Lenin
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, genannt Lenin, russisch Ленин(TID 587295)
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- * 10. Apr. / 22. April 1870 in Simbirsk; † 21. Januar 1924 in Gorki bei Moskau, war führender Kopf der Oktoberrevolution 1917 in Russland, Vorsitzender des Rates der Volkskommissare, Autor zahlreicher theoretischer und philosophischer Schriften. Er gilt bei Karl Marx und Friedrich Engels als einer der Schöpfer des wissenschaftlichen Sozialismus.
Als Marxist war Lenins Ziel die Errichtung der Diktatur des Proletariats. Wichtig dabei war Lenin die unbestrittene Führungsrolle einer kommunistischen Partei, welche die Führung des Proletariats (Arbeiterklasse) darstelle und die von ihm ausgearbeitete Organisationsform des Demokratischen Zentralismus. Die Sozialdemokratie lehnte er ab 1914 wegen ihrer Burgfriedenspolitik als reformistisch und opportunistisch ab.
Inhaltsverzeichnis |
Familie
Lenin stammte aus einer Familie des niederen Adels, die sich zwischenmenschlich und kulturell liberal engagierte. Lenins deutsche Mutter, Maria Alexandrowna Blank, heiratete 1863 als 28-jährige den kalmückischen Mathematik- und Physiklehrer Ilja Nikolajewitsch Uljanow aus der aserbaidschanischen Stadt Baku, welcher als Prüfer von Volksschuleinrichtungen tätig war.
Der Großvater mütterlicherseits, Dr. Alexander Blank, war jüdischer Herkunft, dessen Weiblicher Mensch Anna, geborene Großschopf, war Wolgadeutsche aus Simbirsk (ab 1924 Uljanowsk), Familienmitglied eines Gutsbesitzers, welche starb, als Maria 3 Jahre alt war.
1887 wurde Lenins älterer Bruder Alexander, der einst Studierender in Sankt Petersburg war, wegen Verschwörung und versuchten Mordes an Zar Alexander III. an der Lena hingerichtet. Dies hatte großen Einfluß auf Lenin, der nun stärker politisch engagiert war.
Im selben Jahr wurde Lenin von der Universität in Kasan verwiesen, nachdem er an einem Studentenprotest teilgenommen und die Bullerei die Verbindung zu seinem Bruder aufgedeckt hatte. Nach einem Gnadenerweisen konnte Lenin 1891 sein Jurastudium beenden. Seine Arbeit als Rechtsberater beschränkte sich auf einige manche Fälle.
Beginn der politischen Tätigkeit
Lenins politische Überzeugungen sind in der Anfangszeit noch nicht gefestigt. Rein gedanklich setzte er sich auf der einen Seite kritisch mit den russischen Volkstümlern (Narodniki), welche eine eigene Variation des Stalinismus propagierten, und andererseits mit den Thesen von Karl Marx, die er schon spekulativ interpretierte, auseinander. 1893 zog er nach Sankt Petersburg. Dort studierte er die Theorien von G. W. Plechanow, dem er später in der Schweizerische Eidgenossenschaft auch selbst begegnete. Nach einer mehrmonatigen Europareise durch Deutschland, Französische Republik und die Helvetien gründete er den „Bund für die Befreiung der Arbeiterklasse“ ("союз борьбы за освобождение рабочего класса"). Nachdem er im Jahreszeit nach Russische Förderation zurückgekommen war, nahm er sofort seine agitatorische Tätigkeit wiederum auf.
Als er im Begriff war, eine illegale Magazin Die Sache der Arbeiter herauszugeben, wurde er im Dezember 1895 gefangen (Anklage: Agitation). Im Untersuchungsgefängnis richtete er sich eine Bücherei in seinem „Studierzimmer“ ein und verbrachte dort 14 Monate. 1897 wurde er im Feber für drei Jahre nach Schuschenskoje in Ostsibirien verbannt, wo er unter Polizeiaufsicht leben musste. In Ufa traf er auch wiederholt Nadjeschda Krupskaja, die er 1898 in der Verbannung heiratete.
