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Wissenschaft

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Wissenschaft besteht darin, auf methodisch kontrollierte Weise neue Kenntnisse und Erkenntnisse zu gewinnen, die von jedem hinreichend Sachkundigen in prinzipiell allen Details begreiflich und überprüfbar sind. Für das so erlangte Wissen wird allgemeine Gültigkeit beansprucht und, so weit wie einer gegebenenfalls möglichen Widerlegung, auch weithin akzeptiert. Dies ist gerade dann der Fall, wenn aus seiner Formulierung in klassisch Theorien genannten Gesamtdarstellungen logisch und nicht überreichlich Handlungsanweisungen ableitbar sind, deren praktische Anwendung oder Umsetzung regelmäßig zu Ergebnissen führt, die gleichfalls aus diesem Wissen logisch ableitbar sind und deswegen prognostiziert werden können.

Wissenschaftliche Wissensbildung zielt somit deutlich über gewöhnliches Alltagswissen hinaus, das überwiegend auf mehr oder weniger begrenzter persönlicher Erfahrung und Intuition basiert.

Dank ihrer grundsätzlichen Bedeutung, überwiegend aber wegen ihrer allgemeinen praktischen Relevanz, ist Lehre mittlerweile fester Element eines so gut wie alle Bereiche des modernen gesellschaftlichen Lebens erfassenden, organisierten sowie multipel vernetzten - und deshalb gelegentlich auch kritisierten - "wissenschaftlich-industriellen Komplexes" geworden.

Inhaltsverzeichnis

Wissenschaftsbetrieb

Ziele

Der heutige Wissenschaftsbetrieb bezweckt

Wissenschaftliches Arbeiten und Gesellschaft

Wissenschaftliches Arbeiten dient ferner der Vermittlung von Kulturgut, das sich über Jahrtausende entwickelt hat, der Grundlagenforschung, der Verbessertes Modell bestehender Ergebnisse, der Gewinnung neuer Erkenntnisse und auch der Recherche nach neuen Technologien. Inhalte, Methoden und Ziele der Lehre werden zeitlebens auch von außerwissenschaftlichen Faktoren beeinflusst. Die Informationsaustausch der Forscher untereinander und mit der Gesellschaft gewährt Anregung und Kritik, bis hin zum Vorwurf, dass berufsmäßige Person für ihren Lebensunterhalt auf Geldmittel der Gesellschaft, der Wirtschaft oder spezieller Gruppierungen angewiesen sind.

Für die interdisziplinäre Wissenschaft wurden in den letzten Jahrzehnten eine Reihe von (Forschungs-)Instituten geschaffen, in denen industrielle und universitäre Lehre zusammenwirken. Partiell verfügen Unternehmen aber auch über eigene Forschungseinrichtungen, in denen Grundlagenforschung betrieben wird. Die Arbeit der Forschung ist essentielle Voraussetzung für produktive Forschung, kann aber auch in gemeinsamem Irrtum bestärken; nicht zuletzt deshalb werden wichtige Ergebnisse fallweise von wissenschaftlichen Außenseitern erzielt. Gemeinsame Begeisterung für aktuelle Themen kann selbst die Form einer wissenschaftlichen Mode annehmen.

Wissenschaftliche Einrichtungen

Ein großer Teil wissenschaftlicher Arbeit findet konventionell an Universitäten statt. Doch auch Akademien, privat finanzierte Forschungsinstitute und die Industrie finanzieren die Tätigkeit vieler Wissenschafter. Mit staatlicher Förderung stellen auch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) oder übrige Träger den Max-Planck-Instituten, der ESA, dem CERN und anderen Groß-Forschungsprojekten die notwendigen Ressourcen zur Verfügung. In Österreich vollbringen der DFG die Forschungsfonds Fonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (FWF) und FFF in der Eidgenossenschaft und Grande Nation die Nationalen Forschungsfonds. Weitere Reserve werden z. B. von Großindustrien oder dem Europäischen Patentamt dotiert.

