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Wissenschaft

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Wissenschaft besteht darin, auf methodisch kontrollierte Weise neue Kenntnisse und Erkenntnisse zu gewinnen, die von jedem hinreichend Sachkundigen in prinzipiell allen Feinheiten begreiflich und überprüfbar sind. Für das so erlangte Wissen wird allgemeine Gültigkeit beansprucht und, so weit wie einer gegebenenfalls möglichen Widerlegung, auch weithin akzeptiert. Dies ist speziell dann der Fall, wenn aus seiner Formulierung in gewöhnlich Theorien genannten Gesamtdarstellungen logisch und nicht doppelt Handlungsanweisungen ableitbar sind, deren praktische Anwendung oder Umsetzung regelmäßig zu Ergebnissen führt, die im gleichen Sinne aus diesem Wissen logisch ableitbar sind und deswegen prognostiziert werden können.

Wissenschaftliche Wissensbildung zielt somit deutlich über gewöhnliches Alltagswissen hinaus, das überwiegend auf mehr oder weniger begrenzter persönlicher Erfahrung und Intuition basiert.

Wegen ihrer grundsätzlichen Bedeutung, in erster Linie aber wegen ihrer allgemeinen praktischen Relevanz, ist Forschung mittlerweile fester Teil eines beinahe alle Bereiche des modernen gesellschaftlichen Lebens erfassenden, organisierten sowie mehrfach vernetzten - und deshalb gelegentlich auch kritisierten - "wissenschaftlich-industriellen Komplexes" geworden.

Inhaltsverzeichnis

Wissenschaftsbetrieb

Ziele

Der heutige Wissenschaftsbetrieb bezweckt

Wissenschaftliches Arbeiten und Gesellschaft

Wissenschaftliches Arbeiten dient obendrein der Vermittlung von Kulturgut, das sich über Jahrtausende entwickelt hat, der Grundlagenforschung, der Verbessertes Modell bestehender Ergebnisse, der Gewinnung neuer Erkenntnisse und auch der Recherche nach neuen Technologien. Inhalte, Methoden und Ziele der Forschung werden andauernd auch von außerwissenschaftlichen Faktoren beeinflusst. Die Austausch der Charakter untereinander und mit der Gesellschaft gewährt Anregung und Kritik, bis hin zum Vorwurf, dass berufsmäßige Forscher für ihren Lebensunterhalt auf Geldmittel der Gesellschaft, der Wirtschaft oder spezieller Gruppierungen dependent sind.

Für die interdisziplinäre Wissenschaft wurden in den letzten Jahrzehnten eine Reihe von (Forschungs-)Instituten geschaffen, in denen industrielle und universitäre Lehre zusammenwirken. Teilweise verfügen Unternehmen aber auch über eigene Forschungseinrichtungen, in denen Grundlagenforschung betrieben wird. Die Arbeit der Forschung ist essentielle Voraussetzung für produktive Forschung, kann aber auch in gemeinsamem Irrtum bestärken; nicht zuletzt deshalb werden wichtige Ergebnisse manchmal von wissenschaftlichen Außenseitern erzielt. Gemeinsame Begeisterung für aktuelle Themen kann wenn schon die Form einer wissenschaftlichen Mode annehmen.

Wissenschaftliche Einrichtungen

Ein großer Teil wissenschaftlicher Arbeit findet gebräuchlich an Universitäten statt. Doch auch Akademien, privat finanzierte Forschungsinstitute und die Industrie finanzieren die Tätigkeit vieler Wissenschafter. Mit staatlicher Förderung stellen auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) oder alternative Träger den Max-Planck-Instituten, der ESA, dem CERN und anderen Groß-Forschungsprojekten die notwendigen Ressourcen zur Verfügung. In Österreich erfüllen der DFG die Forschungsfonds Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) und FFF in der Eidgenossenschaft und Französische Republik die Nationalen Forschungsfonds. Alternative Reserve werden z. B. von Großindustrien oder dem Europäischen Patentamt dotiert.

Der für Wissenschafter so zentrale Austausch mit anderen Forschern erfolgt durch Wissenschaftliche Veröffentlichungen und bei Fachkonferenzen, bei Kongressen der internationalen Dachverbände und scientific Unions (z. B. IUGG, COSPAR, IUPsyS, ISWA, SSRN) oder der UNO-Organisation. Auch Einladungen zu Seminaren, Institutsbesuchen, Arbeitsgruppen oder Gastprofessuren spielen eine Rolle. Von großer Bedeutung sind auch Auslandaufenthalte und internationale Forschungsprojekte.