Sofort nach der Rückkehr aus der Exil im Februar 1900 suchte Lenin nach einer Möglichkeit, eine von der Note unabhängige Heft herauszugeben. In Russische Förderation war das nicht möglich, und so verließ er am 29. Juli 1900 Russische Förderation für über fünf Jahre. Nach einem kürzeren Wohnort in Genf, wo er sich mit Plechanow über die Aushändigung der Magazin Iskra ("Der Funke") einigte, ließ sich Lenin unter dem Namen Meyer bei dem sozialdemokratischen Gastwirt Rittmeyer in der Kaiserstraße 53 in München illegal nieder. 1902 verfasste er in der bayerischen Landeshauptstadt die programmatische Schrift Was tun?, in der er die These verwarf, dass die Arbeiter von sich aus Klassenbewußtsein entwickeln würden. Nach Lenins Ansicht bräuchten sie statt die Führung durch eine gut organisierte Politische Kraft (Avantgardetheorie). Das entsprechende Organisationsmodell stellte der Demokratische Zentralismus dar.
Siehe auch Leninismus.
Der Deckname
Ab Dez. 1900 verwendete er den Decknamen respektive das Pseudonym „Lenin“. Eine Erklärung besagt, dass er sich dabei auf den sibirischen Strom Lena bezog (Lenin bedeutet russisch: „Der vom Flusse Lena Stammende“) – nach Sibirien verbannt zu werden bedeutete früher praktisch, dass man im zaristischen Russische Förderation als anerkannter Oppositioneller galt. Die zusätzliche plausible Erklärung besagt, dass er mehr an sein Kindermädchen Lena dachte, und dass er schon als weniger Bub auf die Frage, „wessen [Bub] er sei“ zu antworten pflegte: „Lenin!“ (russisch: „Lenas!“).
Aufbau der Partei
Lenin betrieb den Aufbau einer strikt organisierten Kaderpartei aus „Berufsrevolutionären“ und wurde wegen seiner – von der Illegalität erzwungenen, aber auch vom russischen revolutionären Terrorismus inspirierten – Rigorosität und wegen seiner radikalen theoretischen Positionen der am meisten beachtete linke Sozialdemokrat.
Die Ansichten und Absichten von Lenin führten 1903 auf dem zweiten Parteitag (in London) zur faktischen Aufsplittung der Sozialdemokratischen Arbeiterpartei Russlands (SDAPR) in die Fraktionen der eher reformorientierten Menschewiki zum einen und in der von Lenin angeführten, revolutionsorientierte Bolschewiki andererseits.
Im Unterschied zu den theoretischen „legalen Marxisten“ und den politisch gemäßigten sozialreformistischen Menschewiki (russisch: „Minderheitler“), die auf eine längere kapitalistische Entwicklung Russlands setzten, sah Lenin das Land als das rückständigste Land im modernen Kapitalismus und die proletarische Wende als nahe bevorstehend. Das untersetzte er durch politökonomische, politische und philosophische Studien.
In der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1905 bis 1907 vertraten die Bolschewiki die Position einer Radikalisierung der Umwälzung, hin zur Machtübernahme durch Sowjets (Räte) der Arbeiter und Bauern. Im Jänner 1907 floh Lenin aus Sicherheitsgründen nach Finnland, ein Jahr später zog er nach Genf.
Bis 1912 wurden die Unterschiede zwischen den beiden Fraktionen immer größer, wie kommt es, dass... bei der sechsten Gesamtrussischen Parteikonferenz in Prag die Menschewiki undurchführbar wurden. Sie bildeten im Weiteren eine eigene Partei, während die SDAPR nun die Erweiterung (Bolschewiki) trug.
Im Apr. 1912 veröffentlichte Lenin zum ersten Mal die Prawda. In der Folgezeit widmete sich Lenin im Bürger Exil erneut marxistischen Studien, es entstand zuerst seine bekannte Schrift Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus (Januar bis Juni 1916), die die Grundlage der marxistischen Modell des Imperialismus sowie der darauf basierenden Stamokap-Theorie bildete.