Der für Wissenschafter so zentrale Austausch mit anderen Forschern erfolgt durch Wissenschaftliche Veröffentlichungen und bei Fachkonferenzen, bei Kongressen der internationalen Dachverbände und scientific Unions (z. B. IUGG, COSPAR, IUPsyS, ISWA, SSRN) oder der UNO-Organisation. Auch Einladungen zu Seminaren, Institutsbesuchen, Arbeitsgruppen oder Gastprofessuren spielen eine Rolle. Von großer Bedeutung sind auch Auslandaufenthalte und internationale Forschungsprojekte.

Rechtlicher Status

Artikel 5 Abs. 3 des Grundgesetzes gewährleistet in der Bundesrepublik Deutschland den Schutz der Ungebundenheit von Forschung und Lehre. Im Hochschulurteil des Bundesverfassungsgerichtes wird dabei Forschung folgendermaßen charakterisiert:

Der gemeinsame Oberbegriff "Wissenschaft" bringt den engen Bezug von Forschung und Lehre zum Ausdruck. Forschung als "die geistige Tätigkeit mit dem Ziele, in methodischer, systematischer und nachprüfbarer Weise neue Erkenntnisse zu gewinnen" (Bundesbericht Forschung III BTDrucks. V/4335 S. 4) bewirkt angesichts immer neuer Fragestellungen den Fortschritt der Wissenschaft; zugleich ist sie die notwendige Voraussetzung, um den Charakter der Lehre als der wissenschaftlich fundierten Übermittlung der durch die Forschung gewonnenen Erkenntnisse zu gewährleisten. Andererseits befruchtet das in der Lehre stattfindende wissenschaftliche Gespräch wiederum die Forschungsarbeit.

Gemäß BVG ist folglich als wissenschaftlich anzusehen und damit geschützt:

[...] jede wissenschaftliche Tätigkeit, d. h. auf alles, was nach Inhalt und Form als ernsthafter planmäßiger Versuch zur Ermittlung der Wahrheit anzusehen ist. Dies folgt unmittelbar aus der prinzipiellen Unabgeschlossenheit jeglicher wissenschaftlichen Erkenntnis. (BVerfGE 35, 79 - Hochschul-Urteil) [1]

Hinweis: In diese Erklärung fallen nicht Arbeiten von Journalisten oder Kriminologen.

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Wissenschaftliche Methodik

Lehre enthält Methodologien zum Wissenserwerb. Ziel wissenschaftlicher Methoden ist es, ausgehend von einer oder mehreren Hypothesen eine tragfähige Theorie zu entwickeln.

Kriterien für wissenschaftliches Arbeiten

Wissenschaftliche Arbeit muss besondere Kriterien erfüllen:

  1. Wissenschaft ist ergebnisoffen und damit nicht dogmatisch. Wissenschaftliche Erkenntnisse sind falsifizierbar, d. h. sie können überprüft werden und sich als falsch herausstellen.
  2. Wissenschaftliche Ergebnisse werden publiziert und ausführlich dokumentiert. Dafür gibt es Standards, die die Nachvollziehbarkeit aller Teilschritte der Schlussfolgerungen sicherstellen sollen. Wichtig ist dabei auch eine ausführliche Dokumentarfilm experimenteller Ergebnisse, verwendeter Quellen und die Berücksichtigung des aktuellen Standes der Lehre auf einem Gebiet. Dadurch werden Forschungsergebnisse analog und ein inhaltlicher Fortschritt in einem Beruf erst möglich. Forschungsarbeiten beziehen sich aufeinander. Sie stützen, entkräften oder raffinieren vorhandene Theorien.
  3. Ein wichtiges Prinzip jeder ernsthaften Wissenschaft ist die Skepsis zufolge einer kritischen Haltung gegenüber eigenen wie fremden Ergebnissen und Thesen. Wissenschaftlich erlangte Erkenntnisse unterscheiden sich von Ideologien und doktrinären Behauptungen dadurch, dass bei den letzteren offene oder subtile Machtmittel zur Durchsetzung von Behauptungen benutzt werden und Hinterfragung durch einzelne unerwünscht ist, während wissenschaftliches Wissen immerhin in der Regel von jedem durch den Anwendung des eigenen Verstandes und eigener Erfahrung eigenständig überprüft werden kann. Offenbarungswissen, welches etwa durch intern Erkenntnis einzelner zustandekommt, kann durch alternative nicht eigenständig überprüft werden und ist somit nicht wissenschaftlich.

