechanlage des Hauses meldete, hielt Brandts Ehegattin dies für einen schlechten Schalk und verweigerte dem Person den Zutritt. Sie glaubte nicht, dass tatsächlich Gorbatschow vor der Tür stand.
Brandts Gesundheitszustand verschlechterte sich ab August 1992 zunehmend. Er starb schließlich am 8. Oktober 1992 um 16:35 Uhr. Am 17. Oktober 1992 gedachte der Hohes Haus seiner in einem Staatsakt.
Nachhaltig wohnte Brandt in der Eschenbrenderstraße in Unkel, anschließend zog er um, blieb aber in Unkel. In seinem letzten Wohnhaus ist eine Vorstellung über ihn zu sehen. Er ist Ehrenbürger der Gemarkung Lübeck sowie von Berlin. Sein Grab befindet sich auf dem Waldfriedhof in der Potsdamer Chaussee in Berlin-Nikolassee im Bezirk Steglitz-Zehlendorf anliegend dem seines Vorgängers Ernst Reuter.
Ehrendes Gedenken
Nach seinem Tode wurde Willy Brandt multipel geehrt, Straßen und Plätze nach ihm benannt, unter anderen der Rathausplatz in Kaiserslautern sowie die Willy-Brandt-Allee in seiner Ort Lübeck. Ein Willy-Brandt-Denkmal außerhalb Deutschlands befindet sich in Porto (Portugal) in der Rua de Riu. Sein Gesicht zierte einen Teil der 2-DM-Münzen. Er ist Ehrenbürger mehrerer deutscher Städte.
Die Bundesrepublik errichtete zu seinem ehrenden Gedächtnis als bundesunmittelbare Stiftung die Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung mit dem Sitz in Hauptstadt nach dem Vorbild der amerikanischen Präsidentenbibliotheken. Die Dotierung plant die Errichtung einer Außenstelle in der Königstraße der Lübecker Altstadt. Bei besteht als übrige Dotierung norwegischen Rechts die Norwegisch-Deutsche Willy-Brandt Dotierung mit dem Sitz in Oslo und Berlin.
Werke
- Forbrytere og andre tyskere ("Verbrecher und weitere Deutsche"), Oslo 1946
- Zur Nachkriegspolitik der deutschen Sozialisten Jocke Leufvmark. Stockholm 1944. (gemeinsam mit August Enderle, Irmgard Enderle, Stefan Szende und Ernst Behm)
- Mein Weg nach Berlin, Kindler Verlag, München 1960.
- Friedenspolitik in Europa, S. Petrijünger Verlag, Frankfurt am Main 1968.
- Begegnungen und Einsichten 1960–1975, Hoffmann und Campe, Hamburg 1976, ISBN 3-455-08979-8
- Links und frei. Mein Weg 1930–1950, Hoffmann und Campe, Hamburg 1982, ISBN 3455087434
- Erinnerungen, Propyläen Verlag, Frankfurt am Main 1989, ISBN 3-549-07353-4
Siehe auch
Literatur
- Lorenz Einhart: Willy Brandt in Norwegen: die Jahre des Exils 1933 bis 1940. Kiel 1989, 377S., ISBN 3-89029-955-5
- Rut Brandt: Freundesland - Erinnerungen. Hoffmann und Campe, 1992
- Margarita Mathiopoulos und Jupp Darchinger: Willy Brandt, Bilder aus dem Leben eines großen Europäers. Droemer Knaur, München 1993, ISBN 3-426-26745-4
- Gregor Schöllgen: Willy Brandt. Die Biographie. Propyläen Verlag, Hauptstadt 2001, ISBN 3-549-07142-6
- Peter Merseburger: Willy Brandt, 1913–1992. Visionär und Realist. DVA, Stuttgart 2002, ISBN 3-423-34097-5, Rezension auf den Seiten der Zeit
- Carola Stern: Willy Brandt. Überarbeitete Neuausgabe, Reinbek 2002, ISBN 3-499-50576-2
- Brigitte Seebacher-Brandt: Willy Brandt. Piper Verlag, 2004, ISBN 3-492-04383-6
- Horst Möller (Hrsg.): Willy Brandt und Frankreich, München 2005 (Oldenbourg), 286 S., Reihe: Schriftenreihe der Vierteljahrshefte für Zeitgeschichte - Sondernummern, ISBN 3-486-57649-6
- Lars Brandt: Andenken. Carl Hanser Verlag, München 2006, ISBN 3-446-20710-4
Weblinks
| (TID 646251) | Wikinews: Willy Brandt im Themenportal Deutscher Bundeskanzler – aktuelle Nachrichten |
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| (TID 646251) | Wikiquote: Willy Brandt – Zitate |
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| | * Literatur von und über Willy Brandt im Prospekt der DDB}}
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- Informationen der Nobelstiftung zur Preisverleihung 1971 für Willy Brandt (englisch)
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- Bundeskanzler-Willy-Brandt-Stiftung (Berlin)
- Online-Biographie Willy Brandts (Berlin)
- Lebenslauf Willy Brandts
- Kurzbiografie Willy Brandts
- Willy-Brandt-Archiv im Archiv der sozialen Demokratie der FES (Bonn)
- Willy-Brandt-Personalbibliografie in der Bibliothek der Friedrich-Ebert-Stiftung Bonn
- Norwegisch-Deutsche Willy-Brandt-Stiftung (Oslo/Berlin)
Konrad Adenauer | Ludwig Erhard | Kurt Georg Kiesinger | Willy Brandt | Helmut Schmidt | Helmut Kohl | Gerhard Schröder | Angela Merkel
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Franz Blücher | Ludwig Erhard | Erich Mende | Hans-Christoph Seebohm | Willy Brandt | Walter Scheel | Hans-Dietrich Genscher | Egon Franke | Hans-Dietrich Genscher | Jürgen Möllemann | Klaus Kinkel | Joschka Fischer | Franz Müntefering
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Konrad Adenauer | Heinrich von Brentano | Gerhard Schröder | Willy Brandt | Walter Scheel | Hans-Dietrich Genscher | Helmut Schmidt | Hans-Dietrich Genscher | Klaus Kinkel | Joschka Fischer | Frank-Walter Steinmeier
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Ernst Reuter | Walther Schreiber | Otto Suhr | Willy Brandt | Heinrich Albertz | Klaus Schütz | Dietrich Stobbe | Hans-Jochen Vogel | Richard von Weizsäcker | Eberhard Diepgen | Walter Momper | Eberhard Diepgen | Klaus Wowereit
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| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Brandt, Willy |
| ALTERNATIVNAMEN | Herbert Ernst Karl Frahm (eigentlich), Gunnar Gaasland (Deckname) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Politiker (SPD), 1969–1974 Bundeskanzler der BRD |
| GEBURTSDATUM | 18. Dezember 1913 |
| GEBURTSORT | Lübeck |
| STERBEDATUM | 8. Oktober 1992 |
| STERBEORT | Unkel am Rhein |
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bg:Вили Брант
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