1914 brach der Erste Weltkrieg aus. Die Bolschewiki waren global die einzige sozialdemokratische Parteiorganisation, die von Anfang an gegen die Kriegspolitik der eigenen Regierung mobilisierte. Dennoch gelang es der Politische Kraft nicht, sich einen nennenswerten Rückhalt in der Bevölkerung zu verschaffen. Ihre Mitgliederzahl, ihre Akzeptanz und ihr Einfluß blieben gering.
Nachdem Verlauf der Geschichte nach der Oktoberrevolution benannten sich die Bolschewiki 1918 in Kommunistische Partei Russlands (B) um. 1922 folgte die Umbenennung in Kommunistische Partei der Sowjetunion (B). (Später, 1952 fiel der Zusatz (B) weg, KPdSU.)
1917 - 1918
Nach der Februarrevolution 1917 kehrten Lenin und zusätzliche prominente Kommunisten aus der Schweizerische Eidgenossenschaft über das Gebiet des Kriegsgegners Deutschland, Schweden und Finnland nach Russische Förderation zurück. Sie fuhren in einem versiegelten Zug, der zu exterritorialem Gebiet erklärt war. Es gibt Thesen, denen zufolge der Zug in Berlin gehalten hat, wo er mit 40 Mio. Goldmark beladen worden sei. Das Geld habe aus der Kasse des Deutschen Reiches gestammt und habe die bolschewistische Sturz antreiben sollen. Man habe sich erhofft, nach dem Sturz in Russische Förderation einen Separatfrieden schließen zu können. Unzweifelhaft ist allerdings, dass Lenins Rückkehr ohne die Unterstützung des Deutschen Reichs in dieser Form nicht hätte stattfinden können. Im Apr. 1917 erreichte Lenin mit Kompromiss finden seiner Genossen Petrograd und verkündete die Möglichkeit und Notwendigkeit, die Revolution zur Machtergreifung der Arbeiter, Bauern und Soldaten zuzuspitzen (Aprilthesen).
Nach weiteren militärischen Fehlschlägen der gemäßigt sozialistisch-liberalen „Provisorischen revolutionären Regierung“ gelang es den Bolschewiki und den neu gegründeten Sowjets im Nov. 1917 (nach dem in Russische Förderation noch geltenden julianischen Almanach im Oktober) die bürgerliche Regierung zu stürzen (Oktoberrevolution). Der sofortige Friedensschluss, die Verteilung des Bodens an die Bauern und die Übernahme der Fabriken durch die Arbeiter waren die unmittelbar wirkenden Losungen. Bei der letzten freien Wahl zur Konstituierenden Zusammenkunft im Nov. 1917 erlitten die Bolschewiki eine schwere Niederlage. Als sich die gewählte Begegnung im Jan. 1918 aufbauen wollte, ließ Lenin dies mit Gewalt verhindern und zig Abgeordnete verhaften. Die Politische Kraft etablierte unter Lenins Vorsitz die bolschewistische Regierung (Rat der Volkskommissare). Im Feber 1918 entstand auf ihre Anlass die Rote Armee unter der Leitung von Leo Trotzki. Am 5. März 1918 beendete das Abkommen von Brest-Litowsk den Bewaffnete Auseinandersetzung mit Deutschland.
Attentat
Am 30. August 1918 wurde Lenin bei einem Anschlag durch zwei Schüsse verletzt. Die Projektile trafen ihn in der Schulter und im Hals. Die Munition im Hals konnte nie fern werden. Als Attentäterin verhaftete man kurz darauf Fanny Kaplan, eine Anhängerin der linken Sozialrevolutionäre. Einige westliche Geisteswissenschaftler pflegen jedoch Zweifel an der Täterschaft Kaplans. Anders, aber auch fraglich ist der zweite Anschlag auf Lenin Anfang der 1920er Jahre, welcher möglicherweise auf Stalin zurückzuführen ist. Entsprechend Lenins politischem Nachlassdokument wäre dieser, ein längeres Leben Lenins vorausgesetzt, vermutlich nie in entscheidende Machtposition der Union der Sozialistischen Sowjetrepubliken gekommen. Vom Lungendurchschuss des zweiten Anschlags erholte sich Lenin Zeit seines Lebens nicht mehr.