Rechtlicher Status

Artikel 5 Abs. 3 des Grundgesetzes gewährleistet in der Bundesrepublik Deutschland den Schutz der Ungezwungenheit von Forschung und Lehre. Im Hochschulurteil des Bundesverfassungsgerichtes wird dabei Lehre folgendermaßen charakterisiert:

Der gemeinsame Oberbegriff "Wissenschaft" bringt den engen Bezug von Forschung und Lehre zum Ausdruck. Forschung als "die geistige Tätigkeit mit dem Ziele, in methodischer, systematischer und nachprüfbarer Weise neue Erkenntnisse zu gewinnen" (Bundesbericht Forschung III BTDrucks. V/4335 S. 4) bewirkt angesichts immer neuer Fragestellungen den Fortschritt der Wissenschaft; zugleich ist sie die notwendige Voraussetzung, um den Charakter der Lehre als der wissenschaftlich fundierten Übermittlung der durch die Forschung gewonnenen Erkenntnisse zu gewährleisten. Andererseits befruchtet das in der Lehre stattfindende wissenschaftliche Gespräch wiederum die Forschungsarbeit.

Gemäß BVG ist folglich als wissenschaftlich anzusehen und damit geschützt:

[...] jede wissenschaftliche Tätigkeit, d. h. auf alles, was nach Inhalt und Form als ernsthafter planmäßiger Versuch zur Ermittlung der Wahrheit anzusehen ist. Dies folgt unmittelbar aus der prinzipiellen Unabgeschlossenheit jeglicher wissenschaftlichen Erkenntnis. (BVerfGE 35, 79 - Hochschul-Urteil) [1]

Hinweis: In diese Erklärung fallen nicht Arbeiten von Journalisten oder Kriminologen.

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Wissenschaftliche Methodik

Lehre enthält Methodologien zum Wissenserwerb. Ziel wissenschaftlicher Methoden ist es, ausgehend von einer oder mehreren Hypothesen eine tragfähige Theorie zu entwickeln.

Kriterien für wissenschaftliches Arbeiten

Wissenschaftliche Arbeit muss besondere Kriterien erfüllen:

  1. Wissenschaft ist ergebnisoffen und damit nicht dogmatisch. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind falsifizierbar, d. h. sie können überprüft werden und sich als falsch herausstellen.
  2. Wissenschaftliche Ergebnisse werden publiziert und ausführlich dokumentiert. Dafür gibt es Standards, die die Nachvollziehbarkeit aller Teilschritte der Schlussfolgerungen sicherstellen sollen. Wichtig ist dabei auch eine ausführliche Doku experimenteller Ergebnisse, verwendeter Quellen und die Berücksichtigung des aktuellen Standes der Lehre auf einem Gebiet. Dadurch werden Forschungsergebnisse parallel und ein inhaltlicher Fortschritt in einem Metier erst möglich. Forschungsarbeiten beziehen sich aufeinander. Sie stützen, gegenargumentieren oder raffinieren vorhandene Theorien.
  3. Ein wichtiges Prinzip jeder ernsthaften Wissenschaft ist die Skepsis qua einer kritischen Haltung gegenüber eigenen wie fremden Ergebnissen und Thesen. Wissenschaftlich erlangte Erkenntnisse unterscheiden sich von Ideologien und doktrinären Behauptungen dadurch, dass bei den letzteren offene oder subtile Machtmittel zur Durchsetzung von Behauptungen benutzt werden und Hinterfragung durch einzelne unerwünscht ist, während wissenschaftliches Wissen immerhin im Grunde von jedem durch den Anwendung des eigenen Verstandes und eigener Erfahrung eigenständig überprüft werden kann. Offenbarungswissen, welches etwa durch inwendig Erkenntnis einzelner zustandekommt, kann durch sonstige nicht eigenständig überprüft werden und ist somit nicht wissenschaftlich.

