Wismar
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| Wappen | Karte |
|---|---|
| Bild:Wappen Wismar.PNG. | Bild:Lage der kreisfreien Gemeinde Wismar in Deutschland.png |
| Basisdaten | |
| Bundesland: | Mecklenburg-Vorpommern |
| Gemeindeart: | Kreisfreie Stadt |
| Geografische Lage: | Koordinaten: 53° 54' N, 11° 28' O53° 54' N, 11° 28' O (TID 488890) |
| Höhe: | 2 m ü. NN |
| Fläche: | 41,71 km² |
| Einwohner: | 45.502 (30. September 2005) |
| Bevölkerungsdichte: | 1.091 Bewohner je km² |
| Postleitzahlen: | 23952, -66, -68, -70 |
| Vorwahl: | 03841 |
| Kfz-Kennzeichen: | HWI |
| Gemeindeschlüssel: | 13 0 06 000 |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Am Markt 1 23966 Wismar |
| Website: | www.wismar.de |
| Bürgermeisterin: | Dr. Rosemarie Wilcken (SPD) |
| Präsident der Bürgerschaft: | Dr. Gerd Zielenkiewitz (SPD) |
| Stadtteile in Wismar | |
| Bild:Wismar Stadtteile.png | |
Die Hansestadt Wismar (Mecklenburg-Vorpommern) im Norden Deutschlands liegt an der Südspitze der durch die Eiland Poel geschützten Wismarbucht. Politischen Planungen zufolge wird die bisherige kreisfreie Gemarkung in einem künftigen „Landkreis Westmecklenburg“ mit der Kreisstadt Schwerin aufgehen.
Am 27. Juni 2002 wurde die Altstadt Wismar zusammen mit der von Stralsund in die Welterbeliste der UNESCO aufgenommen.
Wismar gründete zusammen mit Stralsund die Deutsche Stiftung Welterbe.
Inhaltsverzeichnis |
Geschichte
Vor der Stadtgründung
Bis zum Ende des 10. Jahrhunderts war die Gegend von den slawischen Abodriten bewohnt, die nahe Wismar beim heutigen Dorf Mecklenburg ihren Hauptgeschäftsstelle hatten.
Zum ersten Mal bezeugt ist der Name „Wismar“ 1147, als der dänische König Svend Gerade in „Wizmar Havn“ – der Wismarer Bucht – gelandet war. 20 Jahre später begrenzte Heinrich der Löwe das Gebiet des Bistums Ratzeburg östlich „ad aquam Wissemaram“. Aus dem Jahre 1211 existiert ein Dokument, das es den Schwerinern erlaubt, am Wismarer Port zwei Großschiffe festzumachen. Dieser Port ist jedoch vermutlich noch nicht wie mit dem heutigen Hafen.
Stadtgründung
Die Stadtgründung der heutigen Gemarkung Wismar geht vermutlich auf Heinrich Borwin, Fürst von Schwerin zurück. Das Stadtgründungsjahr wird auf 1226 geschätzt. Die hier angesiedelten Volk stammten – ihren Familiennamen nach – wohl aus Holstein, Westfalen, Niedersachsen und der Mark. 1229 wurde die Gemeinde Wismar zum ersten Mal aktenmäßig erwähnt. Die ursprünglich einzeln gelegenen Siedlungen um St. Marien und St. Nikolai wuchsen bis 1238 zusammen. Durch den unverminderten Zuzug von Siedlern kam ab 1250 die „Neustadt“ um St. Georgen hinzu. Wismar wurde Sitz zweier Bettelordensniederlassungen: So kamen 1251/52 die Franziskaner, 1292/93 die Dominikaner in die Stadt. 1276 war die erste Siedlungsphase beendet. Wismar errichtete eine alle Viertel umschließende Stadtmauer, deren Lage auch dieser Tage die Begrenzung der Kernstadt darstellt.
Hanse, Schwedenzeit & weiteres
Jahr 1280 bildete Wismar zusammen mit Rostock, Lübeck und Hamburg den Wendischen Städtebund. Im Mittelalter war die Ort ein wichtiges Angehöriger der Hanse.