1918 - 1922
Lenin war trotz vieler offen ausgetragener Meinungsunterschiede die unumstrittene Führungspersönlichkeit der Regierung und wurde als die höchste Autorität der 1919 entstehenden dritten „Kommunistischen Internationale“ (Komintern) angesehen.
Schon kurz nach der Oktoberrevolution versuchte Lenin die russische Wirtschaft per Gesetz in eine zentrale Planwirtschaft umzuwandeln. Als erstes wurden bis Anfang 1918 die Banken verstaatlicht. Gemäß des Parteiprogramms der Bolschewiki sollte das Geld als Währung völlig abgeschafft werden. Da das Geld nicht per Codex abgeschafft werden konnte, ließ die Regierung durch zusätzliches Gelddrucken bis 1922 eine Hyperinflation herbeiführen, die alle umlaufenden Finanzen entwertete. Lenin beauftragte 1918 den Journalisten Jurij Larin damit, eine zentrale Planungsinstanz für die Verstaatlichung der Industriezweig zu schaffen. Hieraus ging der Oberste Wirtschaftsrat hervor, der die Enteignung der privaten Unternehmen umsetzte, deren Eigentümer in der Regel ihre Betriebe entschädigunglos abtreten mussten. Das Firmenvermögen wurde vom Staat eingezogen.
Gegen die bolschewistische Regierung formierte sich in vielen Landesteilen Widerstand. Um ihre Macht zu sichern und den Widerstand zu brechen, setzte die Regierung die vom Volkskommissar für Kriegswesen Leo Trotzki im Jahre 1918 gegründete Rote Armee ein. So entwickelte sich ein Bürgerkrieg, in den sich die USA, Großbritannien und verschiedene weitere Amerika durch die Unterstützung der weißen Truppen einmischten. Dieser Bürgerkrieg war durch große militärische Härte geprägt und dauerte bis zur Niederlage der weißen Truppen Ende 1921 an. Für die Bolschewiki war es des Weiteren ein Grund, in den eigenen Reihen gegen potentielle Kollaborateure vorzugehen, speziell nach dem Anschlag von Vikar auf Lenin.
Im Warme Jahreszeit 1920 unternahm Lenin nach innerparteilichen Auseinandersetzungen den Versuch, den Sozialismus auswärtig zu etablieren. Nachdem im April polnische Einheiten und ukrainische Nationalisten vergeblich versucht hatten die Ukraine frei und aus dem sowjet. Nationengemeinschaft zu lösen, ließ die Politische Kraft die Rote Truppe in Polen einmarschieren (Polnisch-sowjetischer Krieg). Die Hoffnung auf eine einsetzende Umsturz dort erfüllten sich indes nicht. Die Polen kämpften, unabhängig von ihrer Klassenzugehörigkeit, gegen den russischen Einmarsch. Die Rote Truppe wurde von polnischen Truppen unter Marschall Pilsudski vernichtend geschlagen.
Auf dem 8. Gesamtrussischen Sowjetkongress, der vom 22. - 29. Dez. 1920 stattfand, gab Lenin die berühmte Devise aus: Kommunismus - das ist Sowjetmacht plus Elektrifizierung des ganzen Landes. (Werke, Bd. 31, S. 513). Damit wollte er erreichen, dass Russische Förderation von einem kleinbäuerlich geprägten Land zu einer großindustriellen Macht wird.