Prozess der wissenschaftlichen Erkenntnis

Wissenschaftliche Erkenntnis wird idealtypisch in folgenden Schritten gewonnen (in manchen Wissenschaften ist nur ein Teil der aufgezählten Schritte durchführbar und oft werden Erkenntnisse auch ganz differenzierend gewonnen, einschließlich der Hilfe des Zufalls):

Anforderungen an eine wissenschaftliche Theorie

An die Spektrum aller wissenschaftlichen Theorien gibt es außerdem die Bedürfnis der äußeren Konsistenz, der gegenseitigen Widerspruchsfreiheit.

Kriterien eines wissenschaftlichen Experiments

  • Objektivität (Intersubjektive Überprüfbarkeit): Ein Test ist objektiv, wenn verschiedene Wissenschaftler unter den selben Bedingungen die selben (End-)Ergebnisse erzielen.
  • Reliabilität (Zuverlässigkeit): Ein Studie ist reliabel, wenn es bei wiederholter Anwendung unter gleichen Bedingungen gleiche Ergebnisse liefert, die Ergebnisse also wiederholbar sind.
  • Validität (Gültigkeit): Ein Test ist valide, wenn die Versuchsanordnung tatsächlich das misst, was sie zu messen vorgibt. Zu diesem Punkt muss sichergestellt sein, dass andere, nicht beobachtete Eigenschaften keinen Einfluss auf das Ergebnis haben. Allerdings erfordert dies sehr weit reichende Normierung der Versuchsbedingungen. Dies wiederum kann die Gültigkeit negativ beeinflussen. Wenn z. B. in rigoros kontrollierten Tierversuch Verhaltensauffälligkeiten durch Therapie A erfasst werden sollen, kann es sein, dass sich die Verhaltensauffälligkeit nicht durch die Behandlung, anstelle durch die Umstände (kleiner, langweiliger Käfig etc.) hervorgerufen werden.
  • Standardisierung und Vergleichbarkeit: Ergebnisse eines Experiments sind nur dann vergleichbar, wenn sie bestimmten, bevor festgelegten Standards genügen. Um die Reproduzierbarkeit und Überprüfung eines Versuchs zu gewährleisten, gehörte es somit zu den wissenschaftlichen Tugenden, die Versuchsanordnung so einfach wie möglich zu halten.

Wissenschaftstheorie und -forschung

Als Begründer der modernen wissenschaftlichen Methode gilt Francis Bacon. Im 20. Jahrhundert hat sich unter Anderen Karl Popper als Begründer des kritischen Rationalismus in der Wissenschaftstheorie einen Namen gemacht; das Kennzeichen der Falsifizierbarkeit, ursprünglich von Popper formuliert, hat sich als Qualitätsmerkmal seriöser Forschung weitgehend durchgesetzt, es dient der Unterscheidung von Lehre und Pseudowissenschaft bzw. Glaubenslehren.

Besonders die Rezension T.S. Kuhns an der von Popper dargelegten Wissenschaftsentwicklung führte allerdings zu diversen Weiterentwicklungen des Falsifikationsbegriffes in der neueren wissenschaftheoretischen Entwicklung. Zu nennen wären hier etwa die von Imre Lakatos entwickelte Sichtweise der Lehre als das Verfolgen komplexer Forschungsprogramme oder der - benachbart anderen - von Joseph D. Sneed entwickelte wissenschaftstheoretische Strukturalismus.

Philosophisch steht hinter ursprünglich der kritische Rationalismus, der eine Konzept nur dann als wissenschaftlich anerkennt, wenn sie falsifizierbar (das heißt grundsätzlich widerlegbar, siehe oben) ist. Ausgenommen davon, dass komplexe Theorien in der Regel nicht überprüfbar sind, würde Verifizierbarkeit allein - ohne gleichzeitge Falsifizierbarkeit - nicht ausreichen, um eine Modell als wissenschaftlich einzustufen. Erst die Falsifizierbarkeit garantiert, dass eine Modell Einschränkungen über mögliche Beobachtungsdaten macht, und damit überhaupt eigentliche Information über die uns erfahrungsgemäß zugängliche Welt enthält. Der kritische Rationalismus wurde und wird von seinen Gegnern ab und an auch als "Falsifikationismus" bezeichnet und wird namentlich unter dieser Bezeichnung im Gegensatz zu anderen philosophischen Denkrichtungen gesehen (siehe unten).