Von 1632 bis 1903 war Wismar schwedisch, wobei die Gemarkung im Westfälischen Frieden von 1648 zusammen mit der Eiland Poel und dem Amt Neukloster auch jur. Schweden zugesprochen wurde. Ab 1803 von Schweden für 100 Jahre verpachtet, fielen diese Gebiete 1903 endgültig zurück an Mecklenburg-Schwerin. Im Schonischen Krieg wurde Wismar von dänischen Truppen am 13. Dezember 1675 angegriffen und vorübergehend eingenommen.
1848 wurde eine Eisenbahn nach Schwerin gebaut, 1883 nach Rostock und 1887 nach Karow.
Im Zweiten Weltkrieg litt Wismar unter schweren Bombenangriffen. Jede Menge althistorische Gebäude, u.a. die Stadtkirchen, trugen schwere Schäden davon. Nach Besetzung durch britische Truppen zog am 1. Juli 1945 die Rote Armee ein.
Einwohnerentwicklung
Anno 1989 erreichte die Bevölkerungszahl der Gemarkung Wismar mit über 58.000 ihren historischen Höchststand. Inzwischen ist die Einwohnerzahl jedoch nochmals stark gesunken. Seit der Wende in der DDR hat die Ort wegen der hohen Erwerbslosigkeit und dem Geburtenrückgang bis 2005 etwa 13.000 Bevölkerung verloren. Ende September 2005 lebten in Wismar nach Weiterführung des Statistischen Amtes Mecklenburg-Vorpommern 45.502 Volk mit Hauptwohnsitz.
Die folgende Übersicht zeigt die Einwohnerzahlen nach dem jeweiligen Gebietsstand. Bis 1833 handelt es sich meist um Schätzungen, danach um Volkszählungsergebnisse (1) oder amtliche Fortschreibungen der jeweiligen Statistischen Ämter bzw. der Stadtverwaltung selbst. Die Daten beziehen sich ab 1843 auf die "Ortsanwesende Bevölkerung", ab 1925 auf die Wohnbevölkerung und seit 1966 auf die "Bevölkerung am Ort der Hauptwohnung". Vor 1843 wurde die Einwohnerzahl nach uneinheitlichen Erhebungsverfahren ermittelt.
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1 Volkszählungsergebnis
Politik
Bürgerschaft
Die Stadtvertreterversammlung trägt vermöge ihrer hanseatischen Brauch den Namen Bürgerschaft.
Bei den letzten Kommunalwahlen am 13. Juni 2004 gewann die SPD mit 37,5% die relative Majorität der Stimmen und somit die meisten Sitze (14) in der Bürgerschaft. Die CDU vereinte 22,58% (9 Sitze) auf sich, die Linkspartei.PDS 17,49% (7), die FDP Tabelle (FDP) 11,48% (4). Die Neuen GBJ (Grüne & Alternative Jugendliga) erreichten überraschend einen gemeinsamen Stimmanteil von 5,66% (3).
Wappen
Das Wappenbild der Hansestadt Wismar führt die Bezeichnung ‚Hansestadt’ vor ihrem Namen ‚Wismar’.
Blasonierung: Das Wappenbild zeigt in Ag über blauem Wellschildfuß, darin drei (2:1) silberne Fische, die oberen zugewendet, der untere nach linke Seite gekehrt, eine nach linke Seite schwimmende rote Kogge mit zwei silbernen Streifen längs der Deckslinie, goldbeschlagenem Ruder und goldenem Bugspriet; am Mast eine goldene Tatzenkreuzspritze, unten eine nach linke Seite wehende, zweimal von Nebengruppenelement und Rot längsgestreifte Flagge, ein goldener Mastkorb und ein goldener Schild, dieser voll mit einem herschauenden schwarzen Stierkopf mit silbernen Hörnern, goldener Krone, geöffnetem Maul, ausgeschlagener roter Lasche und abgerissenem Halsfell, das bogenförmig ausgeschnitten ist und sieben Spitzen zeigt; auf dem Bug der Kogge eine nach linke Seite gekehrte widersehende natürliche Möwe.