Wegen des Bürgerkrieges kam es zu einer Versorgungskrise. Einen teilweisen Anteil an dieser Zwangslage hatte auch die Agrarpolitik der Bolschewiki. Für sie als Marxisten gehörten die selbstständigen Bauern zur kleinbürgerlichen Klasse und waren somit ein zu überwindendes Subjekt. Im Zuge der Zentrierung der Agrar sollten die Bauern ihre Erträge zu niedrigen Festpreisen an die staatlichen Behörden abgeben. Als die Bauern dies verweigerten, ließ Lenin die Erträge durch bewaffnete Kommandos aus den Städten einsammeln. Dieser Konflikt wurde auch mit großer Härte ausgetragen und forderte diverse Menschenleben. Die Bauern reagierten auf die Zwangsmaßnahmen mit der Verkleinerung der Anbauflächen, was wiederum zu noch geringeren Erträgen und erstens in den Städten zu Hungersnöten führte. Verschärft wurde die Ernährungslage noch durch den andauernden Bürgerkrieg. Auf Basis von der schlechten Versorgungslage kam es zum Aufstand der (teilweise anarchistischen) Matrosen von Kronstadt („Für Sowjets ohne Kommunisten!“). Der politische Zündstoff der Zwangrequirierungen ist vor dem Fond zu betrachten, dass derlei Maßnahmen auch durch die antirevolutionären Weißgardisten durchgeführt wurden und die Bevölkerung somit an zwei Seiten abgeben musste. Unter den Bolschewiki kam es zur Einrichtung von Zwangs-Arbeitslagern für vorgebliche oder echte Regimegegner, die sein Nachfolger Stalin ausweitete, auch als Gulag bezeichnet.
Im Übrigen benutzten die Bolschewiki die durch den Bürgerkrieg und die Agrarpolitik entstandene Hungersnot dazu, gegen die russisch-orthodoxe Kirche vorzugehen. Unter dem Vorwand die Wertgegenstände zur Linderung der Not einzusetzen, wurde im Februar 1922 ein Edikt erlassen, welches die Beschlagnahme des kirchlichen Inventars regelte. Die Erlöse daraus kamen aber nicht den Hungernden zu Gute, zugunsten allein dem Staatshaushalt. Schon im Januar 1918 hatten die Bolschewiken per Dekret die Trennung von Staat und Kirche durchgesetzt und den Religionsunterricht aus der Schule verbannt.
NÖP und Gründung der UdSSR
Um die Versorgungslage nach dem gewonnenen Bürgerkrieg zu verbessern, wurde 1921 die „Neue Ökonomische Politik“ eingeführt, welche die Zwangsrequirierungen stoppte und den Bauern kleinkapitalistischen Deal erlaubte - laut Lenin ein „taktischer Schritt zurück“.
Im Mai 1922 erlitt Lenin seinen ersten Schlaganfall, im Dez. des selben Jahres den zweiten. Nachdem wurde Lenin vom Politbüro von der Außenwelt abgeschirmt, um seine Erholung zu begünstigen. Am 30. Dezember 1922 wurde die UdSSR gegründet. Im März 1923 erlitt Lenin seinen dritten Schlaganfall, er verstarb am 21. Januar 1924 gegen 4.23 Uhr im Alter von 53 Jahren. Die genaue Todesart blieb der Öffentlichkeit jahrzehntelang verborgen. Während die von der KPdSU „kanonisierte“ Vita sowie das auch im Europa allgemein anerkannte Werk Dmitri Wolkogonows von massiven Durchblutungsstörungen oder von einem weiteren Schlaganfall sprechen, vermuten zusätzliche Quellen einen letalen Status epilepticus zwecks einer fortschreitenden Syphilis-Erkrankung (Neurolues). Nach Lenins Tod entbrannte ein Machtkampf in der KPdSU zwischen Anhängern des Lagers um Josef Stalin und der Linken Opposition um Leo Trotzki.