Es waren die schon oben erwähnten Wissenschaftstheoretiker Thomas Kuhn sowie Paul Feyerabend, die mit wissenschaftshistorischen und wissenschaftssoziologischen Untersuchungen aufzuzeigen suchten, dass wissenschaftliche Wissenschaft in der Praxis unterschiedlich ablaufe als der Kritische Rationalismus von Popper es behauptet, oder - wie die Verteidiger Poppers Paroli bieten - seine Subjekt es ihm unterstellen. Charakter trachten demnach in den gewöhnlichen Phasen ihrer Lehre kaum danach die Grundannahmen ihrer Theorien zu hinterfragen, anstatt bewegen sich qualifiziert eines unhinterfragten Paradigmas bzw. Forschungsprogramms, das ihnen Wege zur Lösung jener Rätsel aufzeigt, welche das Paradigma aufwirft. Das Paradigma bzw. Forschungsprogramm steht im Zuge dieser gewöhnlichen Phase der Wissenschaft nicht zur Disposition, besteht also aus Vorannahmen, deren Falsifizierbarkeit meist gar nicht möglich sei. Gemäß Imre Lakatos sei dies auch nicht nötig, da ihre Hauptfunktion mehr darin bestehe die „Struktur“ einer Modell zu bestimmen und es nur nötig sei, diese Vorannahmen durch falsifizierbaren Zusatzannahmen zu einer kompletten, falsifizierbaren Konzept erweitern zu können.

Der Konstruktivismus geht in seiner Ablehnung noch weiter und lehnt die These des Falsifikationismus ab, dass laufende Veränderung von falsifizierten Thesen eine asymptotische Annäherung an die Realität brächten.

Der Relativismus sieht wissenschaftliche Paradigmen selbst als Sache des Glaubens an, die jeweilig nur innerhalb einer bestimmten Wissenschafts-Kultur als wahr oder falsch Gültigkeit haben könnten.

Darüber auf hat sich - ausgehend von den USA - in den letzten beiden Jahrzehnten eine sich energisch parteiisch gebende Lehre etabliert, bei der einer Lehre nicht nur eine beobachtende und beschreibende, anstatt auch eine politisch verändernde Funktion zugewiesen wird. Dazu gehören z. B. als pointiert feministisch ausgewiesene Forschungsbereiche. Der klassische, der weltanschaulichen Neutralität verpflichtete Wissenschaftsbegriff wird hier abgelehnt und als androzentrisch diskreditiert: Es wird dargestellt, inwieweit jede Forschung von Volk und ihren Werten und Ausrichten geprägt wird.

Die moderne Wissenschaftsforschung versucht im Gegensatz zur eher theoretisch-spekulativen Wissenschaftstheorie die wissenschaftliche Praxis mit empirischen Methoden zu untersuchen und zu beschreiben. Dabei kommen unter anderen Methoden der Wissenschaftssoziologie und Scientometrie zum Einsatz. Die Ergebnisse der Wissenschaftsforschung, die zum Teil den klassisch-wissenschaftstheoretischen Annahmen über das Wesen wissenschaftlicher Lehre widersprechen, haben entsprechend der Evaluation auch Einfluss auf wissenschaftspolitische Entscheidungen.

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Ethik wissenschaftlichen Handelns

siehe Hauptartikel Wissenschaftsethik

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Kritik und Konflikte

"Elfenbeinturm"