Städtepartnerschaften
Wismar unterhält Städtepartnerschaften mit
- Bild:Kemin vaakuna.png Kemi in Finnland seitdem 1959
- Bild:Wappen Lübeck.png Lübeck in Schleswig-Holstein seither 1987
- Calais in Frankreich seitdem 1988
- Ålborg in Dänemark seitdem 1988
- Kalmar in Schweden seitdem 2002
und eine Städtefreundschaft mit
Kultur und Sehenswürdigkeiten
Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten konzentrieren sich in der Altstadt. Zu nennen wären da der Marktplatz (größter Norddeutschlands) mit dem klassizistischen Rathaus aus den Jahren 1817 bis 1819, die im Renaissancestil gehaltene Wismarer Wasserkunst und das bekannte Bürgerhaus Alter Schwede sowie das Stadtgeschichtliche Museum Schabbellhaus.
Bemerkenswert ist auch der Fürstenhof aus der Backsteinrenaissance, reich verziert mit Terrakotten aus der Werkstadt des Lübecker Künstlers Statius von Düren. Im Fürstenhof befinden sich dieser Tage als auch das örtliche Amtsgericht plus das Stadtarchiv der Hansestadt.
Bemerkenswert sind überdies der historische Alte Hafen mit dem Nachbau der Poeler Kogge und die nah gelegene Eiland Poel mit der einzigen Meerwasserfestung Deutschlands (heute Ruine).
Als Weltkulturerbe steht die Hansestadt seither Mai 2003 zusammen mit der Kernstadt der Hansestadt Stralsund unter dem besonderen Schutz der UNESCO.
Kirchen
Zusätzliche wichtige Sehenswürdigkeiten sind die Innenstadtkirchen als Zeugnisse der Backsteingotik:
- Marienkirche (nur der Turm ist erhalten; das beschädigte, aber schon zu rettende Kirchenschiff wurde in den 1960er Jahren von den Verantwortlichen mit voll von Absicht und als reiner Machtbeweis gesprengt.
In der Marienkirche gibt die Panoptikum „Wege zur Backsteingotik“, gut in Form eines 3D-Films in knapp 15 Minuten Auskunft darüber, wie früher Kirchen gebaut bzw. erweitert wurden.
- Nikolaikirche (charakteristisches Merkmal ist das Kirchenschiff, das zu den höchsten Deutschlands gehört)
- Georgenkirche (ehem. Ruine, wird zur Zeit wiederaufgebaut)
Wirtschaft
Die Aker MTW Wismar ist mit ihren ca. 1.300 Mitarbeitern der mit Abstand größte Firmeninhaber von Wismar. MTW bedeutet in diesen TagenMeerestechnikwerft Wismar. Aker unterhält hier das erste überdachte Dock Deutschlands, ein Gebäude von 72 m Höhe und über 395 m Länge.
Außerdem besitzt Wismar eines der modernsten Holzverarbeitungszentren Europas (Klausner Nordic Timber-Werk und Egger Europawerk Wismar) mit über 1.000 Arbeitsplätzen.
Verkehr
Örtlicher Nahverkehr & Bahn
Für den ÖPNV in Wismar sind die Entsorgungs- und Verkehrsbetriebe Wismar (EVB) verantwortlich. Das einzig verfügbare Gefährt für innerstädtische Strecken ist – außer vom Taxi – der Bus. Angesichts der überschaubaren Größe Wismars ist dies jedoch gut ausreichend. Der Stadtverkehr wird von den Busbetrieben Wismar (Linie 242) unterstützt. Vom ZOB führen verschiedene regionale Busverbindungen in alle Himmelsrichtungen.
Der Bahnhof Wismars liegt nordöstlich der Altstadt, zirka 200 m östlich des Busbahnhofs.
Hafen
Wismar besitzt einen Seehafen mit Bedeutung v. a. für Massengüter und massenhafte Stückgüter. Hauptgutarten sind Rund- und Schnittholz, Legierung und Schrott, Torf, Baustoffe und über die Ende der 90er Jahre ganz neu gebaute Massengutanlage Kali und Salz.