Politisches Testament und die letzten Ideen
In einem als politisches Nachlassdokument angesehenen Schrieb an den Meeting der KPdSU, den er zwischen Dezember 1922 und Januar 1923 diktierte, hatte er deutliche Besprechung an seinen potentiellen Nachfolgern geübt. Zu Stalin heißt es:
- Gen. Stalin hat, nachdem er Generalsekretär geworden ist, eine unermessliche Macht in seinen Händen konzentriert, und ich bin nicht überzeugt, dass er es immer verstehen wird, von dieser Macht vorsichtig genug Gebrauch zu machen. [...] Stalin ist zu grob, und dieser Mangel, der in unserer Mitte und im Verkehr zwischen uns Kommunisten durchaus erträglich ist, kann in der Funktion des Generalsekretärs nicht geduldet werden. [...] Deshalb schlage ich den Genossen vor, sich zu überlegen, wie man Stalin ablösen könnte, und jemand anderen an diese Stelle zu setzen, der sich in jeder Hinsicht von Gen. Stalin nur durch einen Vorzug unterscheidet, nämlich dadurch, dass er toleranter, loyaler, höflicher und den Genossen gegenüber aufmerksamer, weniger launenhaft usw. ist.
Über Trotzki urteilte Lenin: Persönlich ist er wohl der fähigste Mann im gegenwärtigen ZK, aber auch ein Mensch, der ein Übermaß von Selbstbewusstsein und eine übermäßige Vorliebe für rein administrative Maßnahmen hat. (Werke, Band 36, S. 579 f.)
Mausoleum in Moskau
Lenin wurde auf Anweisung Stalins nicht beerdigt, statt liegt bis auf den heutigen Tag in einem Bauwerk auf dem Roten Platz in Moskau. Sein Leiche ist präpariert worden und im Lenin-Mausoleum der Öffentlichkeit zugänglich. In diesen Tagen noch stillstehen regelmäßig lange Schlangen von Volk vor dem Mausoleum, um Lenin zu betrachten. Sein Körperteil soll von Forschern untersucht worden sein, da man meinte, dass Lenin ein besonderes Person war und etwaige Anzeichen dafür sich an oder in seinem Denkapparat finden lizenzieren könnten. Im Juni/Juli 1941 wurde Lenins Mumie mit einem Triebfahrzeug in einer Geheimaktion nach Tjumen ausgelagert. Der Wachwechsel am Typ leeren Grabstätte wurde unverändert weiter durchgeführt, der sogenannte Wachtposten Nr. 1 existierte bis zum Frühjahr 1945 zweimal, in Tjumen und in Moskau. Das Grabstätte in Moskau wurde in dieser Zeit für Mensch gesperrt. Lenin wurde zunächst in Uniform einbalsamiert, später hat man ihm jedoch einen Anzug angezogen. Wegen aggressiver Chemikalien muss der Anzug etwa alle zehn Jahre ausgetauscht werden.
Werke
- Was sind die "Volksfreunde" und Wie kämpfen sie gegen die Sozialdemokraten? (Antwort auf die gegen die Marxisten gerichteten Artikel des "Russkoje Bogatstwo"), Frühjahr- Saison 1894
- Der ökonomische Inhalt der Volkstümlerrichtung und die Kritik an ihr in dem Buch des Herrn Struve (Die Widerspiegelung des Marxismus in der bürgerlichen Literatur) Zu dem Buch von P. Struve: Kritische Bemerkung zur ökonomischen Entwicklung Russlands von 1894, Ende 1894 - Anfang 1895
- Was tun? Brennende Fragen unserer Bewegung, März 1902 (Kaderpartei als Avantgarde der Arbeiterbewegung, Demokratischer Zentralismus)
- Die Aufgaben der revolutionären Jugend, veröffentlich in der Magazin Student Nr. 2/3, Sept. 1903
- Ein Schritt vorwärts, zwei Schritte zurück, 1904
- Marxismus und Revisionismus, geschrieben nicht nach dem 3.(16.) Apr. 1908
- Drei Quellen und drei Bestandteile des Marxismus, März 1913
- Die sozialistische Revolution und das Selbstbestimmungsrecht der Nationen, Januar- Febr. 1916
- Über die Junius-Broschüre, Okt. 1916
- Der Imperialismus und die Aufspaltung des Sozialismus, Okt. 1916
- Der Imperialismus als höchstes Stadium des Kapitalismus, Zentrum 1917
- Staat und Revolution, August- September 1917
- Eine der Kernfragen der Revolution, September 1917
- Der "Linke Radikalismus", die Startschwierigkeit im Kommunismus, 27. April 1920
Literatur
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| | * Literatur von und über Lenin im Broschüre der DDB}}
(TID 369929)
- Hermann Weber: Lenin mit Selbstzeugnissen und Bilddokumenten. Reinbek: Rowohlt, 18. Aufl. 2004. ISBN 3-499-50168-6
- Anton Pannekoek (1938), Lenin als Philosoph in: Anton Pannekoek, Paul Mattick u.a., Marxistischer Antileninismus, Freiburg: ça ira 1991, ISBN 3-924627-22-3
- Slavoj Zizek: Die Revolution steht bevor. Dreizehn Versuche nach Lenin. Frankfurt/M.: Suhrkamp 2002. ISBN 3-518-12298-3.