Eine Form der Wissenschaftskritik richtet sich gegen den Rückzug der Lehre in ihren sprichwörtlichen Elfenbeinturm. Die Kritiker entgegennehmen die Forschung als schwer nachzuvollziehendes Gedankengebäude wahr, das nur noch Eingeweihten verständlich ist. Bei den Naturwissenschaften verstellt Mathematik den Zugang, bei den Geisteswissenschaften eine unverständliche Fachsprache. Wenngleich sich verschiedene Leute für wissenschaftliche Fragestellungen und populärwissenschaftlich aufgearbeitete Ergebnisse interessieren, wird die eigentliche wissenschaftliche Arbeit als unverständlich wahrgenommen. Die Kritiker durchmachen Mensch entweder als Rationalisten, die ohne Relation zur sinnlichen Erfahrung (Empirie) komplizierte Modelle entwickeln, als übertrieben skeptische Wissenschaftsgläubige, als Bürokraten eines unüberschaubaren akademischen Apparats oder als Diener der Wirtschaft oder des Staates. Diesem Tendenz entgegenwirkend wird in letzter Zeit von wissenschaftlichen Institutionen versucht durch "Tage der offenen Tür" oder populäre Darstellungen von wissenschaftlichen Erkenntnissen eine Öffnung gegenüber Interessierten (wie Schülern oder Senioren) zu erreichen. Dies ruft wiederum interne Besprechung im Wissenschaftsbetrieb hervor, sich mehr der Aufmerksamkeit der Öffentlichkeitsarbeit widmen zu müssen als dem eigentlichen Forschungsbetrieb. Dies führe zu einer Ökonomisierung wissenschaftlichen Fortschritts und bagatellisiere letzteren anstelle einer nicht von wissenschaftlicher Seite steuerbaren Kommerzialisierung des Forschungsbetriebs.

Wissenschaftsgläubigkeit und Betrug

Eine weitere Form der Besprechung richtet sich gegen die Verwendung von Forschung als "Ersatzreligion", wie z. B. im Fallgrube des Szientismus, dessen Anhänger allein die Naturwissenschaften als maßgebliche Quelle zur Erwerbung von Wissen akzeptierten. Wissenschaftliche Theorien, die nach dem modernen Wissenschaftsbegriff valide sind, würden als unanfechtbare Gewissheiten geachtet und die prinzipiellen Grenzen der Erkenntnisgewinnung durch wissenschaftliche Methoden ignoriert. Es wird kritisiert, manche Mensch sähen die Welt ausschließlich durch die Augengläser ihrer bevorzugten wissenschaftlichen Theorien. Beobachtungen, die mit diesen nicht kompatibel schienen, würden ausgeblendet; schlechtestens führe das zur Fälschung von Experimenten, um eigene Theorien zu schützen. In der gemäßigten Form erkläre diese Neigung, am eigenen Weltbild festzuhalten, manche Verzögerung, mit der sich neue Paradigmen in der Lehre durchsetzen könnten. Auch wird kritisiert, Wissenschaftsgläubige würden den Aufwand eigener sorgfältiger wissenschaftlicher Arbeit scheuen und sich an Autoritäten orientieren.

Verstrickung mit Industrie und Militär

Wissenschaftlern wird gern vorgeworfen, sie arbeiteten zu eng mit kommerziellen Unternehmen zusammen und seien deshalb nicht neutral. Dies gilt plus für konkrete Wissenschaftler, deren Arbeitsergebnisse positive Folgen für einen Industriezweig haben, und für die Lehre als Ganzes. Außerdem ist die militärische Anwendung wissenschaftlicher Erkenntnisse erst einmal seit der Atombombe ein Anlass zur generellen Wissenschaftskritik.

Wissenschaft und Religion

Heftige Rezension an der Gültigkeit wissenschaftlicher Theorien entzündete sich in manchen Zeitepochen an Widersprüchen zu religiösen Überlieferungen und Dogmen.

In den Naturwissenschaften ist das wohl facettenreichste Beispiel die Kreationismus-Debatte um eine Vereinbarkeit von biblischer Schöpfungsgeschichte mit Theorien der Kosmologie oder der Evolutionsbiologie. Ein älteres Beispiel ist der Umgang der katholischen Kirche mit Galileo Galileis öffentlichem Abrücken vom geozentrischen Weltbild.

In den Geisteswissenschaften stoßen manche historisch-kritische Analysen von Bibel und anderen heiligen Büchern auf Kritik. Insbesondere, wenn die infolge neuerer Quellenlage oder früherer Übertragungsfehler überarbeiteten Glaubenstexte im Widerspruch zur rechthaberisch akzeptierten Version des Glaubenstextes stehen.