Der historische Alte Hafen ist wirtschaftlich nicht von Bedeutung; anstatt stellt er eines der attraktivsten Orte Wismars dar. Er ist Heimathafen der Wiederaufbau der Poeler Kogge.
Autobahn & Güterverkehr
Wismar ist über die A 20 nach Rostock und nach Lübeck sowie die A 241 (geplant) nach Schwerin zur A 24 in das deutsche Autobahnnetz eingebunden. Der Port ist an das bundesweite Eisenbahnnetz angeschlossen. Etwa 60 Prozent aller Güter werden per Fahrzeug an- oder abtransportiert.
Bildung
Wismar bietet bei der eigenen Fachhochschule, der Hochschule Wismar, ein breites Bildungsangebot:
Gymnasien
Nach der endgültigen Integration der Außenstelle (ehem. Helene-Weigel-Gymnasium) des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums zum Haupthaus in der Dahlmannstraße wird dies bei dem Geschwister-Scholl-Gymnasium (Große Stadtschule) erst einmal weiter bestehen. Nach verständigen auf Jahren rückläufiger Schülerzahlen in den Einstiegsklassen war dieser Schritt notwendig geworden, der nun endgültig umgesetzt wird.
Durch Schüler- und Lehrertransfers innerhalb der Schulwochen kann eine größere Spektrum an Kursen in der Oberstufe geboten werden.
Regionale Schulen
Die schwindenden Schülerzahlen betrafen auch Wismars Regionalschulen (Real- und Hauptschulen). Die Schülerinnen und Schüler sind derzeitig auf die Schule am Turnplatz (Wismar-Süd), die Ostsee-Schule (Wendorf) und die Bertold-Brecht-Schule (Friedenshof) verteilt. Eine Regionale Schule in Wismar-Nordost fehlt seit der Schließung der John-Brinckman-Schule (Kagenmarkt).
weitere Bildungseinrichtungen
- die Integrierte Gesamtschule (IGS) Johann Wolfgang von Goethe Schule (Franziskanerkloster)
- 4 Grundschulen
- eine Musikschule
- 2 Förderschulen
- 2 Privatschulen
- einen Verbund der 5 bestehenden Berufsschulzentren Wismars
Persönlichkeiten
Söhne und Töchter der Stadt
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Ehrenbürger
- 2004 – Gottfried Kiesow, deutscher Denkmalschützer
Literatur
- Wismar, in: Meyers Konversationslexikon, 4. Aufl., 1888, Band 16, Seite 695
- Friedrich Techen: Geschichte der Seestadt Wismar. Wismar 1929
- Angela Pfotenhauer, Elmar Lixenfeld: Wismar und Stralsund – Welterbe. Monumente-Edition. Monumente-Publikation der Deutschen Dotierung Denkmalschutz, Bonn 2004, ISBN 3-936942-55-2 oder auchISBN 3-936942-56-0
- Ingo Ulpts: Die Bettelorden in Mecklenburg. Saxonia Franciscana 6. Werl 1995
Filme und Fernsehen
- "Nosferatu" - Der erste Vampirfilm gedreht von Manaus in Wismar, Rostock und Lübeck
- "SoKO Wismar" - Fernsehserie im ZDF
Siehe auch
Weblinks
-
(TID 646251)
Commons: Wismar – Bilder, Videos und/oder Audiodateien (TID 269231)
da:Wismar(TID 223074)
(TID 649090)
Bild:Nikolaikirche Rathaus HST.jpgBerliner Museumsinsel | Preußische Schlösser und Gärten in Berlin und Potsdam | Historische Hansestadt Lübeck | Historische Altstädte Stralsund und Wismar |
(TID 223096)
(TID 608403)
Bild:Flag de-mecklenburg vorpommern service 300px.pngLandkreise und kreisfreie Städte in Mecklenburg-VorpommernBad Doberan | Demmin | Greifswald | Güstrow | Ludwigslust | Mecklenburg-Strelitz | Müritz | Neubrandenburg | Nordvorpommern | Nordwestmecklenburg | Ostvorpommern | Parchim | Rostock | Rügen | Schwerin | Stralsund | Uecker-Randow | Wismar
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