Prozess der wissenschaftlichen Erkenntnis

Wissenschaftliche Erkenntnis wird idealtypisch in folgenden Schritten gewonnen (in manchen Wissenschaften ist nur ein Teil der aufgezählten Schritte durchführbar und oft werden Erkenntnisse auch ganz verschiedenartig gewonnen, einschließlich der Hilfe des Zufalls):

Anforderungen an eine wissenschaftliche Theorie

An die Spektrum aller wissenschaftlichen Theorien gibt es außerdem die Erfordernis der äußeren Konsistenz, der gegenseitigen Widerspruchsfreiheit.

Kriterien eines wissenschaftlichen Experiments

  • Objektivität (Intersubjektive Überprüfbarkeit): Ein Test ist objektiv, wenn verschiedene Charakter unter den selben Bedingungen die selben (End-)Ergebnisse erzielen.
  • Reliabilität (Zuverlässigkeit): Ein Versuch ist reliabel, wenn es bei wiederholter Anwendung unter gleichen Bedingungen gleiche Ergebnisse liefert, die Ergebnisse also wiederholbar sind.
  • Validität (Gültigkeit): Ein Versuch ist valide, wenn die Versuchsanordnung tatsächlich das misst, was sie zu messen vorgibt. Zu diesem Punkt muss sichergestellt sein, dass andere, nicht beobachtete Eigenschaften keinen Einfluss auf das Ergebnis haben. Allerdings erfordert dies sehr weit reichende Normung der Versuchsbedingungen. Dies wiederum kann die Gültigkeit negativ beeinflussen. Wenn zum Beispiel in rigide kontrollierten Tierversuch Verhaltensauffälligkeiten durch Heilverfahren A erfasst werden sollen, kann es sein, dass sich die Verhaltensauffälligkeit nicht durch die Behandlung, stattdessen durch die Umstände (kleiner, langweiliger Käfig etc.) hervorgerufen werden.
  • Standardisierung und Vergleichbarkeit: Ergebnisse eines Experiments sind nur dann vergleichbar, wenn sie bestimmten, ehe festgelegten Standards genügen. Um die Reproduzierbarkeit und Überprüfung eines Versuchs zu gewährleisten, gehörte es somit zu den wissenschaftlichen Tugenden, die Versuchsanordnung so einfach wie möglich zu halten.

Wissenschaftstheorie und -forschung

Als Begründer der modernen wissenschaftlichen Methode gilt Francis Bacon. Im 20. Jahrhundert hat sich unter Anderen Karl Popper als Begründer des kritischen Rationalismus in der Wissenschaftstheorie einen Namen gemacht; das Kennzeichen der Falsifizierbarkeit, ursprünglich von Popper formuliert, hat sich als Qualitätsmerkmal seriöser Forschung weitgehend durchgesetzt, es dient der Unterscheidung von Lehre und Pseudowissenschaft bzw. Glaubenslehren.

Namentlich die Rezension T.S. Kuhns an der von Popper dargelegten Wissenschaftsentwicklung führte allerdings zu diversen Weiterentwicklungen des Falsifikationsbegriffes in der neueren wissenschaftheoretischen Entwicklung. Zu nennen wären hier etwa die von Imre Lakatos entwickelte Sichtweise der Forschung als das Verfolgen komplexer Forschungsprogramme oder der - benachbart anderen - von Joseph D. Sneed entwickelte wissenschaftstheoretische Strukturalismus.

Philosophisch steht hinten ursprünglich der kritische Rationalismus, der eine Modell nur dann als wissenschaftlich anerkennt, wenn sie falsifizierbar (das heißt grundsätzlich widerlegbar, siehe oben) ist. Es sei denn davon, dass komplexe Theorien im Großen und Ganzen nicht beobachtbar sind, würde Verifizierbarkeit allein - ohne gleichzeitge Falsifizierbarkeit - nicht ausreichen, um eine Modell als wissenschaftlich einzustufen. Erst die Falsifizierbarkeit garantiert, dass eine Konzept Einschränkungen über mögliche Beobachtungsdaten macht, und damit überhaupt eigentliche Information über die uns erfahrungsgemäß zugängliche Welt enthält. Der kritische Rationalismus wurde und wird von seinen Gegnern immer wieder einmal auch als "Falsifikationismus" bezeichnet und wird speziell unter dieser Bezeichnung im Gegensatz zu anderen philosophischen Denkrichtungen gesehen (siehe unten).