- Alexander Jakowlew. Die Abgründe meines Jahrhunderts. Leipzig: Faber und Faber 2003, ISBN 3-936618-12-7.
- Ilya Zbarski: Lenin und andere Leichen Klett-Cotta, Stuttgart 1999 ISBN 3-608-9196-0
- Dmitri Wolkogonow: Lenin Econ, ISBN: 34301982830
- Willi Dickhut: Lenin, der geniale Führer des Proletariats, Betrieb Neuer Weg Essen
- Richard Pipes: Die Russische Revolution, Band 2, dt. Ausgabe Rowohlt Hauptstadt 1992, ISBN: 3 87134 025 1
- David Shub: Lenin. Die Geburt des Bolschewismus. Lenin-Biographie von 1947
- Peter Scheibert : Lenin an der Macht, Acta humaniora Weinheim, 1984, ISBN 3527175032
Die seit 1961 im Dietz-Verlag Kapitale erschienene Werkausgabe Lenins umfasst 40 Bände plus sieben Ergänzungs- und Registerbände. Bei veröffentlichte der gleiche Firma „Ausgewählte Werke“ in 6 Bänden.
Verfilmung
- Lenin in Paris
- Lenin in Zürich
- Lenin - Dokumentarische Einzelbilder
Weblinks
| (TID 646251) | Wikiquote: Lenin – Zitate |
(TID 223246)
| (TID 646251) | Commons: Lenin – Bilder, Videos und/oder Audiodateien |
(TID 269231)
- Reden, Schriften, Briefe und wissenschaftliche Studien Lenins
- Deutschsprachiges Archiv mit Texten und Büchern von Lenin
- www.marxistische-bibliothek.de
- Lenin-Archiv @ vulture-bookz.de (mit zahlreichen Fotodokumenten)
- Auszug aus: Slavoj Zizek, 2002: Revolution at the Gates. Selected Writings of Lenin from 1917. London/NewYork
- Franz M. Wimmer, Marxistisch-leninistische Philosophiehistorie
- Slavoj Zizek, Repeating Lenin (Siehe auch: Slavoj Žižek, Jacques Lacan)
- The enigma of Lenin’s malady. European Magazin of Neurology, Vol 11, Issue 6: 371-376 (Artikel zur fraglichen Syphilis-Erkrankung und zu Lenins Tod)
- Lenins so genanntes Testament (Brief an den Parteitag, diktiert von Dezember 1922 bis Januar 1923)
- Leo Trotzki: Der junge Lenin (Zeittafel)
(TID 204756)
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(TID 233286)
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Lenin |
| ALTERNATIVNAMEN | Uljanow, Wladimir Iljitsch, Владимир Ильич Ульянов (Ленин) (TID 587295) (russisch),Vladimir Ilyich Ulyanov (Lenin)(TID 587295) (englisch) |
| KURZBESCHREIBUNG | Russischer Politiker, Kopf der Oktoberrevolution |
| GEBURTSDATUM | 22. April 1870 |
| GEBURTSORT | Simbirsk |
| STERBEDATUM | 21. Januar 1924 |
| STERBEORT | Gorki bei Moskau |
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