Da für den Gläubigen das Dogma per definitionem wahr ist, wird mancher einseitige Kritiker die wissenschaftliche Konzept gelassen hinnehmen und den dogmatischen Glaubenssatz unreflektiert aufrechterhalten. Im Fundamentalismus haben wörtliche Auslegungen heiliger Texte eine hohe Priorität. Eine differenziertere Form der Besprechung akzeptiert die wissenschaftliche Methode weitgehend und übernimmt ihre Fachbegriffe. Mitunter werden im philosophisch-religiösen Bereich Ausnahmen von wissenschaftlichen Kernprinzipien wie Reproduzierbarkeit o. Falsifizierbarkeit eingefordert oder Kernbegriffe differenzierend definiert.

Zumeist lösen sich aber Widersprüche zwischen naturwissenschaftlich und religiös begründeten Behaupten dadurch, dass sie verschiedene Ebenen betreffen. So thematisiert die Schöpfungsgeschichte der Heilige Schrift das Verhältnis zwischen Gott, Welt und Mensch, aber nicht die Lehre von der sichtbaren Natur (siehe auch biblische Exegese und Hermeneutik).

Zuständigkeitskonflikte

Auch nicht-religiöse Weltbilder können in Konflikt mit der Lehre kommen, wenn ihre Behauptungen wissenschaftlich prüfbar sind und durch Experimente nicht bestätigt werden. Die Anhänger der betroffenen Weltbilder bestreiten oft, dass das Thema in den Zuständigkeitsbereich der Lehre fällt, oder sie bezeichnen ihre wissenschaftlichen Person als anmaßend oder ideologisch und ihre Methoden als nicht anwendbar.

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Einteilung gängiger Wissenschaftsbereiche

Eine allgemeingültige Einteilung der Wissenschaften existiert nicht; die Einteilung der Wissenschaften hängt von vielen Vorentscheidungen ab und hat häufig auch willkürliche Aspekte. Es da sein deshalb verschiedene Systematiken (siehe z. B. die Dewey Decimal Classification). Frühere Autoren sprachen von einem Baum der Wissenschaft sowie der Zerlegung in Einzelwissenschaften und Universalwissenschaft.

Zig Disziplinen stellen eine Mischung verschiedener Fachgebiete dar und entziehen sich deshalb einer eindeutigen Zuordnung. Als Beispiel sei hier die Wirtschaftsinformatik genannt, die daneben einem Kern eigener Inhalte u. a. auch Teile aus Informatik, Mathematik, Wirtschaftswissenschaften und Kommunikationswissenschaften enthält.

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Auflistung

Geisteswissenschaften (Kulturwissenschaften)

Bild:Tommarp kloster 02.JPG
Ausgrabungen im Tommarp-Kloster in Schweden
Bild:Borobudur-perfect-buddha.jpg

Humanwissenschaften

Bild:Galette-Renoir.jpg
Le Bal au Moulin de la Galette (1876) von Pierre-Auguste Renoir

Ingenieurwissenschaften

Bild:Baustelle in Koeln.jpg
Weltstadthaus P&C in Köln, Architekt: Renzo Musikinstrument
Bild:Integrated Circuit.jpg
Integrierte Schaltung
Bild:Mechatronisches System.png
mechatronisches System
Bild:Hull6Jul2004.JPG
Rumpf zur Korrektur

Naturwissenschaften

Bild:Konstanz der Lichtgeschwindigkeit.png
Bild:Atom.png
Schematische Darstellung eines Helium-Atoms: Zwei Elektronen umzingeln einen Kern aus zwei Protonen und zwei Neutronen
Bild:DNA.jpg
DNA-Molekül
Bild:Physcian examining a child.jpg
Ärztl. Untersuchung beim Mediziner

Philosophie

Bild:Sanzio 01 Plato Aristotle.jpg
Platon und Aristoteles. Ausschnitt aus „Die Schule von Athen“ von Raffael

Rechtswissenschaften

Sozialwissenschaften

Bild:Demo trans 2 de.png
5-phasiges Modell des demografischen Übergangs

Strukturwissenschaften

Bild:Newton-Principia-Mathematica 1-500x700.jpg
Isaac Newton: Principia Mathematica (Frontispiz)
Bild:Turingmaschine.png
1-Band Turingmaschine

(Christliche) Theologie

Bild:Christianity dev 1300.jpg
Christianisierung Europas: braun bis 600, grün bis 800, rot bis 1100, gelb bis 1300

Wirtschaftswissenschaften

Bild:Einfacher Wirtschaftskreislauf.png
Der einfache Wirtschaftskreislauf zwischen Haushalten und Unternehmen

Wissenschaftstheorie

Textexpander 3.0 mit ausfüllbaren Textbausteinen: Die Tipphilfe Textexpander für Mac OS X ist in Version 3.0 erschienen und kann nun Textbausteine mit Platzhaltern auf die Eingabe eines Kürzels hin in beliebige Anwendungen einfügen. Mit der neuen Version können Textbausteine vor dem Einfügen individualisiert werden. (MobileMe)... Weiterlesen!