Es waren die schon oben erwähnten Wissenschaftstheoretiker Thomas Kuhn sowie Paul Feyerabend, die mit wissenschaftshistorischen und wissenschaftssoziologischen Untersuchungen aufzuzeigen suchten, dass wissenschaftliche Lehre in der Praxis differenzierend ablaufe als der Kritische Rationalismus von Popper es behauptet, oder - wie die Verteidiger Poppers entgegen setzen - seine Widersacher es ihm unterstellen. Subjekt trachten demnach in den gewöhnlichen Phasen ihrer Wissenschaft kaum danach die Grundannahmen ihrer Theorien zu hinterfragen, an Stelle bewegen sich passend eines unhinterfragten Paradigmas bzw. Forschungsprogramms, das ihnen Wege zur Lösung jener Rätsel aufzeigt, welche das Paradigma aufwirft. Das Paradigma bzw. Forschungsprogramm steht im Zuge dieser gewöhnlichen Phase der Lehre nicht zur Disposition, besteht also aus Vorannahmen, deren Falsifizierbarkeit meist gar nicht möglich sei. Gemäß Imre Lakatos sei dies auch nicht nötig, da ihre Hauptfunktion mehr darin bestehe die „Struktur“ einer Modell zu bestimmen und es nur nötig sei, diese Vorannahmen durch falsifizierbaren Zusatzannahmen zu einer kompletten, falsifizierbaren Konzept erweitern zu können.

Der Konstruktivismus geht in seiner Ablehnung noch weiter und lehnt die These des Falsifikationismus ab, dass laufende Veränderung von falsifizierten Thesen eine asymptotische Annäherung an die Realität brächten.

Der Relativismus sieht wissenschaftliche Paradigmen wenn schon als Sache des Glaubens an, die jedes Mal nur innerhalb einer bestimmten Wissenschafts-Kultur als wahr oder falsch Gültigkeit besitzen könnten.

Darüber auf hat sich - ausgehend von den USA - in den letzten beiden Jahrzehnten eine sich energisch parteiisch gebende Wissenschaft etabliert, bei der einer Lehre nicht nur eine beobachtende und beschreibende, für auch eine politisch verändernde Funktion zugewiesen wird. Dazu gehören z. B. als pointiert feministisch ausgewiesene Forschungsbereiche. Der klassische, der weltanschaulichen Neutralität verpflichtete Wissenschaftsbegriff wird hier abgelehnt und als androzentrisch diskreditiert: Es wird dargestellt, inwieweit jede Forschung von Leute und ihren Werten und Ausrichten geprägt wird.

Die moderne Wissenschaftsforschung versucht im Gegensatz zur eher theoretisch-spekulativen Wissenschaftstheorie die wissenschaftliche Praxis mit empirischen Methoden zu untersuchen und zu beschreiben. Dabei kommen unter anderen Methoden der Wissenschaftssoziologie und Scientometrie zum Einsatz. Die Ergebnisse der Wissenschaftsforschung, die teils den klassisch-wissenschaftstheoretischen Annahmen über das Wesen wissenschaftlicher Lehre widersprechen, haben qualifiziert der Evaluation auch Einfluss auf wissenschaftspolitische Entscheidungen.

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Ethik wissenschaftlichen Handelns

siehe Hauptartikel Wissenschaftsethik

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Kritik und Konflikte

"Elfenbeinturm"

Eine Form der Wissenschaftskritik richtet sich gegen den Rückzug der Forschung in ihren sprichwörtlichen Elfenbeinturm. Die Kritiker entgegennehmen die Forschung als schwer nachzuvollziehendes Gedankengebäude wahr, das nur noch Eingeweihten verständlich ist. Bei den Naturwissenschaften verstellt Mathematik den Zugang, bei den Geisteswissenschaften eine unverständliche Fachsprache. Nichtsdestotrotz sich etliche Leute für wissenschaftliche Fragestellungen und populärwissenschaftlich aufgearbeitete Ergebnisse interessieren, wird die eigentliche wissenschaftliche Arbeit als unverständlich wahrgenommen. Die Kritiker durchmachen Mensch entweder als Rationalisten, die ohne Verbindung zur sinnlichen Erfahrung (Empirie) komplizierte Modelle entwickeln, als übertrieben skeptische Wissenschaftsgläubige, als Bürokraten eines unüberschaubaren akademischen Apparats oder als Diener der Wirtschaft oder des Staates. Diesem Entwicklung entgegenwirkend wird in letzter Zeit von wissenschaftlichen Institutionen versucht durch "Tage der offenen Tür" oder populäre Darstellungen von wissenschaftlichen Erkenntnissen eine Öffnung gegenüber Interessierten (wie Schülern oder Senioren) zu erreichen. Dies ruft wiederum interne Rezension im Wissenschaftsbetrieb hervor, sich mehr der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeitsarbeit widmen zu müssen als dem eigentlichen Forschungsbetrieb. Dies führe zu einer Ökonomisierung wissenschaftlichen Fortschritts und bagatellisiere letzteren sondern einer nicht von wissenschaftlicher Seite steuerbaren Kommerzialisierung des Forschungsbetriebs.

Wissenschaftsgläubigkeit und Betrug

Eine weitere Form der Beurteilung richtet sich gegen die Verwendung von Lehre als "Ersatzreligion", wie z. B. im Fallgrube des Szientismus, dessen Anhänger allein die Naturwissenschaften als maßgebliche Quelle zur Erwerbung von Wissen akzeptierten. Wissenschaftliche Theorien, die nach dem modernen Wissenschaftsbegriff valide sind, würden als unanfechtbare Gewissheiten namhaft und die prinzipiellen Grenzen der Erkenntnisgewinnung durch wissenschaftliche Methoden ignoriert. Es wird kritisiert, manche Forscher sähen die Welt ausschließlich durch die Augengläser ihrer bevorzugten wissenschaftlichen Theorien. Beobachtungen, die mit diesen nicht passend schienen, würden ausgeblendet; schlechtestens führe das zur Fälschung von Experimenten, um eigene Theorien zu schützen. In der gemäßigten Form erkläre diese Neigung, am eigenen Weltbild festzuhalten, manche Verzögerung, mit der sich neue Paradigmen in der Forschung durchsetzen könnten. Auch wird kritisiert, Wissenschaftsgläubige würden den Aufwand eigener sorgfältiger wissenschaftlicher Arbeit scheuen und sich an Autoritäten orientieren.

Verstrickung mit Industrie und Militär

Wissenschaftlern wird gern vorgeworfen, sie arbeiteten zu eng mit kommerziellen Unternehmen zusammen und seien deshalb nicht neutral. Dies gilt als auch für konkrete Wissenschaftler, deren Arbeitsergebnisse positive Folgen für einen Industriezweig haben, plus für die Forschung als Ganzes. Außerdem ist die militärische Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse an erster Stelle seit der Atombombe ein Anlass zur generellen Wissenschaftskritik.

Wissenschaft und Religion

Heftige Rezension an der Gültigkeit wissenschaftlicher Theorien entzündete sich in manchen Zeitepochen an Widersprüchen zu religiösen Überlieferungen und Dogmen.

In den Naturwissenschaften ist das wohl facettenreichste Beispiel die Kreationismus-Debatte um eine Vereinbarkeit von biblischer Schöpfungsgeschichte mit Theorien der Kosmologie oder der Evolutionsbiologie. Ein älteres Beispiel ist der Umgang der katholischen Kirche mit Galileo Galileis öffentlichem Abrücken vom geozentrischen Weltbild.

In den Geisteswissenschaften stoßen manche historisch-kritische Analysen von Bibel und anderen heiligen Büchern auf Kritik. Insbesondere, wenn die zufolge neuerer Quellenlage oder früherer Übertragungsfehler überarbeiteten Glaubenstexte im Widerspruch zur ideologisch akzeptierten Version des Glaubenstextes stehen.

Da für den Gläubigen das Dogma per definitionem wahr ist, wird mancher einseitige Kritiker die wissenschaftliche Modell gelassen hinnehmen und den dogmatischen Glaubenssatz unreflektiert aufrechterhalten. Im Fundamentalismus haben wörtliche Auslegungen heiliger Texte eine hohe Priorität. Eine differenziertere Form der Besprechung akzeptiert die wissenschaftliche Methode weitgehend und übernimmt ihre Fachbegriffe. Mitunter werden im philosophisch-religiösen Bereich Ausnahmen von wissenschaftlichen Kernprinzipien wie Reproduzierbarkeit oder Falsifizierbarkeit eingefordert oder Kernbegriffe divergent definiert.