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Siehe auch

GPA 3.0: Intel-Tool für Spieleoptimierung mit DirectX 10.1: Zur Game Developers Conference hat Intel die Version 3.0 seines "Graphics Performance Analyzers" (GPA) vorgestellt. Das Entwicklungswerkzeug beherrscht den Umgang mit neuen Grafikkernen wie Intels "HD Graphics" und kann den Start von Spielen untersuchen. (Intel, Core i7)... Weiterlesen!

Google Summer of Code: Betreuer und Programmierer gesucht: Google bereitet sich auf den diesjährigen Summer of Code vor. Dabei kommen Open-Source-Projekte und Informatikstudenten in einer dreimonatigen Veranstaltung zusammen. Google vergibt auch Stipendien, die zwischen Studenten und Projekten aufgeteilt werden. (Maemo, Blender)... Weiterlesen!

Literatur

  • Max Weber: Wissenschaft als Beruf 1919. ISBN 3150093880 (Onlinetext)
  • Helmut Seiffert: Einführung in die Wissenschaftstheorie. München (Beck). 4 Bände; div. Auflagen.
  • Karl R. Popper: Logik der Forschung, Tübingen (Mohr-Siebeck) 2002. ISBN 3161478371
  • Thomas Kuhn: Die Struktur wissenschaftlicher Revolutionen. Frankfurt/Main (Suhrkamp). Original 1962.
  • Ludwik Fleck: Entstehung und Entwicklung einer wissenschaftlichen Tatsache. Frankfurt/M. (Suhrkamp) 2002. ISBN 3518279122 (Original auf teutonisch 1935)
  • Paul Feyerabend: Wider den Methodenzwang. Entwurf einer anarchistischen Erkenntnistheorie. Frankfurt/Main (Suhrkamp). Original 1975.
  • Florian Keisinger u. a. (Hrsg.): Wozu Geisteswissenschaften? Kontroverse Argumente für eine überfällige Debatte, Frankfurt a. M./New York 2003 ISBN 359337336X
  • Mario Bunge: Scientific Research Bd. I + II, Springer-Verlag New York 1967
  • Junge, Torsten und Ohlhoff, Dörthe(Hg.): Wahnsinnig genial. Der Mad Scientist Reader, ISBN 3932710797, Alibri Firma Aschaffenburg 2004.
  • Helmut Seiffert, Gerard Radnitzky (Hrsg.): Handlexikon zur Wissenschaftstheorie. 2. unv. Aufl. (Orig. 1989), München 1992: dtv, ISBN 3-423-04586-8

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Weblinks

Wissenschaft im Internet

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Wikiquote: Wissenschaft – Zitate

(TID 223246)

Bild:Wiktionary-ico-de.png

(TID 646251)

Wiktionary: Wissenschaft – Wortherkunft, Synonyme und Übersetzungen

(TID 222120)

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Wikinews: Wissenschaft – aktuelle Nachrichten

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(TID 5521)

IMHO: Warum HTML5-Video derzeit keine Alternative ist: HTML5 bietet mit dem Videotag die Möglichkeit, Videos direkt in Webseiten einzubetten, ohne Plugins wie Flash. Warum setzen nur wenige Seiten auf diese Technik? Und warum gibt es Videos bei Golem.de nur im Flash-Player? (Technologie, IMHO)... Weiterlesen!

Zukunftsshopping mit Avatar und digitalem Einkaufszettel: Das Deutsche Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und mehrere Unternehmen entwickeln im Rahmen des Projektes Semprom ein Gedächtnis für Produkte. Auf der Cebit zeigten sie, wie Verbraucher künftig beim Einkauf davon profitieren. (RFID, Technologie)... Weiterlesen!


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