Zumeist lösen sich aber Widersprüche zwischen naturwissenschaftlich und religiös begründeten Postulieren dadurch, dass sie verschiedene Ebenen betreffen. So thematisiert die Schöpfungsgeschichte der Heilige Schrift das Verhältnis zwischen Gott, Welt und Mensch, aber nicht die Lehre von der sichtbaren Natur (siehe auch biblische Exegese und Hermeneutik).

Zuständigkeitskonflikte

Auch nicht-religiöse Weltbilder können in Konflikt mit der Forschung kommen, wenn ihre Behauptungen wissenschaftlich prüfbar sind und durch Experimente nicht bestätigt werden. Die Anhänger der betroffenen Weltbilder bestreiten oft, dass das Thema in den Zuständigkeitsbereich der Lehre fällt, oder sie bezeichnen ihre wissenschaftlichen Mensch als anmaßend oder ideologisch und ihre Methoden als nicht anwendbar.

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Einteilung gängiger Wissenschaftsbereiche

Eine allgemeingültige Einteilung der Wissenschaften existiert nicht; die Einteilung der Wissenschaften hängt von vielen Vorentscheidungen ab und hat häufig auch willkürliche Aspekte. Es geben deshalb verschiedene Systematiken (siehe beispielsweise die Dewey Decimal Classification). Frühere Autoren sprachen von einem Baum der Wissenschaft sowie der Segmentierung in Einzelwissenschaften und Universalwissenschaft.

Mehrere Disziplinen stellen eine Mischung verschiedener Fachgebiete dar und entziehen sich deshalb einer eindeutigen Zuordnung. Als Beispiel sei hier die Wirtschaftsinformatik genannt, die benachbart einem Kern eigener Inhalte u. a. auch Teile aus Informatik, Mathematik, Wirtschaftswissenschaften und Kommunikationswissenschaften enthält.

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Auflistung

Geisteswissenschaften (Kulturwissenschaften)

Bild:Tommarp kloster 02.JPG
Ausgrabungen im Tommarp-Kloster in Schweden
Bild:Borobudur-perfect-buddha.jpg

Humanwissenschaften

Bild:Galette-Renoir.jpg
Le Bal au Moulin de la Galette (1876) von Pierre-Auguste Renoir

Ingenieurwissenschaften

Bild:Baustelle in Koeln.jpg
Weltstadthaus P&C in Köln, Architekt: Renzo Klimperkasten
Bild:Integrated Circuit.jpg
Integrierte Schaltung
Bild:Mechatronisches System.png
mechatronisches System
Bild:Hull6Jul2004.JPG
Schiffskörper zur Instandsetzung

Naturwissenschaften

Bild:Konstanz der Lichtgeschwindigkeit.png
Bild:Atom.png
Schematische Darstellung eines Helium-Atoms: Zwei Elektronen einkreisen einen Kern aus zwei Protonen und zwei Neutronen
Bild:DNA.jpg
DNA-Molekül
Bild:Physcian examining a child.jpg
Ärztl. Untersuchung beim Doktor

Philosophie

Bild:Sanzio 01 Plato Aristotle.jpg
Platon und Aristoteles. Ausschnitt aus „Die Schule von Athen“ von Raffael

Rechtswissenschaften

Sozialwissenschaften

Bild:Demo trans 2 de.png
5-phasiges Modell des demografischen Übergangs

Strukturwissenschaften

Bild:Newton-Principia-Mathematica 1-500x700.jpg
Isaac Newton: Principia Mathematica (Frontispiz)
Bild:Turingmaschine.png
1-Band Turingmaschine

(Christliche) Theologie

Bild:Christianity dev 1300.jpg
Christianisierung Europas: braun bis 600, grün bis 800, rot bis 1100, gelb bis 1300

Wirtschaftswissenschaften

Bild:Einfacher Wirtschaftskreislauf.png
Der einfache Wirtschaftskreislauf zwischen Haushalten und Unternehmen

Wissenschaftstheorie

Smart Eyes: Überwachungssystem nach menschlichem Vorbild: Das Fraunhofer-Institut für Angewandte Informationstechnik hat ein Überwachungssystem entwickelt, das dem menschlichen Wahrnehmungssystem nachempfunden ist. Es kann eine Szenerie, etwa in einem Fußballstadion, analysieren und darin besondere Ereignisse erkennen. (Technologie, Datenschutz)... Weiterlesen!

Galaxy Tab: Samsungs Android-Tablet ausprobiert: Golem.de konnte sich Samsungs Android-Tablet Galaxy Tab in einem kleinen Hotelzimmer schon einmal anschauen. Das 7-Zoll-Gerät machte auf Anhieb einen guten Eindruck - wäre da nicht der hohe Preis. (Ifa 2010, Android)... Weiterlesen!

Siehe auch

Apple TV: Kleiner, billiger und ohne Festplatte: Apple hat seine Fernseh-Set-Top-Box einer Generalerneuerung unterzogen. Das neue Gerät ist deutlich geschrumpft und besitzt keine Festplatte mehr, sondern nur noch einen Flashspeicher. Die Filme und Serien, die der Kunde über iTunes beziehen kann, werden nicht mehr gekauft, sondern nur noch gemietet. (Apple TV, Apple)... Weiterlesen!

Navteq Natural Guidance: Navigationsanweisungen sollen menschlich werden: Navteq will die Sprachanweisungen von Navigationsgeräten grundlegend überarbeiten. Künftig werden Sprachanweisungen so klingen, als würde sie ein Mensch erteilen. Damit soll die gesamte Navigation vereinfacht werden. (Ifa 2010, GPS)... Weiterlesen!

Literatur

  • Max Weber: Wissenschaft als Beruf 1919. ISBN 3150093880 (Onlinetext)
  • Helmut Seiffert: Einführung in die Wissenschaftstheorie. München (Beck). 4 Bände; div. Auflagen.
  • Karl R. Popper: Logik der Forschung, Tübingen (Mohr-Siebeck) 2002. ISBN 3161478371
  • Thomas Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Frankfurt/Main (Suhrkamp). Original 1962.
  • Ludwik Fleck: Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Frankfurt/M. (Suhrkamp) 2002. ISBN 3518279122 (Original auf teutonisch 1935)
  • Paul Feyerabend: Wider den Methodenzwang. Entwurf einer anarchistischen Erkenntnistheorie. Frankfurt/Main (Suhrkamp). Original 1975.
  • Florian Keisinger u. a. (Hrsg.): Wozu Geisteswissenschaften? Kontroverse Argumente für eine überfällige Debatte, Frankfurt a. M./New York 2003 ISBN 359337336X
  • Mario Bunge: Scientific Research Bd. I + II, Springer-Verlag New York 1967
  • Junge, Torsten und Ohlhoff, Dörthe(Hg.): Wahnsinnig genial. Der Mad Scientist Reader, ISBN 3932710797, Alibri Verlagshaus Aschaffenburg 2004.
  • Helmut Seiffert, Gerard Radnitzky (Hrsg.): Handlexikon zur Wissenschaftstheorie. 2. unv. Aufl. (Orig. 1989), München 1992: dtv, ISBN 3-423-04586-8

Unreal Engine 3 auf iOS: Epics Demo Citadel setzt Maßstäbe auf iPhone und Co.: Zeitgleich mit der Vorstellung der neuen iPods hat Epic eine Technologiedemo seiner neuen Engine für mobile Geräte zum kostenlosen Download zur Verfügung gestellt. Das Programm namens Citadel zeigt, was auf iPod, iPhone und iPad möglich ist. (iPhone, iOS)... Weiterlesen!

DivX: Neue Geräte, HTML 5 und ein Ersatz für Flash: DivX hat auf der Ifa nicht nur seine Partnerschaft mit dem Media Markt und neue DivX-fähige Endgeräte von Partnern angekündigt. Das Unternehmen will ab Freitag auch mit einer Browsererweiterung Flashplayer durch seinen eigenen, deutlich leistungsfähigeren DivX HiQ Webplayer ersetzen. (Flash, H.264)... Weiterlesen!

Weblinks

Wissenschaft im Internet

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Wikiquote: Wissenschaft – Zitate

(TID 223246)

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Wiktionary: Wissenschaft – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

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Wikinews: Wissenschaft – aktuelle Nachrichten

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(TID 5521)

Satellitenbetreiber: SES Astra und Sender einigen sich auf 3D-Standards: SES Astra hat sich mit TV-Sendern und Geräteherstellern auf europäische Mindeststandards zu 3D-Fernsehen über Satellit geeinigt. Konkurrent Eutelsat arbeitet bereits an einem kommerziellen 3D-Sender. (3D-TV, Stereoskopie)... Weiterlesen!

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